Gerhard Laukötter's Blog

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Campanula Sie blüht mal hier und dann mal da: die sonnenhungrige Campanula. Als wir vor über dreißig Jahren erstmals Besitzer damals waren von unserem Haus mit großem Garten, da blühten um die Mittsommernacht überall Glockenblumen in blauer Pracht. Dass im Garten schönste Blumen gedeihen, an denen sich grüne Daumen erfreuen, ist sicherlich kein besonders aufregender Akt – so lange der Gärtner diese Pflanzen in den Boden packt. Werbeanzeigen

Filipendula – der zarte Duft des frühen Sommers Als würde der Holunder noch einmal blühen – ein feinsüßer Duft schwebt um mich her. Die letzte Junisonne beginnt zu glühen. Die Schritte macht das ziemlich schwer. Stolz steht das Mädesüß am Gartenteich, reckt sein Blühwerk hoch gen blauen Himmel. Das milde Weiß strahlt vornehm bleich – alle Rispen voll Gewimmel. Filipendula lädt heut köstlich ein. Ihr Duft lockt reichlich Gäste.

Ins Natürliche verwildert Vor Jahren stand im Garten hier eine edle Rose von höchster Zucht. In Blütentracht war sie voller Zier von vielen Augen gern besucht. Ihr Edelreis erkrankte dann. Es trocknete bald Ast um Ast. Ziemlich tot erschien sie irgendwann. Vom Holze löste sich schon Bast. Ich wollte sie eigentlich entfernen. Da sah ich tief unten einen Trieb. So sollte ich wohl wieder lernen, dass die Natur hier anders schrieb.

Goldregen Goldregen- was für eine märchenhafte Illusion – dem braven Mädchen wurde er zum reichen Lohn. Jetzt blüht die Pflanze üppig, ihr Gelb so richtig satt. Ein schöner Strauch, doch der es böse in sich hat. So verschwenderisch sich all die Blüten präsentieren ihre inneren Werte sich in starkem Gift verlieren. Hummeln und Bienen haben Goldregen richtig lieb. Sie werden allzu gern hier zum Pollen- und Nektardieb. Hier brummt und summt es… Weiterlesen

Galläpfelchen Wie Hexenwerk erschien mir das, was ich als Kind schon oft entdeckte. Die Unterseite eines Blattes zeigte etwas, das meine Neugierde ziemlich weckte. Da klebten Kugeln rund und grün, wie von Geisterhand dort hin fixiert. Im Herbst fingen sie sogar an zu glühen. Ein Scharlachrot die Bäckchen ziert. Heut nahm ich Herbstlaub in die Hand, wollte Farbenvielfalt blicken. Was ich dann plötzlich darin fand, ließ Inneres bald wieder ticken. Eine Eichengallwespe… Weiterlesen

Streifenwanze mit Langeweile Jeden Tag kann ich sie wiedersehen bleib ich am Engelwurz nur stehen. Auf dem längst verblühten Doldenteller da geht die Zeit nur langsam schneller. Schon in der zweiten Woche da sitzt eine Streifenwanze – vielleicht ritzt sie an jungen Samenstielen, um süßen Saft dort zu erzielen. Warum bleibt sie dem Ort so treu? Die Welt ist anderswo doch neu. Sie braucht nur ihre Flügel schlagen. Dann könnte sie woanders… Weiterlesen

Blütenfeuerwerk Im Juligarten ist viel schon verblüht. Doch eine neue Welle feurig glüht, wenn der Sommer gibt die Hitze frei – lachen bunte Blumengrüße täglich neu. Hortensien in vielen Tönen für Wochen uns den Blick verwöhnen. In diesem Jahr bleibt kleiner die Pracht. Zu später Frost hat Unheil gebracht. Kokardenblumen und Sonnenhüte öffnen täglich Blüte für Blüte. Taglilien wetteifern im Sonnenlicht, wer die anderen an Grazie aussticht.

Die Zikade Der Zikade schmerzte heftig die rechte Wade. Vom vielen Springen da fingen die Muskeln schrill an zu singen. Das war echt schade für die Zikade. Herumspringen war sonst ihr Ding denn daran hing der Faden zum Glück. Doch schnell zurück zur schlimmen Wade Keine Gnade kannte der Befund aus orthopädischem Mund. Sechs Ruhewochen – obwohl nichts gebrochen – braucht schon ein Faserriss solange bis, die Wade rehabilitiert, ein erster Sprung… Weiterlesen

Verrucht Kaum ein Mensch mag sie. Vor allen Dingen im Bett Ist jegliche Diplomatie Zu Wanzen wirklich nicht nett. Dass sie auf Mauern lauern, tönt nur ein Liedertext. Man sieht sie eher auf Blättern kauern, weil da genau das wächst, was den Blattwanzen schmeckt. Durch geschicktes Dressing Bleiben sie oft unentdeckt. Wer Wanzen ungeniert berührt, wird das kaum vergessen. Wenn das Tier Druck verspürt, beginnt es übel zu nässen. Ekliger Wanzengestank Dient… Weiterlesen

Ein Sommertagstraum Nelken, Mohn mit Margeritte Glockenblume, Augentrost Sonnenhut neben der Wicke Und am Rande Wasserdost – Ringelblume, Wilde Möhre Rittersporn bei Tausendschön Und im Bunten hör ich Chöre Von Gesumme und Gedröhn. Leichter Hauch weht durch die Blüten Fein Arom verströmt die Luft. Aus den purpurn Fingerhüten Lockt verführerisch der Duft. Leichtgewichte schwebend fliegen Warten auf den Blütensaft.