Ein Haufen Holz

HolzhaufenEin Haufen Holz

Im Wald da liegt ein Haufen Holz.
Der Besitzer ist wohl mächtig stolz.
Als Nutzholz war es ohne Wert,
weil krummes Wachstum es entehrt.
Kein Mensch wollte es warm verbrennen.
Es lernte keine Spaltaxt kennen.
Mann schob es einfach hoch zum Haufen
und ließ das Schicksal beißend laufen.
Am toten Holz klebt grünstes Moos.
Die Rinde bröckelt sterbend bloß.
Wer hier sein Auge offen hält,
sich diesem Haufen näher stellt,
der wird letztendlich nur noch staunen
über den Boden beglückende Faunen.
Da ist der an sich morbide Ast
alles andere als eine Last
für diesen schönen Buchenwald.
Im toten Holz explodiert recht bald
ein wirres Leben – unbemerkt,
das alles fördert und bestärkt. Weiterlesen

Haufen, die keine Probleme machen

 

Haufen, die keine Probleme machen

Ein fehl platzierter Hundeschiss,
der bringt manch übles Ärgernis.
Wenn Maulwürfe viel Haufen machen,
dann haben sie kaum was zu lachen.
Ein Schutthaufen vor einem Bau
Erfreut nur selten die Hausfrau.
Und von Neapels Abfallhaufen
Da kann man sich auch wohl nichts kaufen.
Gottlob gibt es bei uns auch Haufen,
ganz ohne jedes Haareraufen.
Wenn Regenwürmer sich entkoten,
sind dass für uns nur Freudenboten.
Auf manchem Rasen sieht man jetzt,
Was Lumbricus so von sich lässt.
Der Kot liegt da in vielen Schleifen
Zeigt Humus uns und zwar den reifen.
Je mehr wir diese Haufen sichten,
Je Besseres gibt`s zu berichten.
Fühlt sich der Wurm im Boden wohl,
dann wächst Salat und Blumenkohl.
Dann geht es allen Pflanzen gut,
weil Würmerkot fast Wunder tut.

Im Schnurwurmparadies

Im Schnurwurmparadies

Wo Blätter, Holz am Boden liegen,
Da ist für ihn Schlaraffenland.
Da kann er niemals Hunger kriegen:
Denn Leckeres ist stets zur Hand.
Die hat er nicht – dafür viel Beine,
sie kann wer zählen, der das will.
Dem Schnurwurm geht es nur alleine,
dass es viel Blätter regnen will.
Wenn dann vom Baum ein dicker Brocken
Vom Sturm krachend zur Erde fällt,
Ist unser Schnurwurm kaum erschrocken;
Denn altes Holz zur Mahlzeit zählt.
Er hat’s nicht leicht der Tausendfüßer.
Wo er auch läuft, liegt Nahrung rum.
Dies Blatt schmeckt süß, jenes noch süßer –
Doch ewig essen, macht nur dumm.
Zum Glück hat er ja so viel Beine,
sonst wär er selbst wohl stets verstopft.
So schnurrt er ab wie an der Leine –
lebt nicht wie wir so ganz verkopft.
Ist wieder satt der braune Schlingel,
sucht er zum Schlafen dunklen Fleck.
Er rollt sich ein zu einem Kringel –
Ist dösend dann erst einmal weg.