Immer früher Frühling

Immer früher Frühling

Als der warme Dauerregen mal Pause machte,
die letzte Januarsonne zur Mittagszeit lachte,
da öffneten sich endlich die Winterlingsblüten,
die tagelang verschlossen ihr Geheimnis noch hüteten.
Die Luft war schon seit langem fast unheimlich mild.
Vordrängende Frühlingsblüher bestimmten das Bild.
Schneeglöckchen, Schneeglanz und Krokusse zeigten
erste Blüten. Sie eröffneten winterlos nun den Reigen
der ganzen bunten Frühlingsblumenschar
in einem vom Klima so desorientierten Jahr.
Um prächtige sattgelbe Blüten tanzen gerade beschwingt
einige Zuckmücken, die fröhlich hüpfend zwischen den Lüften sind. Weiterlesen

Metamorphose

Metamorphose

Ein für mich höchst ungewöhnliches Bild –
was hat die Natur hier nur gespielt?
Am Tag zuvor war dieser Ort ganz wasserglatt –
dann fand hier diese Metamorphose statt.
Ich stehe nah an unserem Gartenteich.
Gestern war seine nasse Haut noch superweich.
Der viele Winterregen hat das Gewässer gut gefüllt
Welke Pflanzenreste sind seit Tagen reichlich überspült.
So zeigte der Teich eine makellose Spiegelfläche.
Doch wenn ich heute diesen Ort anspreche,
fehlen mir die Gründe für die raue Transformation.
Der Frost ist schuld, das weiß ich aber schon.
Wasser gefriert wintertags nun mal zu hartem Eis. Weiterlesen

Januarblüten

Januarblüten

Der Januar
ist längst nicht mehr das,
was er früher mal war.
Freute man sich früher
über Frost und Schnee,
ist das, was ich mitten im Winter seh,
fast für diese Zeit viel zu bunt.
Eine zartlila Lenzrose
öffnet gerade ihren Blütenmund.
Andere aus ihrer Verwandtschaft
stehen ebenfalls voll im Saft.
So treffe ich purpurne, violette Blüten,
die mir einen wunderbaren Anblick bieten. Weiterlesen

Morbides Flair

Morbides Flair

Gerade in schneelosen Winterzeiten
da bereiten
einige übertote Gartenreste
überraschende Augenfeste.
Fein skelettierte Pappelblätter
durch gnadenloses, feuchtes Wetter
liegt am Boden – es fällt etwas Licht,
das sich durch poröses Laubwerk bricht.
Nun stehe ich vor einer Blumenrabatte,
die vor Monaten buntestes Leben hatte.
Gebrochene Stängel neben verwirkten Samen
zeigen: Zersetzung kennt kein Erbarmen. Weiterlesen

Eisgekühlt

Eisgekühlt

Eine Vogeltränke aus grauem Granit
ist zugefroren kein großer Hit.
Wasser zu spenden, ist eigentlicher Zweck.
Doch eisgekühlt bleibt die Kundschaft weg.
Ob Hundeschnauze, Vogelschnabel
die Tränke zeigt sich kaum spendabel.
Hier wächst das Eis scharf kreuz und quer-
dafür bleibt mancher Schlund dann leer.
Wem nützt denn solch ein Frostspektakel? –
für Dürstende wird’s zum Debakel.
Wenn Wasser kunstvoll hier erstarrt,
wird Durstlöschjob schon ziemlich hart. Weiterlesen

Eisige Irritationen

Eisige Irritationen

In Zeiten, wo Klimawandel verstört
der Januar fast den Frost entbehrt.
In diesem Winter fehlt noch ein Tag,
wo die Temperatur ganz im Minus lag.
Für Stunden huscht mal etwas Reif,
macht gerade mal den Blattrand steif.
Heut in der Früh kam ein kalter Moment,
ehe die Sonne in der Ferne brennt.
Da fror vom Nieselregen der Rest
auf wasserdichten Flächen fest.
Wo Feuchtes letztlich übrig blieb,
das Eis nun eine Geschichte schrieb.
Die Motorhaube vom Automobil
zeigt Eisgraffiti ziemlich viel.
Das Teil, das Umwelt strapaziert,
war toll geschmückt, so fein verziert. Weiterlesen

Im Schneetau geboren

Im Schneetau geboren

Das bisschen Schnee von gestern taut.
Was dottergelb hervor hier schaut,
sind Winterlinge deren drei –
sehnen den Frühling schon herbei.
Vor Tagen föhnte warm das Wetter.
Aus dem Boden trieben grüne Blätter.
Bad schob sich hoch ein Knospenrund.
Am anderen Tag war es hier bunt.
Frühlingserwachen währte kurz.
Beim nächsten Winterkältesturz
streuten die Wolken Schneekristalle. Weiterlesen

Winterliches Wolkenfeuer

Winterliches Wolkenfeuer

Kurz vor Sonnenuntergang
am 21. des Januar
war viel Wolkenfeuer da:
Cirrusflöckchen am Firmament,
in denen die Abendröte
lichterloh brennt.
Kalt ist Luft,
jeder Hauch aufgebraucht
heißes Licht
am Horizont abtaucht.
Minutenschnell
erlischt alle Feuerbrunst
nutzt Momente
der flüchtigen Darstellerkunst.
Dieses Rampenlicht
zeichnet eine Silhouette.
Strauch- und Baumwerk
werden zur Schattenkette. Weiterlesen

Geknickt

Geknickt

Was mein Auge im Schnee erblickt,
ragt einsam aus dem Teich – total geknickt.
Ich ahne kaum, was es mal war.
Doch spätes Schicksal kommt mir nah.
Stolze Blätter im prallsten Grün
gab es im Mai wohl hier zu sehen.
Doch lang vorbei sind Wonnezeiten –
der Rest so leer von Eitelkeiten.
Im späten Sommer ging es los,
war einstige Stärke nicht mehr groß.
Das Blatt hing schlaff mit gelber Spreite
Bald knickte es einfach zur Seite. Weiterlesen

Einfach nur hängen lassen

Einfach nur hängen lassen

Einfach nur hängen lassen im Wind –
die Blüten der Haselnüsse sind
oft im Januar schon pollenreif.
Doch nun kommt Frost, bringt manchmal Reif.
Da heißt es: erst einmal Pause machen.
Die nächsten milderen Brisen entfachen
erneut millionenfachen Pollenschwarm
beim kleinsten Wechsel von frostig zu warm.
Männliche Haselblüten werden Kätzchen genannt.
Wer das das zuerst machte, bleibt unbekannt. Weiterlesen