Besuch einer Zucchini

Besuch einer Zucchini

Heut hab ich bei einer Zucchini hereingeschaut.
Von außen kannte ich bloß ihre Haut.
Geschmort wirkte sie immer ohne Halt.
Essigsauer kannte ich sie kühlschrankkalt.
Um bei ihr hereinzukommen,
hab ich mir ein scharfes Messer genommen.
Einen glatten Schnitt machte mir die Klinge
und ich erblickte gleich viele feine Dinge.
Drei Stuben besitzt meine Zucchini nur.
Mehr gibt es hier nicht, so will es die Natur.
In den Kammern wachsen Samen heran –
werden vielleicht neue Pflanzen irgendwann.
In zwei Reihen reift Zukunft in großer Zahl.
Doch diese Zucchini sie köchelt einmal
in einer Suppe mit andren Gemüsen vereint. Weiterlesen

Ins Innere schauen

Ins Innere schauen

Um nicht ins Innere zu schauen,
da verbauen
manche Blumenköpfe
Ranken, Girlanden und auch Zöpfe.
Das Intime zu bekleiden,
den Blick ins Tiefste zu vermeiden,
ist scheinbar von Natur.
Geheimnisse bleiben nur,
wenn Letztes wird versteckt
und Blöße sich bedeckt.
Ins Innere zu schauen,
das braucht Vertrauen.
Finale Schleier lösen
im Guten wie im Bösen
passiert mitunter nicht.
Wahres erblickt kein Licht.
Wie weit wird Seele offen?
Ehrlichkeit macht betroffen.
Verborgen bleibt manch Rest,
den Mensch nicht fliegen lässt. Weiterlesen

Die Gedanken sind high!

Die Gedanken sind high!

Die Gedanken sind high –
Wer kann sie ertragen?
Sie bringen herbei,
was wir sonst niemals sagen.
Was ich in Gedanken erlebte,
wenn mein Innerstes bebte,
das war schier grenzenlos
mal abscheulich
dann einfach famos!
In Gedanken
wurde ich so stark.
Meine Phantasie ja sie vermag,
Mir solche Kräfte geben
Für ein ganz anderes Leben.
Ich kann abgrundtief hassen
Höchst perfide Pläne fassen
Ich kann morden jeder Zeit –
Bin auf Erden zu allem bereit.
Ich kann aber auch
lieben so meerestief –
Schreib den allerzärtlichsten Brief
An den Menschen, den ich mag
Finde neue Worte und sag,
all das, was ich im echten Leben
ihm niemals kann geben.
Die Gedanken sind so frei –
Ich entdecke mich neu.
Ich erschrecke dabei vor mir
Bei so viel Rache und Gier,
die ich ewig schon spüre.
Es öffnen sich Tor und Türe.
Nach innen fehlen mir
Schranken
Gedanken bringen
das Außen ins Wanken.
Ich züchtige das Chaos der Seele
Durch Vernunftbefehle.
Nur sehr wenig
darf aus der Tiefe
Es bleiben die Liebesbriefe,
die niemals auf dem Papiere lebten,
und voller Gefühle bebten.
Hat es im Inneren gebrannt –
So schiebt sich eine Wand,
die lässt sich kaum durchbrechen –
verhindert das offene Sprechen.
Hier bleibt der Mensch
für sich allein –
Ich glaub, das wird
wohl immer sein.
Die Gedanken sind frei –
Wie dem auch sei –
Keiner darf sie erraten.
Doch sie machen mich high
Auf den innersten Fahrten.