Gerhard Laukötter's Blog

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Leinkraut Spät im Sommer, im Herbst aber früh treffe ich Löwenmäulchen – ich kenne sie schon aus den ersten Kinderjahren. Von diesen Blüten ja da waren schnell kleine Sträußchen zusammen gepflückt. Schon war die Mutter wieder etwas beglückt. Überall an Wegrändern standen sie oft dicht gedrängt, aus steinigem Schutt heraus gezwängt, suchten die Blumen gern das wärmste Licht. Schattiges Dasein das mochten sie nicht. Gestern fand ich auf einiger sonnigen Brache dieses… Weiterlesen

Uralt Verdörrtes Im Küchenkeller gut versteckt ziemlich spinnwebenstaubverdreckt da stand ein Glas, das war randvoll und Trockenobst wohl speichern soll. Es waren Äpfel, die vor Jahren als Scheibchen heiße Luft erfahren. Trocken verdörrt wurden Apfelsorten, die lecker waren auf Sonntagstorten, die gelagert zahlreich kühl in Kisten im Winter kaum Geschmack vermissten. Ein Teil vom Boskoop, Gravensteiner wurde getrocknet klein und kleiner. Am Ende blieben dünne Scheiben, die runzlig dann in Gläsern bleiben.

In den Teich gesetzt Sag mir, wo die Teiche sind? Wo sind sie geblieben? Früher spielte ich als Kind dort mit alten Sieben. Sag mir, wo die Tümpel sind? Wo sind sie geblieben? Wenn ich heut die Stellen find, sind Häuser drauf geschrieben. Sag mir, wo die Weiher sind? Wo sind sie geblieben? Grast seitdem so manches Rind auf drainierten Wiesen.

Briefmarkenmelancholie Es war das Jahr des Wunders von Bern. Ich erinnere mich an das Jahr noch gern. Nicht wegen des Fußballs sondern wegen meiner Tante Hety; denn gerade sie schenkte mir zu meinem Schulbeginn ein Briefmarkenalbum – wohl mit dem Sinn, diese zu sammeln und zu vermehren. Nach immer den Neuen zu begehren. Eine Lupe, eine Pinzette gehörten dazu. Jetzt ließen mich die Marken nicht mehr in Ruh. Von jedem Brief, jeder… Weiterlesen

Die Kuhle Meine erste Umweltschule war beim Opa eine Kuhle. So als Dötz von zehn, elf Jahren konnte ich dort viel erfahren. Vor dem Hof fast an der Straße lag dies kleine Wasserloch. Ziemlich winzig waren die Maße. Doch zum Tümpeln reicht es noch. Mit dem Sieb als kleinem Kescher wühlte ich im braunen Sud. Wurde bald zum Faulschlammwäscher alt Versenktes fand ich gut. In dem breiigen Gerümpel zappelte ein buntes Tier… Weiterlesen

Späte Blüte Von manchen Dingen wird es mir wohl immer gelingen, ihre Herkunft aufzudecken: denn sehr tief stecken die Eindrücke davon, wie alles begann. Deshalb weiß ich auch und kann von einem Kaktus hier berichten in langen seltsamen Geschichten. Ich war zwölf oder dreizehn Jahre alt. Es war Mai und Muttertag halt. Meiner Mutter standen Blumen immer sehr nah. Da ich damals noch ein dankbarer Sohn war, wollte ich ihr etwas gern… Weiterlesen

Haubenlerchen Eigentlich war es ein Stück Unland. Denn niemand zur Zeit wohl fand eine Nutzung für dieses karge Erdenstück. Nicht nur ein Vogel fand hier sein Glück. Weit nach Südeuropa musste ich reisen, um solch eine Brache ehrlich zu preisen. Stand an diesem Ort irgendwann ein Haus? Wann kamen die Planierraupen heraus? Wurde alles dem Erdboden gleich gemacht – damit die Natur wieder kommt und langsam lacht? Spärlich sprießt etwas an Vegetation…. Weiterlesen

Was wird da draus? Es war wohl bei einem Spaziergang. Im letzten Urlaub damals zwang mich irgendein geartetes Gefühl etwas mitzunehmen – gar nicht viel. Am Boden lag ein klobiger Samen – gerade dort, wo wir vorbei kamen. Ich hob ihn auf, schaute ihn mir an. Unser gemeinsamer Weg auf einmal begann. Rätselhaft blieb mir dieser Fund Meiner Neugierde hatte jeden Grund, das Geheimnis, was darinnen steckt, zu lüften, bis es ganz… Weiterlesen

Salamanderende Welch eine Hiobsbotschaft unser Feuersalamander schafft es vielleicht nicht mehr – und das ist einfach nicht fair – in unseren feuchten Buchenwäldern zu bleiben; denn ferne Viruserreger treiben ihn in den sicheren Tod Nichts ist mehr im Lot – seit Krankheiten weltweit verreisen, die Artenuntergang tödlich verheißen. Dabei lebt er so gern an den Quellen Im Wald an den saubersten Stellen, wo das Wasser oft tröpfelnd nur rinnt, treffe ich Salamandermutter… Weiterlesen

Der alte Roller Der greise Roller könnte mein Alter haben. Vielleicht ist er mir sogar um Jahre voraus. Sein Äußeres schminkt viele kleine Narben. Leicht angelehnt am Zaun steht er neben dem Haus. Der Roller kannte sicher gute, alte Zeiten Da drehten beide Räder wohl so richtig rund. Er durfte Kindheiten jahrzehntelang begleiten Die Straßen damals autoleer – nicht nur zur Mittagsstund. Was könnte dieser Roller uns Vergangenes berichten – als er… Weiterlesen