Da war einmal…

Da war einmal…

Da war einmal ein Paradies,
das durch den Menschen Erde hieß.
Vom Meeresgrund zur Bergeshöhe
gab es Getier – sogar Gletscherflöhe.
Wo Boden war -nicht eiseskalt -,
da wuchs schon bald viel Regenwald.
In einer kleinen Ewigkeit
entstand großartig Vielfältigkeit
an Wesen auf diesem Planet,
dass man in Staunen nur vergeht.
Das kleine Stück vom Meeresgrund
erlebte manch ungetrübte Stund.
Schnecken und Muscheln aufgehäuft
zeigen, wie damals Leben läuft.
Millionen Jahre sind sie schon tot.
Doch was sich damals ihnen bot,
war heile Welt – noch menschenlos.
Was dann geschah- ist beispiellos. Weiterlesen

Ohne Foto

Ohne Bild

In vielen Geschichten, Berichten, Gedichten
wollte ich bisher niemals auf Bilder verzichten.
Neben all den geschriebenen Worten
konnte ich auch immer den Blick verorten.
Worte und Gedanken sind – wie gesagt – frei.
Bilder bringen immer Realitäten herbei.
Heute beschreibe Bedrückendes ganz ohne Bild.
Was nicht nur mir verloren ging, die Hauptrolle spielt.
Neulich bei einem Herbstspaziergang traf ich einige Stellen,
wo inzwischen die Besonderheiten fehlen.
Ein kleiner Bach in der Nähe beherbergte Flussmuscheln im Sediment.
Er vertrocknete teilweise, dann ganz. In seinem Sortiment
waren zuvor Köcher-, Stein-, Eintagsfliegen bester Qualität.
Nur noch nach Katastrophenregen Wasser hier steht.
Im nahen Wald hatte ich vor Jahren eine Quelle entdeckt,
in der noch etwas vom ursprünglichen Leben steckt. Weiterlesen

Nur Verzicht bringt Licht

Nur Verzicht bringt Licht

Staatliche Politik schafft ihn wohl nicht:
einen drastischen, ehrlichen Wachstumsverzicht.
Dem Klimawandel wird nur ein wenig entgegengewirkt.
Ein fernes Ziel auf einer langen Strecke markiert.
Wohlstand und Wachstum werden beschworen.
Nur eine boomende Wirtschaft ist scheinbar geboren,
die Umwelt zu schützen, das Klima zu bessern,
damit schmelzende Eispole nicht Küstenstädte verwässern.
Mit der aktuellen Politik wird fast gar nichts gelingen.
Sie wird nur noch rascher Probleme näher bringen.

Einzig und allein Verzicht bringt etwas Licht
in eine Welt, die an der Menschheit zerbricht. Weiterlesen

Detailverliebt

Detailverliebt

Wie ich in eine Blüte blicke,
Neugierde in die Tiefe schicke,
erkenne ich oft ein Detail,
an dem betrachtend ich verweil.
Ein Bündel Fäden eng verleibt
sich an dem Blütenboden zeigt.
Kleine Körner kleben dicht gedrängt,
bis Pollen bald ins Freie sprengt.
Alle Falten sind sehr zart behaart,
was keineswegs an Schönheit spart.
Diese Blüte kommt an sich zu spät,
weil sich das Jahr zum Herbste dreht.
Kommt früh der Frost zur klaren Nacht,
wird dann der Kürbis umgebracht.

Neben der Liebe an kleinsten Dingen
muss auch der weite Blick gelingen.
Was nützt hier Freude an Pollenspendern,
wenn Klimafolgen Welten ändern. Weiterlesen

An dieser Stelle…

An dieser Stelle…

An dieser Stelle wuchsen Eichen
Jetzt starre ich
auf Stümpfe und Leichen.
Ihre Stämme liegen daneben auf dem Feld –
die bringen sicher noch etwas Geld.
Ich suche nach Gründen für ihr Sterben.
War Krankheit Ursache für ihr Verderben?
Oder sollten sie nur einfach weg.
Irgendein Mittel das heiligt jeden Zweck.

Ich erkenne noch die vielen Jahresringe –
Wenn es bloß nach dem Baume ginge,
dann wären sicher noch weitere hinzu gekommen.
Das jähe Ende macht mich beklommen.
Waren die Bäume zu hoch –
ihre Holzlast zu schwer?
Wurden sie gefährlich dem menschlichen Verkehr? Weiterlesen

Vor dem Räumkommando

Vor dem Räumkommando

Alle Jahre wieder…
kommt der Unterhaltungstrupp vorbei,
schneidet im Graben alles nieder,
macht den Abfluss wieder frei.
Der Graben entwässert die Felder
sonst wird sumpfig hier mancher Fleck.
Früher standen hier Auenwälder,
die sind schon seit langem weg.
Nun fehlt auch noch das Wasser-
der Graben wird arbeitslos.
Doch es war hier wirklich schon nasser.
Wo bleibt all das Wasser bloß?
All die letzten Jahre fehlte oft Regen
reichlich heiß war manch Sommertag.
War das Fluch oder war das Segen,
dass kein Wasser im Graben mehr lag? Weiterlesen

Wenn ein….

Wenn ein

Wenn ein….

Wenn ein Nashorn auszusterben droht,
dann sieht sogar ein Teil der Menschheit rot.
Wenn irgendwo im Boden eine Moosmilbe
endgültig verreckt,
hat sie der Mensch zuvor
vielleicht nicht einmal entdeckt.
Wenn eine Orchidee zum letzten Mal erblüht,
wird von Pflanzenliebhabern
entrüstet mitgefühlt.
Verschwindet an anderer Stelle
ein eher unscheinbares Gras,
nahezu unbemerkt geschieht das.
Wenn ein schillernder Falter nicht mehr segelt,
Rote Listen seine Ausrottung regelt,
sind einige Insektenfreunde entsetzt
die große Mehrheit scheint weniger verletzt.
Wenn ein winziger Fadenwurm
die Weltenbühne verlässt,
stellt vielleicht der Fachgelehrte das fest. Weiterlesen