Hochzeitsfoto

Hochzeitsfoto

Zwei Wochen ist es in etwa her-
seitdem ist der Froschfrauenbauch eierleer.
Der Froschmann hat den heißen Junitag gefühlvoll genossen.
Zu Paarung hat er sein ganzes „Pulver“ dann aber verschossen.
Der Hochzeitstag war laut –
nicht nur dieses Paar hat gefreit.
Im ganzen Gartenteich hörte man bis zur Abendzeit
inbrünstiges Gequake aus so vielen Kehlen.
Ich konnte die Bräutigame kaum noch zählen.
Von diesen beiden habe ich ein Hochzeitsfoto gemacht.
Das Paar hat leider nicht freundlich gelacht. Weiterlesen

Schlangensonnenbad

Schlangensonnenbad

Wann habe ich eigentlich
die letzte Schlange gesehen?
Da muss ich schon weit
zurück in Erinnerungen gehen.
Waren es zehn oder zwanzig Jahre –
da hatte ich kaum graue Haare –
als ich an einem so warmen Sommertag
mit meinen Augen vor einer Otter
oder doch einer Natter lag.
Meine Begegnungen mit Schlangen
sind alle viele Jahre zurückgegangen.
In den heimatlichen Naturkulissen,
dass sollte ich inzwischen wissen,
kommen die beinlosen Tiere eher selten vor. Weiterlesen

Warten auf den Rambler

Warten auf den Rambler

Bobbie James so hieß ein besonderer Rosenstrauch,
in dessen Lebenslauf ich heute tauch.
Es mögen so etwa zehn Jahre her sein,
da kam diese Pflanze in unseren Garten herein.
Mit voller Absicht war diese Rose gewählt,
weil sie sich weniger beim Hochklettern quält.
Prophezeit waren Höhen von zehn Metern gut,
die dieser Rambler richtig gern klettern tut.
Die ersten Jahre schob Bobbie James viele lange Triebe –
doch zum Klettern fehlten die Kraft und die Liebe.
Zwei Meter hat die Pflanze mit Mühe geschafft.
Dann endete der Schwung verließ sie die Kraft. Weiterlesen

Das grüne Männchen

Das grüne Männchen

Das grüne Männchen – ein Fabelwesen –
ist da nicht irgendein Märchen gewesen?
Im Sciencefictionfilm war da nicht eine Gestalt
so ganz vegetationell entsprungen dem Wald?
Grüne Männchen kenne ich sonst nur von Ampeln her.
Da regeln sie fleißig die Phasen des Verkehrs.
Doch heute traf ich das grüne Männchen in Person.
Ich hatte es fast übersehen in seinem moosfarbenen Ton.
Es hockte an einem Baum wie eine versteinerte Figur,
bis plötzlich eine Bewegung dem Körper entfuhr. Weiterlesen

Ins Natürliche verwildert

Ins Natürliche verwildert

Vor Jahren stand im Garten hier
eine edle Rose von höchster Zucht.
In Blütentracht war sie voller Zier
von vielen Augen gern besucht.
Ihr Edelreis erkrankte dann.
Es trocknete bald Ast um Ast.
Ziemlich tot erschien sie irgendwann.
Vom Holze löste sich schon Bast.

Ich wollte sie eigentlich entfernen.
Da sah ich tief unten einen Trieb.
So sollte ich wohl wieder lernen,
dass die Natur hier anders schrieb. Weiterlesen

Wenn das Hechtkraut blüht

Wenn das Hechtkraut blüht

Wenn das Hechtkraut blüht,
im Gartensommer Herbstliches heranzieht.
Am Teich schwindet die Zahl der Seerosensonnen
Jeden Tag werden immer mehr Netze gesponnen.
Von den Bäumen fällt jetzt schon das erste Laub
Bienen finden immer weniger Blütenstaub.
Johannisbeeren funkeln seit Tagen rot.
Der Amselmagen kennt daher keinerlei Not.
Die Vögel mögen kaum noch Kirschen fressen.
Diese bleiben am Baum fast wie vergessen.
Das tägliche Froschkonzert wird öfter abgesagt.
Das Hochzeitsquaken scheint nicht mehr gefragt.
Den Schnecken ging es mal wochenlang schlecht.
Mit verschwundenem Regen kamen sie nicht zurecht.
Äpfel und Birnen wachsen nun täglich prächtig
Der Junifall war dieses Jahr ziemlich mächtig.
Unzählige Früchte landeten unreif auf der Erde,
damit sinkt die Last und es weicht so die Schwere.
In den Bäumen hängt leider noch immer viel zu viel.
Die traumhafte Blüte führte allzu oft an das Ziel.
Der Sommer ist gerade angefangen – der Juni er endet.
Im Garten sich vieles zum Herbst hin zuwendet.
Ich geh Kirschkerne fegen – der Weg ist versaut.
Nicht einmal die Hälfte vom Fruchtfleisch wurd verdaut.
Danach Klaräpfel sammeln, die die Made besucht.
Bei manch tiefem Bücken hab ich schon geflucht.

Doch wenn ich noch einmal das Hechtkraut betrachte
und nicht penibel auf die Pflanzenanatomie achte,
dann erscheinen mir die Blüten fast wie Orchideen,
die leuchtend am Uferrand so prächtig dort stehen.