Eiszeit im Bett

P1130494Eiszeit im Bett

Eiszeit im Bett
ist gar nicht so nett.
Was ist es doch auf mal so kalt –
macht nicht mal vor dem Frosche halt.
Der Schnee von gestern heute kühlt,
was sich zuvor noch warm gefühlt.
Dieses Bett das sah auch heiße Zeiten
mit Froschkonzert voll Lustbarkeiten.
Um das Bett herum war reichlich los –
der Hochzeitswunsch überall so groß.
Die Maienhitze ist längst vorbei.
Im Winter bleibt dies Bett nur frei.
Eiszeit im Bett – wer will die haben?
Der Winter malt nur weiße Farben.
Beschneit steht hier das Bettgestell
So niemand wärmt es allzu schnell.
Wenn irgendwann das Eis dann bricht
und Frühling aus der Sonne spricht,
wird diese Eiseszeit gebrochen. Weiterlesen

Ein wenig Schnee

P1130477Ein wenig Schnee

Ein wenig Schnee
der tut kaum weh.
Die weiße Pracht
segelte sacht
aus dunkler Nacht.
Mit Puderzuckerglitzerstreu
macht er die Welt wie winterneu.
Die Blume gelb noch aufgeblüht
ist plötzlich starr und eisgekühlt.
Dort, wo die Erd noch bodenwarm,
sie erstem Schnee das Dasein nahm.
Dem Mauerstein schon windeskalt
der Schnee füllt ihm den Fugenspalt.
Ein wenig Schnee kann so beglücken –
kann meine Spur in ihn heut drücken.
Ein wenig Schnee so federleicht
fast einem Zauberakt schon gleicht. Weiterlesen

Pusteblumen im Januar

P1130463Pusteblumen im Januar

Pusteblumen im Januar –
ich weiß nicht, wann das schon mal war.
Nicht, dass ich was dagegen hätte.
Aber vor meinem Gedächtnis gilt die Wette:
Löwenzahnblüten mit reifem Silberhaar
gab es noch nie so früh im Jahr.
Mit Verwunderung, fast mit Unbehagen
sehe ich in diesen ersten Jahrestagen,
wie die Natur schon so früh explodiert
und erstes Blühen einfach riskiert.
Zu drei Königen hat das Scharbockskraut
tatsächlich leuchtend gelb ausgeschaut.
Die Osternarzissen sind aus dem Boden geschossen
Ihre Knospen bleiben noch vorerst verschlossen.
Dafür leuchten die Geranien lilarot
fernab von jeglichem Kältetod.
Der Schneeglanz blüht sonst Karneval.
Jetzt steigt täglich die Blütenzahl. Weiterlesen

Überflüssig

P1130411Überflüssig

Überflüssig erscheint der warme Januarregen.
Seit Tagen Wolkenfetzen über das Land her fegen
Regenrinnen die Fluten oft nicht mehr schlürfen.
Unzählige Tropfen nicht mehr in das Erdreich dürfen.
Der Ackerboden mag gar kein Wasser mehr trinken
Mit jedem Schritt beginne ich, tiefer im Schlamm zu versinken.
Im Boden herrscht überall große Überschwemmungsnot
Überflüssiges Wasser bringt manchem Bodentier den sicheren Tod.
Sind alle Porenkanäle restlos gefüllt und getränkt,
ist bald aller Sauerstoff, jede Luftblase verschenkt.
Wer aus kalten Bodenwassersein O2- Bedarf bezieht,
so vor dem Erstickungstode entflieht.

Auch Mohrrüben gibt es auf diesem Felde im Überfluss.
Die Erntemaschine war wohl nicht richtig in Schuss.
Der Regen hat die Rüben seit Wochen fein sauber gewaschen.
Doch keiner will dieses Gemüse essen – nicht einmal naschen.
So liegen diese leckeren bunten Erntegaben
Überflüssig herum – denn niemand möchte sie haben.

Überflüssig wird, wenn es weiter vom Himmel schüttet, der kleine Bach.
Im Sommer fließt er als Rinnsal – seine Wassertiefe handflach. Weiterlesen

Der Januar, der keiner war

MoosjanuarDer Januar, der keiner war

Die Sonne scheint, die Winde bürsten
Jenseits der Feste ja da dürsten
Wir alle schon nach Frühlingstrank
Das Wetter hilft da Gott sei dank!
So milde schmeichelt heut die Luft
Zu warm wird mir die Winterkluft.
Kamelien sind blütendrall
Da wird die Röte bald zum Knall.
Als gestern ich zum Ziele fuhr,
da traute ich nicht der Natur.
Im Lichte früher Morgenröte
War platt gefahren eine Kröte.
So früh sah ich sie nie im Jahr
Es war der sechste Januar.
Der Klimawandel spielt verrückt –
Der Winterabend ganz vermückt. Weiterlesen

Snowbells

SchneeglöckchenSnowbells

Januarschnee schmilzt zart dahin,
lässt Winterkleid erweichen.
Im nassen Weiß ganz mittendrin
Blüht auf ein Frühlingszeichen.
Schneeglöckchen läuten hell im Hauch,
der ziellos umher windet.
Am dornbewehrten Rosenstrauch
Sich letzte Butte findet.
Im Winter bleibt manch Glöckchen still.
Fern ist das Maiensummen.
Die Pflanze dennoch strahlen will –
Ganz ohne Majas Brummen. Weiterlesen

Der letzte Januar

EispfützeDer letzte Januar

Die Sonne muntert mich zum Laufen.
Die Luft atmet so kühl und rein.
Am Schuhwerk zieh ich fest die Schlaufen.
Mein Hund will mein Begleiter sein.
Die Nacht war völlig sternenklar
brachte uns Frost und etwas Reif.
Und das am letzten Januar
Manch Wegesspuren froren steif.
Ich traf auf hübsches Pfützeneis.
Das schmolz schon leicht am Rand.
Es zeigte Zähne blendend weiß
Fast wie im Märchenland.
Im Schattenreich verblieb es kalt.
Dort traf ich Winterzeichen.
Doch wo die Sonne gütig strahlt,
stellt Frühling seine Weichen. Weiterlesen

Baumschlaf

BuchenkroneBaumschlaf

Die Buche präsentiert sich nackt
Denn jedes ihrer Blätter
Ist letztlich bodenwärts gesackt
Im herbstwindigen Wetter.
Nun seh ich Corpus, Stamm und Ast
Von Zweigen all die Enden.
Der Baum ist frei ohn jede Last.
Die Sonne kann mich blenden.
Wo sonst ein grünes Blättermeer
im Lenz beginnt zu rauschen,
da ist die Krone kahl und leer
Gibt wenig uns zu lauschen.
Die Buche steht, als wär sie tot. Weiterlesen

Auf dem Schlauch…

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Auf dem Schlauch….

Es war der vorletzte Januar,
Als dies geschah:
Bei einem Gang mit dem Hund
Wurde es bunt.
Mitten auf dem alten Weg
Wuchs ein junger Beleg
Wohl aus dem Reich der Pilze
als gelbliches Gesülze.
Ich stand auf dem Schlauch –
Doch es sagte mir mein Bauch:
Der Pilz gehört wohl auch
Zu denen, die wie ein Schlauch
Einfache Körper bilden – Weiterlesen