Ewig eisfrei

Ewig eisfrei

Januarkälte friert uns ein.
Jetzt nützt nicht mal der Sonnenschein,
um Wasser flüssig zu erhalten
Die ganze Umwelt will erkalten.
Der Teich im Garten spiegelt blank
Die Frösche ruhen gottseidank
im tiefen Schlick am Bodengrund
und bleiben ruhend so gesund.
Das Regenfass erstarrt von Tag zu Tag,
so lang das Eis zu wachsen mag.
Der Wasserhahn, der so oft lief,
ist abgesperrt und inaktiv. Weiterlesen

In der Gosse gelandet

In der Gosse gelandet

In der Gosse gelandet
ist heute Morgen mein Blick.
Ein Rest vom gestrigen Regenstück
bleibt nun eiskalt gefangen
in kristallener, gläserner Pracht
seit letzter Nacht.
Auf einmal ist die Gosse so schön.
Es gibt Verzaubertes zu sehen.
Schwebendes Eis bizarr konstruiert
sich mit Asphaltdekor hier liiert.
Was gestern noch Pfütze war,
erscheint nun recht sonderbar.
Wasser fror zuerst mit Gewalt
schuf Stränge, Schwerter recht bald. Weiterlesen

Nichtsagendes

Nichtsagendes

Wie oft fällt doch mein Blick
auf irgendwelches Flächenstück.
Vielleicht ist es ein Teil vom Weg,
auf den ich meine Sehkraft leg.
Betrachte Schotter, Stein und Sand,
Unkrautiges eher unverwandt.
All, was ich seh, das reizt mich nicht.
Nichts liegt mir vor, was mich anspricht.
Ein Meter Weg, den ich fokussier,
sagt mir rein gar nichts heute hier.
Mein Hirn gähnt voller Langeweile –
drängt innerlich mich bald zur Eile.
Was ganz Besonderes möcht ich erleben.
Ich wünsche mir ein Seelenbeben. Weiterlesen

Nebulöses

Nebulöses

Von Erlenhänden eingefasst
hält sich versteckt der kleine Weiher.
Als leichteste von aller Last
schwebt über ihm ein Nebelschleier –
weich über schwarze Spiegelhaut.
Wo feuchte Dünste flauschig küssen,
solange bis es Wasser taut,
wo Spinnenfäden lange wissen,
wie Tröpfchen hängen perlgesäumt,
da kann Natur verweilen.
Im fahlen Morgenschwaden klebt
manch nachtgekühlter Wassergruß.
Verschlafener Binsen wirkt verträumt.
Beträufelt schwimmt die Wassernuss. Weiterlesen

Schneeglanz & Co

Schneeglanz & Co

Ganz früh im Jahr
oft schon im Januar
erblüht unten am Mauerfuß
der weiße Schneeglanz so zum Gruß,
dass wohl der Frühling bald erscheint.
Die Hyazinthe sich vereint
mit Winterlingen gelber Pracht.
Manch Schneeglöckchen gerade macht
die erste Blüte züchtig auf,
bis dass im weiteren Verlauf
die zarten Glocken alle läuten
und damit überall bedeuten,
dass Winterruhe nicht mehr gilt.
Zu bunt erstrahlt das Gartenbild. Weiterlesen

Faules Ende

Faules Ende

Der Kürbis ist eine Beerenfrucht,
die wirklich seinesgleichen sucht.
Er rankt sich forsch durch seine Welt.
und was ihm besonders gut gefällt,
ist wohl ein Platz ganz in der Sonne
nur unweit von der Regentonne.
Die Pflanze hat enorm Appetit –
Ein Komposthaufen hält sie fit.
Da spreitet sie die rauen Blätter.
Die gelben Blüten kommen später.
Doch was am meisten imposant:
die Früchte, Beeren wohl genannt.
Hunderte Sorten zierlich bis phänomenal
Beim Kürbisfest fällt schwer die Wahl.
Wer ist der schwerste, welcher schmeckt
am besten, wenn man zu Tische deckt.

Ende Januar sind die Kürbisse weg.
Sie erfüllten zuvor so manchen Zweck.
Halloween brachte ihnen lustige Gesichter.
Innen brannten des öfteren Kerzenlichter.
Zu Erntedank waren sie die Stars beim Fest.
Danach der Hype immer mehr nachlässt. Weiterlesen

Eiszauber

p1170877Eiszauber

Mein Blick seit Tagen nur gesenkt –
was dieser Frost mir hat geschenkt,
lässt mich auf Heftigste erstaunen –
unfassbar sind für mich die Launen,
die sich mir draußen eisig zeigen.
Ich muss mich tief dazu verneigen,
um Naturkunstwerke zu studieren,
die ständig ihre Form verlieren.
Zuerst war alles feiner Reif.
Er machte welkes Blattwerk steif.
Verzuckerte die braune Haut,
die so ganz festlich plötzlich schaut.
Dann kam ein Regenband vorbei.
Die Bodenhaut war glitzerfrei.
Spät in der Nacht war es kaum dunkel
bei strahlend hellem Sterngefunkel.
bracht Mondessichel kühles Licht.
Auf Pfützen Eis in Schwertern sticht.
Die Feuchtigkeit Kristalle züchtet.
Wasser erstarrt, bevor es flüchtet. Weiterlesen

Grönland von oben?

P1130551Grönland von oben?

Ich fliege hoch durch kalte Luft –
von Weitem eine Möwe ruft.
Unter mir liegt blankes Eis
schattiert in sich in mattem Weiß.
Ich sehe Spuren weit gezogen.
Die Fährten machen einen Bogen
vorbei an einem großen Leck.
Unsicher ist hier mancher Fleck.
Das Eis scheint vielerorts gebrochen.
Kein Seehund hat sich hier verkrochen.
Auch späh ich lange in die Ferne.
Den Eisbär sähe ich allzu gerne.
Kein Tier lässt sich am Morgen blicken.
Die Uhren hier wohl anders ticken.
Flächen leer, einsamst verwaist.
Ich stehe steif – bald selbst vereist.
Seh ich hier Grönland schräg von oben –
oder hat sich mein Verstand verschoben? Weiterlesen

Gulliauge

P1110985Gulliauge

Die funkelsterneklare Nacht
hat klirrenden Frost vorbei gebracht.
Was gestern Pampe, Schlamm noch war,
ist heut wie Stein unendlich starr.
Die Pfütze, die ich weit umquerte,
zeigt eisbespannt ganz neue Werte.
Der Weidenpfahl durch Zeit gegerbt
hat sich mit Reifkristall bewehrt.
Das frühe Januarmorgenlicht
durch Schornsteinqualm zartrosa bricht.
Die Welt erscheint überall verfremdet,
wenn sich das Wasserschicksal wendet.
Ich will gerade wieder ins Haus gehen,
da bleib ich mitten auf der Straße stehen.
Der Gullideckel
mit vielen Lüftungslöchern bestückt
hat mich auf einmal ein wenig verzückt. Weiterlesen