Gerhard Laukötter's Blog

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Heurig Bald liegt was in der Luft: ein ganz besonderer Duft. Eine abgemähte Wiese gerade so wie diese ist nicht die Naturidylle pur sondern nur, das Ergebnis von Mensch und Gerät wenn es darum geht Heu zu ernten. Das hat nicht im Entferntesten zu tun mit Ökologie nirgendwie. Und doch bin ich an dieser Stelle an der Quelle von einem herrlichen Duft, der aus der Kindheit ruft.

Kanarien-Vogel Am Roque de los Muchachos in luftigster Höhe segelt herbei eine stattliche Krähe. Sie isst gar nicht scheu von Touristen das Brot beäugt ziemlich gründlich, was der Rucksack sonst bot. Als Kolkrabe auf den Kanaren ist der Vogel recht rar. Ein paar hundert Tiere sind gerade noch da. Verteilt auf sieben Inseln gut 300 Stück – da braucht man zum Überleben schon mehr als nur Glück. Die klugen Gesellen betteln geschickt…. Weiterlesen

Himmellos Kaum ein Tag – schwer oder leicht – der verstreicht, ohne zum Himmel aufzublicken. Manchmal da verstricken sich Gedanken zu illusionären Ranken. Schöne und grausame Wolken ziehen vorbei – dann räumt sich alles frei. Was macht den Himmel so blau? Sicher weiß das jemand genau. In der Nacht bestaune ich das Firmament. Ein Sternenmeer uraltes Licht verbrennt. Hier erlebe ich endlose Weiten, die meinem Verstehen Grenzen bereiten. Gibt es einen Anfang… Weiterlesen

Lauter Tomaten Früher oder später wurden alle Tomaten rot. Es war zunächst ein überschaubares Angebot. Unreife erröteten später auf Fensterbänken- hatte man zu viele, konnte man sie verschenken. Im Garten suchte man einen recht sonnigen Ort hütete und pflegte sie als wäre es Gartensport. Wer hat die ersten, meisten und größten? Tomaten Wettkampfstimmung auslösten. Seit einiger Zeit erleben unsere Tomaten eine Vielzahl an ganz neuen Saaten. Sie sind gelb, schwarz oder dunkel… Weiterlesen

Boviste Ein Kartoffelbovist ist das wissen wir weder Pflanze noch Tier. Machen wir es mit der Namenserklärung kurz. Bovist heißt frühneuhochdeutsch: Füchsinnenfurz. Ist der Pilz reif voller Sporen, kracht es beim Platzen um die Ohren in etwa so wie bei einer Gaseruption mit verräterischen Ton. Die alte Frau Fuchs musste herhalten für den Vergleich mit den Darmwindgewalten. Jetzt sieht man wieder Boviste schießen warzige Kugeln sprießen zu einer Knolle im Kartoffellook. Platzt… Weiterlesen

Herumstochern Zwei Säbelschnäbler stochern tief – denn ihr Instinkt sie dazu rief, dass in dem Schlamm vorm Aug versteckt bald Nahrung wird darin entdeckt. So stößt der Schnabel krumm gebogen – das Wasserbild bricht weiche Wogen – bis endlich Wurm ist aufgespürt – was gleich zu weiterem Stochern führt. Warum ist nur der Schnabel krumm? Ich bin dafür heut viel zu dumm. Eine Antwort weiß die Evolution. Nur einfach krumm, das wär… Weiterlesen

Vom Winde verweht Wie oft habe ich mich sommertags gebückt und eine reife Pusteblume mir gepflückt. Dabei halte ich meine Atemluft zurück. Sonst geschieht zu früh ein kleines Missgeschick. Ich schau auf einen zarten Samenkugelball – Haarschirmchen aufgestellt in großer Zahl. Am Blütengrund stecken Nüsschen widerhakenbewehrt – was am Boden ihr Herumtreiben doch sehr erschwert. Doch nun erwartet der Löwenzahn den frischen Wind. Den bringt nicht selten auch ein kleines Kind. Das… Weiterlesen

Mein erster Ball – vor 60 Jahren Damals musste ich noch streng katholisch sein. Die Erstkommunion besaß fast einen Heiligenschein. Als kleiner Knirps fieberte ich hin zu diesem Tag – Ungeheures, Aufregendes in der Maienluft lag. Die kirchliche Prozedur war sorgfältigst einstudiert Der tiefblaue Anzug saß gut, am Revers war Schmuck drapiert. Nach eineinhalb Stunden gab es den befreienden Segen. Es ging schnell nach Hause – der vielen Gäste wegen. Eine Kochfrau… Weiterlesen

Alteingeweckt In unserem Küchenkeller geht manche Zeit kaum schneller. Im Jahrzehntestaub ruht dort der Wein – wird oft wohl kaum noch trinkbar sein. Vielleicht macht uralt ein Bordeaux die Geschmacksknospen im Mund noch froh. Mit dem Wein spiel ich hier Lotterie: denn die Prognose stimmt fast nie. Manch Tropfen wird so hoch verehrt, dass er die Erben später stört. Eine zweite Küchenantiquität im Wandregal vereinsamt steht. In alten Gläsern erspäh ich braune… Weiterlesen

Losing my religion Als wehrloses Kind legte man mir allzu früh den lieben Gott ins unreife Hirn. Schablonenhaft wurde um mich herum gebetet insbesondere zur guten Nacht dann gab es meist noch ein Kreuzzeichen auf die Stirn. In der Volkschule regierte Religion als ein ernstes Unterrichtsfach. Schlechte Noten in der Glaubenslehre brachten unweigerlich Ungemach. Als Höhepunkt der frühen Jugendzeit galt der Empfang der heiligen Kommunion – gleichzeitig ein pompöses Familienfest: religiöser Gehorsam… Weiterlesen