Gerhard Laukötter's Blog

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Eiszauber Mein Blick seit Tagen nur gesenkt – was dieser Frost mir hat geschenkt, lässt mich auf Heftigste erstaunen – unfassbar sind für mich die Launen, die sich mir draußen eisig zeigen. Ich muss mich tief dazu verneigen, um Naturkunstwerke zu studieren, die ständig ihre Form verlieren. Zuerst war alles feiner Reif. Er machte welkes Blattwerk steif. Verzuckerte die braune Haut, die so ganz festlich plötzlich schaut. Dann kam ein Regenband vorbei…. Weiterlesen

Grönland von oben? Ich fliege hoch durch kalte Luft – von Weitem eine Möwe ruft. Unter mir liegt blankes Eis schattiert in sich in mattem Weiß. Ich sehe Spuren weit gezogen. Die Fährten machen einen Bogen vorbei an einem großen Leck. Unsicher ist hier mancher Fleck. Das Eis scheint vielerorts gebrochen. Kein Seehund hat sich hier verkrochen. Auch späh ich lange in die Ferne. Den Eisbär sähe ich allzu gerne. Kein Tier… Weiterlesen

Gulliauge Die funkelsterneklare Nacht hat klirrenden Frost vorbei gebracht. Was gestern Pampe, Schlamm noch war, ist heut wie Stein unendlich starr. Die Pfütze, die ich weit umquerte, zeigt eisbespannt ganz neue Werte. Der Weidenpfahl durch Zeit gegerbt hat sich mit Reifkristall bewehrt. Das frühe Januarmorgenlicht durch Schornsteinqualm zartrosa bricht. Die Welt erscheint überall verfremdet, wenn sich das Wasserschicksal wendet. Ich will gerade wieder ins Haus gehen, da bleib ich mitten auf der… Weiterlesen

Eiszeit im Bett Eiszeit im Bett ist gar nicht so nett. Was ist es doch auf mal so kalt – macht nicht mal vor dem Frosche halt. Der Schnee von gestern heute kühlt, was sich zuvor noch warm gefühlt. Dieses Bett das sah auch heiße Zeiten mit Froschkonzert voll Lustbarkeiten. Um das Bett herum war reichlich los – der Hochzeitswunsch überall so groß. Die Maienhitze ist längst vorbei. Im Winter bleibt dies… Weiterlesen

Ein wenig Schnee Ein wenig Schnee der tut kaum weh. Die weiße Pracht segelte sacht aus dunkler Nacht. Mit Puderzuckerglitzerstreu macht er die Welt wie winterneu. Die Blume gelb noch aufgeblüht ist plötzlich starr und eisgekühlt. Dort, wo die Erd noch bodenwarm, sie erstem Schnee das Dasein nahm. Dem Mauerstein schon windeskalt der Schnee füllt ihm den Fugenspalt. Ein wenig Schnee kann so beglücken – kann meine Spur in ihn heut drücken…. Weiterlesen

Pusteblumen im Januar Pusteblumen im Januar – ich weiß nicht, wann das schon mal war. Nicht, dass ich was dagegen hätte. Aber vor meinem Gedächtnis gilt die Wette: Löwenzahnblüten mit reifem Silberhaar gab es noch nie so früh im Jahr. Mit Verwunderung, fast mit Unbehagen sehe ich in diesen ersten Jahrestagen, wie die Natur schon so früh explodiert und erstes Blühen einfach riskiert. Zu drei Königen hat das Scharbockskraut tatsächlich leuchtend gelb… Weiterlesen

Überflüssig Überflüssig erscheint der warme Januarregen. Seit Tagen Wolkenfetzen über das Land her fegen Regenrinnen die Fluten oft nicht mehr schlürfen. Unzählige Tropfen nicht mehr in das Erdreich dürfen. Der Ackerboden mag gar kein Wasser mehr trinken Mit jedem Schritt beginne ich, tiefer im Schlamm zu versinken. Im Boden herrscht überall große Überschwemmungsnot Überflüssiges Wasser bringt manchem Bodentier den sicheren Tod. Sind alle Porenkanäle restlos gefüllt und getränkt, ist bald aller Sauerstoff,… Weiterlesen

Ein wenig Frost Ein wenig Frost aus klarer Nacht Hat meinem Teich viel Kunst gebracht. Des Wasser Haut ganz dünn erstarrt Im Eiseskleide kurz verharrt. Vom Schilfesstumpf schießen die Schwerter Im Sonnenlichte noch verklärter. Des Teiches Antlitz glänzt und blinkt, weil schöne Kälte es wohl zwingt. An manchen Pflanzenresten sitzen Glasklare lange Sternenspitzen.

Der Januar, der keiner war Die Sonne scheint, die Winde bürsten Jenseits der Feste ja da dürsten Wir alle schon nach Frühlingstrank Das Wetter hilft da Gott sei dank! So milde schmeichelt heut die Luft Zu warm wird mir die Winterkluft. Kamelien sind blütendrall Da wird die Röte bald zum Knall. Als gestern ich zum Ziele fuhr, da traute ich nicht der Natur. Im Lichte früher Morgenröte War platt gefahren eine Kröte…. Weiterlesen

Snowbells Januarschnee schmilzt zart dahin, lässt Winterkleid erweichen. Im nassen Weiß ganz mittendrin Blüht auf ein Frühlingszeichen. Schneeglöckchen läuten hell im Hauch, der ziellos umher windet. Am dornbewehrten Rosenstrauch Sich letzte Butte findet. Im Winter bleibt manch Glöckchen still. Fern ist das Maiensummen. Die Pflanze dennoch strahlen will – Ganz ohne Majas Brummen.