Im Schneetau geboren

Im Schneetau geboren

Das bisschen Schnee von gestern taut.
Was dottergelb hervor hier schaut,
sind Winterlinge deren drei –
sehnen den Frühling schon herbei.
Vor Tagen föhnte warm das Wetter.
Aus dem Boden trieben grüne Blätter.
Bad schob sich hoch ein Knospenrund.
Am anderen Tag war es hier bunt.
Frühlingserwachen währte kurz.
Beim nächsten Winterkältesturz
streuten die Wolken Schneekristalle. Weiterlesen

Winterliches Wolkenfeuer

Winterliches Wolkenfeuer

Kurz vor Sonnenuntergang
am 21. des Januar
war viel Wolkenfeuer da:
Cirrusflöckchen am Firmament,
in denen die Abendröte
lichterloh brennt.
Kalt ist Luft,
jeder Hauch aufgebraucht
heißes Licht
am Horizont abtaucht.
Minutenschnell
erlischt alle Feuerbrunst
nutzt Momente
der flüchtigen Darstellerkunst.
Dieses Rampenlicht
zeichnet eine Silhouette.
Strauch- und Baumwerk
werden zur Schattenkette. Weiterlesen

Geknickt

Geknickt

Was mein Auge im Schnee erblickt,
ragt einsam aus dem Teich – total geknickt.
Ich ahne kaum, was es mal war.
Doch spätes Schicksal kommt mir nah.
Stolze Blätter im prallsten Grün
gab es im Mai wohl hier zu sehen.
Doch lang vorbei sind Wonnezeiten –
der Rest so leer von Eitelkeiten.
Im späten Sommer ging es los,
war einstige Stärke nicht mehr groß.
Das Blatt hing schlaff mit gelber Spreite
Bald knickte es einfach zur Seite. Weiterlesen

Einfach nur hängen lassen

Einfach nur hängen lassen

Einfach nur hängen lassen im Wind –
die Blüten der Haselnüsse sind
oft im Januar schon pollenreif.
Doch nun kommt Frost, bringt manchmal Reif.
Da heißt es: erst einmal Pause machen.
Die nächsten milderen Brisen entfachen
erneut millionenfachen Pollenschwarm
beim kleinsten Wechsel von frostig zu warm.
Männliche Haselblüten werden Kätzchen genannt.
Wer das das zuerst machte, bleibt unbekannt. Weiterlesen

Ewig eisfrei

Ewig eisfrei

Januarkälte friert uns ein.
Jetzt nützt nicht mal der Sonnenschein,
um Wasser flüssig zu erhalten
Die ganze Umwelt will erkalten.
Der Teich im Garten spiegelt blank
Die Frösche ruhen gottseidank
im tiefen Schlick am Bodengrund
und bleiben ruhend so gesund.
Das Regenfass erstarrt von Tag zu Tag,
so lang das Eis zu wachsen mag.
Der Wasserhahn, der so oft lief,
ist abgesperrt und inaktiv. Weiterlesen

In der Gosse gelandet

In der Gosse gelandet

In der Gosse gelandet
ist heute Morgen mein Blick.
Ein Rest vom gestrigen Regenstück
bleibt nun eiskalt gefangen
in kristallener, gläserner Pracht
seit letzter Nacht.
Auf einmal ist die Gosse so schön.
Es gibt Verzaubertes zu sehen.
Schwebendes Eis bizarr konstruiert
sich mit Asphaltdekor hier liiert.
Was gestern noch Pfütze war,
erscheint nun recht sonderbar.
Wasser fror zuerst mit Gewalt
schuf Stränge, Schwerter recht bald. Weiterlesen

Nichtsagendes

Nichtsagendes

Wie oft fällt doch mein Blick
auf irgendwelches Flächenstück.
Vielleicht ist es ein Teil vom Weg,
auf den ich meine Sehkraft leg.
Betrachte Schotter, Stein und Sand,
Unkrautiges eher unverwandt.
All, was ich seh, das reizt mich nicht.
Nichts liegt mir vor, was mich anspricht.
Ein Meter Weg, den ich fokussier,
sagt mir rein gar nichts heute hier.
Mein Hirn gähnt voller Langeweile –
drängt innerlich mich bald zur Eile.
Was ganz Besonderes möcht ich erleben.
Ich wünsche mir ein Seelenbeben. Weiterlesen