Campanula

Campanula

Sie blüht mal hier und dann mal da:
die sonnenhungrige Campanula.
Als wir vor über dreißig Jahren
erstmals Besitzer damals waren
von unserem Haus mit großem Garten,
da blühten um die Mittsommernacht
überall Glockenblumen in blauer Pracht.
Dass im Garten schönste Blumen gedeihen,
an denen sich grüne Daumen erfreuen,
ist sicherlich kein besonders aufregender Akt –
so lange der Gärtner
diese Pflanzen in den Boden packt. Weiterlesen

Filipendula – der zarte Duft des frühen Sommers

Filipendula –
der zarte Duft des frühen Sommers

Als würde der Holunder noch einmal blühen –
ein feinsüßer Duft schwebt um mich her.
Die letzte Junisonne beginnt zu glühen.
Die Schritte macht das ziemlich schwer.
Stolz steht das Mädesüß am Gartenteich,
reckt sein Blühwerk hoch gen blauen Himmel.
Das milde Weiß strahlt vornehm bleich –
alle Rispen voll Gewimmel.
Filipendula lädt heut köstlich ein.
Ihr Duft lockt reichlich Gäste. Weiterlesen

Ins Natürliche verwildert

Ins Natürliche verwildert

Vor Jahren stand im Garten hier
eine edle Rose von höchster Zucht.
In Blütentracht war sie voller Zier
von vielen Augen gern besucht.
Ihr Edelreis erkrankte dann.
Es trocknete bald Ast um Ast.
Ziemlich tot erschien sie irgendwann.
Vom Holze löste sich schon Bast.

Ich wollte sie eigentlich entfernen.
Da sah ich tief unten einen Trieb.
So sollte ich wohl wieder lernen,
dass die Natur hier anders schrieb. Weiterlesen

Goldregen

Goldregen

Goldregen- was für eine märchenhafte Illusion –
dem braven Mädchen wurde er zum reichen Lohn.
Jetzt blüht die Pflanze üppig, ihr Gelb so richtig satt.
Ein schöner Strauch, doch der es böse in sich hat.
So verschwenderisch sich all die Blüten präsentieren
ihre inneren Werte sich in starkem Gift verlieren.
Hummeln und Bienen haben Goldregen richtig lieb.
Sie werden allzu gern hier zum Pollen- und Nektardieb.
Hier brummt und summt es morgens früh bis in die Nacht
Jede der Blüten Fluginsekten genusssüchtig macht. Weiterlesen

Galläpfelchen

Galläpfelchen

Wie Hexenwerk erschien mir das,
was ich als Kind schon oft entdeckte.
Die Unterseite eines Blattes zeigte etwas,
das meine Neugierde ziemlich weckte.
Da klebten Kugeln rund und grün,
wie von Geisterhand dort hin fixiert.
Im Herbst fingen sie sogar an zu glühen.
Ein Scharlachrot die Bäckchen ziert.
Heut nahm ich Herbstlaub in die Hand,
wollte Farbenvielfalt blicken.
Was ich dann plötzlich darin fand,
ließ Inneres bald wieder ticken.
Eine Eichengallwespe war der Grund
für das Kügelchen am Blatte.
Die Kinderstube wuchs ganz rund. Weiterlesen

Streifenwanze mit Langeweile

Streifenwanze mit Langeweile

Jeden Tag kann ich sie wiedersehen
bleib ich am Engelwurz nur stehen.
Auf dem längst verblühten Doldenteller
da geht die Zeit nur langsam schneller.
Schon in der zweiten Woche da sitzt
eine Streifenwanze – vielleicht ritzt
sie an jungen Samenstielen,
um süßen Saft dort zu erzielen.
Warum bleibt sie dem Ort so treu?
Die Welt ist anderswo doch neu.
Sie braucht nur ihre Flügel schlagen.
Dann könnte sie woanders nagen.
Doch diese Wanze die bleibt stur –
bewegt sich gerade eben nur
auf ein paar dieser alten Blüten.
Will sie Geheimnisse wohl hüten? Weiterlesen

Blütenfeuerwerk

Blütenfeuerwerk

Im Juligarten ist viel schon verblüht.
Doch eine neue Welle feurig glüht,
wenn der Sommer gibt die Hitze frei –
lachen bunte Blumengrüße täglich neu.
Hortensien in vielen Tönen
für Wochen uns den Blick verwöhnen.
In diesem Jahr bleibt kleiner die Pracht.
Zu später Frost hat Unheil gebracht.
Kokardenblumen und Sonnenhüte
öffnen täglich Blüte für Blüte.
Taglilien wetteifern im Sonnenlicht,
wer die anderen an Grazie aussticht. Weiterlesen