Immer früher Frühling

Immer früher Frühling

Als der warme Dauerregen mal Pause machte,
die letzte Januarsonne zur Mittagszeit lachte,
da öffneten sich endlich die Winterlingsblüten,
die tagelang verschlossen ihr Geheimnis noch hüteten.
Die Luft war schon seit langem fast unheimlich mild.
Vordrängende Frühlingsblüher bestimmten das Bild.
Schneeglöckchen, Schneeglanz und Krokusse zeigten
erste Blüten. Sie eröffneten winterlos nun den Reigen
der ganzen bunten Frühlingsblumenschar
in einem vom Klima so desorientierten Jahr.
Um prächtige sattgelbe Blüten tanzen gerade beschwingt
einige Zuckmücken, die fröhlich hüpfend zwischen den Lüften sind. Weiterlesen

Januarblüten

Januarblüten

Der Januar
ist längst nicht mehr das,
was er früher mal war.
Freute man sich früher
über Frost und Schnee,
ist das, was ich mitten im Winter seh,
fast für diese Zeit viel zu bunt.
Eine zartlila Lenzrose
öffnet gerade ihren Blütenmund.
Andere aus ihrer Verwandtschaft
stehen ebenfalls voll im Saft.
So treffe ich purpurne, violette Blüten,
die mir einen wunderbaren Anblick bieten. Weiterlesen

Eisige Irritationen

Eisige Irritationen

In Zeiten, wo Klimawandel verstört
der Januar fast den Frost entbehrt.
In diesem Winter fehlt noch ein Tag,
wo die Temperatur ganz im Minus lag.
Für Stunden huscht mal etwas Reif,
macht gerade mal den Blattrand steif.
Heut in der Früh kam ein kalter Moment,
ehe die Sonne in der Ferne brennt.
Da fror vom Nieselregen der Rest
auf wasserdichten Flächen fest.
Wo Feuchtes letztlich übrig blieb,
das Eis nun eine Geschichte schrieb.
Die Motorhaube vom Automobil
zeigt Eisgraffiti ziemlich viel.
Das Teil, das Umwelt strapaziert,
war toll geschmückt, so fein verziert. Weiterlesen

Da war einmal…

Da war einmal…

Da war einmal ein Paradies,
das durch den Menschen Erde hieß.
Vom Meeresgrund zur Bergeshöhe
gab es Getier – sogar Gletscherflöhe.
Wo Boden war -nicht eiseskalt -,
da wuchs schon bald viel Regenwald.
In einer kleinen Ewigkeit
entstand großartig Vielfältigkeit
an Wesen auf diesem Planet,
dass man in Staunen nur vergeht.
Das kleine Stück vom Meeresgrund
erlebte manch ungetrübte Stund.
Schnecken und Muscheln aufgehäuft
zeigen, wie damals Leben läuft.
Millionen Jahre sind sie schon tot.
Doch was sich damals ihnen bot,
war heile Welt – noch menschenlos.
Was dann geschah- ist beispiellos. Weiterlesen

Ohne Foto

Ohne Bild

In vielen Geschichten, Berichten, Gedichten
wollte ich bisher niemals auf Bilder verzichten.
Neben all den geschriebenen Worten
konnte ich auch immer den Blick verorten.
Worte und Gedanken sind – wie gesagt – frei.
Bilder bringen immer Realitäten herbei.
Heute beschreibe Bedrückendes ganz ohne Bild.
Was nicht nur mir verloren ging, die Hauptrolle spielt.
Neulich bei einem Herbstspaziergang traf ich einige Stellen,
wo inzwischen die Besonderheiten fehlen.
Ein kleiner Bach in der Nähe beherbergte Flussmuscheln im Sediment.
Er vertrocknete teilweise, dann ganz. In seinem Sortiment
waren zuvor Köcher-, Stein-, Eintagsfliegen bester Qualität.
Nur noch nach Katastrophenregen Wasser hier steht.
Im nahen Wald hatte ich vor Jahren eine Quelle entdeckt,
in der noch etwas vom ursprünglichen Leben steckt. Weiterlesen

Nur Verzicht bringt Licht

Nur Verzicht bringt Licht

Staatliche Politik schafft ihn wohl nicht:
einen drastischen, ehrlichen Wachstumsverzicht.
Dem Klimawandel wird nur ein wenig entgegengewirkt.
Ein fernes Ziel auf einer langen Strecke markiert.
Wohlstand und Wachstum werden beschworen.
Nur eine boomende Wirtschaft ist scheinbar geboren,
die Umwelt zu schützen, das Klima zu bessern,
damit schmelzende Eispole nicht Küstenstädte verwässern.
Mit der aktuellen Politik wird fast gar nichts gelingen.
Sie wird nur noch rascher Probleme näher bringen.

Einzig und allein Verzicht bringt etwas Licht
in eine Welt, die an der Menschheit zerbricht. Weiterlesen

Detailverliebt

Detailverliebt

Wie ich in eine Blüte blicke,
Neugierde in die Tiefe schicke,
erkenne ich oft ein Detail,
an dem betrachtend ich verweil.
Ein Bündel Fäden eng verleibt
sich an dem Blütenboden zeigt.
Kleine Körner kleben dicht gedrängt,
bis Pollen bald ins Freie sprengt.
Alle Falten sind sehr zart behaart,
was keineswegs an Schönheit spart.
Diese Blüte kommt an sich zu spät,
weil sich das Jahr zum Herbste dreht.
Kommt früh der Frost zur klaren Nacht,
wird dann der Kürbis umgebracht.

Neben der Liebe an kleinsten Dingen
muss auch der weite Blick gelingen.
Was nützt hier Freude an Pollenspendern,
wenn Klimafolgen Welten ändern. Weiterlesen