Gerhard Laukötter's Blog

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Ein Sommernachtstraum Heute liegt ein Sommernachtstraum am späten Abend weit im Raum. Der Tag, an dem der Regen kam, blieb abgekühlt noch wohlig warm. Der Boden nahm die Feuchte gern. Die letzten Tropfen waren so fern. Nun steigt der Nebel aus den Weiden Die Kühe sich mit Schwaden kleiden. Nachtfalter sind gerade aufgewacht. Es liegt Besonders in der Nacht. Aus Gerstenfeld im letzten Licht ein wunderbares Gold erbricht. Über dem Ährenmeer schwebt… Weiterlesen

Die Zikade Der Zikade schmerzte heftig die rechte Wade. Vom vielen Springen da fingen die Muskeln schrill an zu singen. Das war echt schade für die Zikade. Herumspringen war sonst ihr Ding denn daran hing der Faden zum Glück. Doch schnell zurück zur schlimmen Wade Keine Gnade kannte der Befund aus orthopädischem Mund. Sechs Ruhewochen – obwohl nichts gebrochen – braucht schon ein Faserriss solange bis, die Wade rehabilitiert, ein erster Sprung… Weiterlesen

Junileuchten Der komische Käfermann kennt genau den Zeitpunkt für die Schau nach einer Frau – jetzt, wo die Nächte lau. Abends um zehn muss noch viel Zeit vergehen. Erst gegen Mitternacht, wenn die Dunkelheit wacht, zünden die Käfer ihr Licht – das nach Sekunden wieder zerbricht. In warmer Juninacht wird ein Spektakel angefacht. Immer mehr Fackeln kreisen an Säumen, Rändern und Schneisen. Sie knipsen nur kurz ihre Lampe an beleuchten im Fluge… Weiterlesen

Balkenschröter Nur mal eben zugegeben: mit Balkenschrötern habe ich – nicht wunderlich – eher sehr selten zu tun aber nun – wo ich auf ihn gestoßen bin, macht es Sinn, ihn zu respektieren auf ihn zu reagieren. Dass ich ihn sofort erkannte, seinen Namen nannte, liegt an der Studienzeit, die eine Ewigkeit zurückliegt Manche Erinnerung fliegt ins Gedächtnis zurück Finderglück. Beim Aufräumen vom toten Holz von Bäumen saß das schwarze Tier im… Weiterlesen

Pfingstrosenglück Verinnerlichte Schönheit zu beschreiben und dabei in Worten zu bleiben, fällt bisweilen recht schwer: denn das Anmutige ist des Geschriebenen mehr. Zu Pfingsten stehe ich vor einem kleinen Beet, in dem die Päonie seit Jahren nun steht. Je länger sie an dieser Stelle wohnt, die Pfingstrose es mit Blütenreichtum belohnt. Eher enttäuscht war ich noch vor einigen Jahren, wenn da zwischen dem Blattwerk nur einzelne Knospen waren, die sich bald als… Weiterlesen

Schnabulieren Seit drei Jahren kommen sie wieder mit schwarzweißem Gefieder – ihre hohen Stelzen wie der Schnabel in rot ein Anblick, der sich nur kurze Zeit bot. Kaum hatte der Bauer die Wiese gemäht, das Schnittgut mit dem Kreisel locker verweht da landeten drei Adebare im frischen Gras. Sie kamen nicht nur so zum Spaß. Die Störche wissen scheinbar genau, ist der Himmel ein paar Tage himmlisch blau, dann hofft der Landwirt… Weiterlesen

Kratzdisteln Unsere Schafe machen einen großen Bogen herum. Denn sie sind im Fressen wirklich nicht dumm. Kaum lässt eine Kratzdistel ihre ersten Blätter sehen, ist es um jede nahe Freundschaft auf Dauer geschehen. Mit spitzen Dornen gänzlich böse übersät wird jedes Blatt zum perfiden Abwehrgerät. Sollte ein Wiederkäuer hier gerade fressen, wird er die schmerzhaften Wunden niemals vergessen. Die fiesen Dornen stechen und schneiden alle die, die hier so ahnungslos weiden. Was… Weiterlesen

Im Schneckentempo Zwei Weinbergschnecken zeigen mir, wie Tempo schleicht gerade hier. Fast jedes Foto macht sich scharf bei solchem Schnelligkeitsbedarf. Die Schalentiere schleimen sanft sind an der Sohle kaum verkrampft. Ganz lautlos ohne jeden Schritt hält Langsamkeit und Ruhe fit. Die Fühler sind weit vorgestreckt, damit die Schnecke früh entdeckt, was ihrem Weg sich quergestellt so hat sie alle Zeit der Welt, auf nichts zu spät zu reagieren, um Gelassenheit so zu… Weiterlesen

Orchideenversammlung Ich hatte diese Insel früher schon gebucht – den Tulpen- und Lilienfrühling dort gesucht. Amsterdam lag dabei gar nicht so fern Doch auf dem Texel-Eiland da war ich gern. In diesem Jahr reiste ich später dorthin. Soeben von dem Juni war der Anbeginn. Die Osterblüher standen welk, im Lichte tot – die großen Felder ohne jedes Gelb und Rot. Dieses Mal sah ich ganz andere Pflanzen. Die Neugierde groß, ließ die… Weiterlesen

Im Fenster vom Ufer Ein kleines Uferfenster nicht einen Meter groß was ich darin erblicke, das ist schon fast famos. Ein Grashalm lautlos zittert. Die Samen sind bald frei. Ein Seggenblatt zerknittert daneben klingensteif schießen die Irisblätter gehörig aus dem Sumpf. Fettglänzende Samenleiber sind prall und gänzlich stumpf. Die Lotuslippenblüten verstreuen ihr Buttergelb. Auch ihnen reifen Tüten, die Zukunft für sie hält. Das Mädesüß ist aufgestiegen. Noch knospen Blüten rund. Drei Tage… Weiterlesen