Gerhard Laukötter's Blog

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Im Schneetau geboren Das bisschen Schnee von gestern taut. Was dottergelb hervor hier schaut, sind Winterlinge deren drei – sehnen den Frühling schon herbei. Vor Tagen föhnte warm das Wetter. Aus dem Boden trieben grüne Blätter. Bad schob sich hoch ein Knospenrund. Am anderen Tag war es hier bunt. Frühlingserwachen währte kurz. Beim nächsten Winterkältesturz streuten die Wolken Schneekristalle. Werbeanzeigen

Winterliches Wolkenfeuer Kurz vor Sonnenuntergang am 21. des Januar war viel Wolkenfeuer da: Cirrusflöckchen am Firmament, in denen die Abendröte lichterloh brennt. Kalt ist Luft, jeder Hauch aufgebraucht heißes Licht am Horizont abtaucht. Minutenschnell erlischt alle Feuerbrunst nutzt Momente der flüchtigen Darstellerkunst. Dieses Rampenlicht zeichnet eine Silhouette. Strauch- und Baumwerk werden zur Schattenkette.

Geknickt Was mein Auge im Schnee erblickt, ragt einsam aus dem Teich – total geknickt. Ich ahne kaum, was es mal war. Doch spätes Schicksal kommt mir nah. Stolze Blätter im prallsten Grün gab es im Mai wohl hier zu sehen. Doch lang vorbei sind Wonnezeiten – der Rest so leer von Eitelkeiten. Im späten Sommer ging es los, war einstige Stärke nicht mehr groß. Das Blatt hing schlaff mit gelber Spreite… Weiterlesen

Einfach nur hängen lassen Einfach nur hängen lassen im Wind – die Blüten der Haselnüsse sind oft im Januar schon pollenreif. Doch nun kommt Frost, bringt manchmal Reif. Da heißt es: erst einmal Pause machen. Die nächsten milderen Brisen entfachen erneut millionenfachen Pollenschwarm beim kleinsten Wechsel von frostig zu warm. Männliche Haselblüten werden Kätzchen genannt. Wer das das zuerst machte, bleibt unbekannt.

Ewig eisfrei Januarkälte friert uns ein. Jetzt nützt nicht mal der Sonnenschein, um Wasser flüssig zu erhalten Die ganze Umwelt will erkalten. Der Teich im Garten spiegelt blank Die Frösche ruhen gottseidank im tiefen Schlick am Bodengrund und bleiben ruhend so gesund. Das Regenfass erstarrt von Tag zu Tag, so lang das Eis zu wachsen mag. Der Wasserhahn, der so oft lief, ist abgesperrt und inaktiv.

In der Gosse gelandet In der Gosse gelandet ist heute Morgen mein Blick. Ein Rest vom gestrigen Regenstück bleibt nun eiskalt gefangen in kristallener, gläserner Pracht seit letzter Nacht. Auf einmal ist die Gosse so schön. Es gibt Verzaubertes zu sehen. Schwebendes Eis bizarr konstruiert sich mit Asphaltdekor hier liiert. Was gestern noch Pfütze war, erscheint nun recht sonderbar. Wasser fror zuerst mit Gewalt schuf Stränge, Schwerter recht bald.

Nichtsagendes Wie oft fällt doch mein Blick auf irgendwelches Flächenstück. Vielleicht ist es ein Teil vom Weg, auf den ich meine Sehkraft leg. Betrachte Schotter, Stein und Sand, Unkrautiges eher unverwandt. All, was ich seh, das reizt mich nicht. Nichts liegt mir vor, was mich anspricht. Ein Meter Weg, den ich fokussier, sagt mir rein gar nichts heute hier. Mein Hirn gähnt voller Langeweile – drängt innerlich mich bald zur Eile. Was… Weiterlesen

Mitten im warmen Winter Mitten im warmen Winter war plötzlich eine Baumwanze da. Es war der zweite vom Januar. So staunte ich nicht schlecht. War das Tier denn wohl echt? Da schob es eines von den Beinen ließ keinen Zweifel mehr scheinen. Was wollte die Wanze hier nur? Hockte da gegen jede Natur bei vier Grad Temperatur.

Nebulöses Von Erlenhänden eingefasst hält sich versteckt der kleine Weiher. Als leichteste von aller Last schwebt über ihm ein Nebelschleier – weich über schwarze Spiegelhaut. Wo feuchte Dünste flauschig küssen, solange bis es Wasser taut, wo Spinnenfäden lange wissen, wie Tröpfchen hängen perlgesäumt, da kann Natur verweilen. Im fahlen Morgenschwaden klebt manch nachtgekühlter Wassergruß. Verschlafener Binsen wirkt verträumt. Beträufelt schwimmt die Wassernuss.

Schneeglanz & Co Ganz früh im Jahr oft schon im Januar erblüht unten am Mauerfuß der weiße Schneeglanz so zum Gruß, dass wohl der Frühling bald erscheint. Die Hyazinthe sich vereint mit Winterlingen gelber Pracht. Manch Schneeglöckchen gerade macht die erste Blüte züchtig auf, bis dass im weiteren Verlauf die zarten Glocken alle läuten und damit überall bedeuten, dass Winterruhe nicht mehr gilt. Zu bunt erstrahlt das Gartenbild.