Ins Gras gebissen

P1130936Ins Gras gebissen

Ins Gras gebissen
habe ich bisher eher selten ,
weil für mich die Herbivorenregeln
eben nicht gelten.

Ins Gras gebissen, ein Hälmchen gekaut
und etwas von dem süßen Zucker darin verdaut,
das habe ich als Kind häufiger gemacht
und vor Vergnügen gelacht.

Ins Gras gebissen haben auf der Wiese nebenan
all die Kühe fast von Anfang an.
Wenn sie im Sommer auf der grünen Weide grasen,
kommen auch noch Kaninchen und Hasen.
Ein scheues Reh
ich manchmal seh.

Ins Gras gebissen hat auch eine Ameise
bei ihrer unentwegten Reise.
Sie erreichte am Halm die Spitzenposition.
Da kam auch der Biss schon.

Ins Gras gebissen
Das macht gelegentlich auch unser Hund.
Und das hat einen triftigen Grund. Weiterlesen

Königskerzen

KönigskerzeKönigskerzen

Sie stehen gern am Rande
in sonnig warmen Lande –
überragen alles weit und breit.
Juli ist Königskerzenzeit.
Zuerst wollweiche Blätter voller Flaum
So bedecken sie rosettig Lebensraum.
Im ersten Jahr sind sie Bodendecker
Dann im zweiten werden sie sichtlich kecker.
Ihr Blütenstand schießt in den Himmel
Wie sagt doch Johannes Mario Simmel:
„Man lebt nur zweimal“
Die Königkerzenblütenzahl
sie geht an die tausend
und da sitzen täglich schmausend:
Hummeln, Bienen, Käfer und Fliegen,
damit sie leckeren Pollen kriegen.
Nektar gibt es kaum im Überfluss
Blütenstaub heißt hier der Genuss.
Im flauschig gelben Sommerkleid
entsteht nur selten Futterneid. Weiterlesen

Samenreife

MöhrensamenSamenreife

Der Sommer den Zenit erreicht
An Bäumen erstes Laub erbleicht.
Das Blütenmeer der letzten Tage
Es schwächelt sehr – ganz außer Frage.
Das Rosenrot löst sich vom Stiel,
Was übrig bleibt, ist nicht mehr viel.
Das einst so tolle Blütenkleid
Zerfällt in Überflüssigkeit.
Wo vorher Pollen wurd genossen,
der Nektar reichlich ist geflossen,
da wächst die Frucht am Narbengrund
und reift heran von Stund zu Stund.
Nun steh ich vor der Wilden Möhre,
die ich besonders hoch verehre,
weil sie mir so viel Leben schenkte –
Die Kreatur reich zu mir lenkte.
Die Ränder von dem Blütenteller
Sie wachsen nun ein wenig schneller. Weiterlesen

Calendula

Ringelblume2Calendula

Vom wärmsten Gelb
Zum leuchtendsten Orange
Reicht die Farbentranche
Ziemlich gute Freunde
Sind im Gartenbeet
Die freundlichen Ringelblumen
Im frühen Sommer und im Herbst noch spät –
Sie hatten sich selber ausgesät –
Strahlen ihre Blütengesichter
In einfarbig schlichtem
Und doch so dichtem
Üppigen Couleur
Petite fleur.
Auch als Studentenblume bekannt –
Diese hatten sie gern zur Hand,
Um der Liebsten zu imponieren – Weiterlesen

Interferenzen

Wellenspiel 1Interferenzen

Ich starre auf ein Tropfenspiel
seh wenig erst und dann so viel.
Da wird die alte Regentonne
Zum Wellenort mit hoher Wonne.
So wie die Tropfen haltlos fallen,
beginnen Kreise aufzuwallen.
Wo Wellen sich dabei berühren,
Gemeinsamkeiten dann verspüren,
Bilden sie dort Interferenzen
Können gebrochen sich ergänzen. Weiterlesen

Hortensia

Hortensie 2Hortensia

Sie gehört einfach zum Garten.
Ihre Knospen können
den Frühling kaum abwarten.
Doch müssen sie sich vor Spätfrösten
Ganz enorm hüten.
Sonst sterben die Blüten
Schon früh im März –
Tief im Knospenherz.
Der letzte Winter war kläglich und schwach
Kaum Schnee drückte das Dach.
Auch Väterchen Frost
Brachte kaum eisige Kost.
Der Frühling voreilig und viel zu früh
Der lockte sie:
Unsere Hortensien trieben schnell ins Blatt,
In den Zweigesspitzen
Blütenknospen satt. Weiterlesen

Sommertagstraum

SommerblumenEin Sommertagstraum

Nelken, Mohn mit Margeritte
Glockenblume, Augentrost
Sonnenhut neben der Wicke
Und am Rande Wasserdost –
Ringelblume, Wilde Möhre
Rittersporn bei Tausendschön
Und im Bunten hör ich Chöre
Von Gesumme und Gedröhn.
Leichter Hauch weht durch die Blüten
Fein Arom verströmt die Luft.
Aus den purpurn Fingerhüten
Lockt verführerisch der Duft.
Leichtgewichte schwebend fliegen
Warten auf den Blütensaft. Weiterlesen

Heufig

heuHeufig

Der zweite Schnitt hat alle Gräser flach gelegt.
In Julisonne bleicht nun grünes Weidelblatt.
Warmweicher Wind zärtlich am Wiesenboden fegt,
Bis Cumaringewürz in Nasen sich gefangen hat.
Der Duft von Heu das ist der Sommeratem pur.
Gefühle tanzen wild in Schweiß und Blut.
Für Landwirte bleibt dieses immer Ernte nur.
Wenn Sonne mit Wind gepaart – wird alles gut!
Das Wiesengras stand gerade voll in Blüte,
Da schnitt ein Kreiselmäher tief am Stiele ab.
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Traubenkirschengespinstmottenimaginalschlupfterminbestätigung

TraubenkirschenTraubenkirschengespinstmottenimaginalschlupfterminbestätigung

Vor Wochen haben sie begonnen,
Die Traubenkirschen kahl zu fressen.
Dann haben sie alles umsponnen –
Nicht einen Ast dabei vergessen.
Bald glänzte hell die Silberhaut,
Bis Raupenheer schlief in den Puppen.
Doch wer zu wenig hat verdaut,
erwacht wohl kaum mit frischen Schuppen.
Sechs Wochen sind ins Land verstrichen,
da kehr ich an den Ort zurück,
Das Raupenbild ist längst gewichen:
Der Silberbaum ist grün zum Glück.
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Julifarben

SommerblumenJulifarben

Wie herrlich bunt blickt Nachbars Garten.
Der Sommer will nicht länger warten.
Er mischt beschwingt die Farbpalette:
Denn blühen will es um die Wette.
Heut lachen mir verzückte Sterne
Pastell gefärbt – das hab ich gerne.
Direkt daneben schön violett
Schmückt Thymian den Sommer nett.
Überall in üppigster Pracht
Uns manche Ros entgegen lacht.
Der Rittersporn mit stolzem Gesicht
Erfüllt mit Blau das Mittagslicht.
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