Gerhard Laukötter's Blog

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Streifenwanze mit Langeweile Jeden Tag kann ich sie wiedersehen bleib ich am Engelwurz nur stehen. Auf dem längst verblühten Doldenteller da geht die Zeit nur langsam schneller. Schon in der zweiten Woche da sitzt eine Streifenwanze – vielleicht ritzt sie an jungen Samenstielen, um süßen Saft dort zu erzielen. Warum bleibt sie dem Ort so treu? Die Welt ist anderswo doch neu. Sie braucht nur ihre Flügel schlagen. Dann könnte sie woanders… Weiterlesen

Der Mais ist weg! Der Mais ist weg. Er erfüllt bald seinen Zweck. Wird von Rindviechern verdaut – dann erneut angebaut für möglichst hohen Biomassengewinn. So macht Landwirtschaft wohl Sinn. Mais ist ein erwünschter Migrant – seine Wertschätzung längst anerkannt. Er verwandelt Gülle in Kolben voller Korn Höchsterträge sind unersättlicher Ansporn. Auf dem Feld herrscht er für sich allein. Andere Pflanzen sollten hier nicht sein. Dafür sorgt ganz sicher Glyphosat – ein… Weiterlesen

… gelb die Stoppelfelder In meinen Erinnerungen ist es mir nicht gelungen, über ein Stoppelfeld zu gehen, ohne Ferienkinder zu sehen. Ende Juni war es an vielen Stellen so weit. Die frühreife Gerste zeigte sich erntebereit. Die Halme leuchteten in blondem Gold Der Mähdrescher sich nur die Körner holt. Dann wird das Stroh zu Ballen gepresst Nur wenig später ein Hänger verlässt ein frei geräumtes wieder offenes Feld. Dem Taubenschwarm dies so… Weiterlesen

Weihnachtskonzert Es war noch ziemlich düstergrau doch Heiligabendmorgen wach. Auf einem Zettel stand genau, was spät noch fehlte für den Tag. Ich war im Sorgen nicht allein – die Straßenadern autovoll. Ein Wenig Hektik muss schon sein, wenn alles heute stimmen soll. Erst dachte ich , dass Reifen singen. Die Straße triefte regennass. Doch solche Töne sie gelingen nicht einfach so – ich wusste das. Als Wagenflut dann mal verebbte, da wurden… Weiterlesen

Sag mir… Sag mir, wo der Regen ist – wo ist er geblieben? Sag mir, wo der Regen ist – Wolken sind so fern. Sag mir, wo der Regen ist – weht nur ständig heißer Wind Klimawandel zu verstehen, lernt vielleicht das Kind. Sag mir, wo die Blumen sind – wo sind sie geblieben? Sag mir, wo die Blüten sind – Buntheit ist so fern. Sag mir, wo die Vielfalt ist Wiesen… Weiterlesen

Pusteblumen im Januar Pusteblumen im Januar – ich weiß nicht, wann das schon mal war. Nicht, dass ich was dagegen hätte. Aber vor meinem Gedächtnis gilt die Wette: Löwenzahnblüten mit reifem Silberhaar gab es noch nie so früh im Jahr. Mit Verwunderung, fast mit Unbehagen sehe ich in diesen ersten Jahrestagen, wie die Natur schon so früh explodiert und erstes Blühen einfach riskiert. Zu drei Königen hat das Scharbockskraut tatsächlich leuchtend gelb… Weiterlesen

Verrückte Weihnacht Dieses Jahr ist alles besonders verrückt. Wir werden zu Weihnachten mit Frühling beglückt. Wenn am Heiligen Abend die Knospen aufspringen, können wir Maienlieder mit Inbrunst singen. Auf idyllischen Schnee brauchen wir nicht zu verzichten. Die Werbung lässt schöne Flocken verdichten. Seit ein paar Tagen ist es am Wegrand blütenweiß Taubnesseln erstrahlen dort im geselligen Kreis. Überall leuchten Blumengesichter voller Freude und lustvolle Vögel suchen Nistgebäude. Selbst die Bienen als konsequente… Weiterlesen

Dezemberregen Nächte zehren mehr vom Tageslicht. Kein Blatt dem nackten Zweig noch bricht. Viel warmer Wind streicht durch die Fluren nestelt verstreut an Herbstfallspuren. Die Luft tiefgrau im Regenhemd bald wieder Wasser nieder schwemmt. Bis an den Hals ist Boden nass. Seit Tagen quillt das Speicherfass. Wohin ich meine Füße lenke, da füllt sich rasch die Abdrucksenke. Noch ist kein Ende abzusehen. Die Wolkenleiber schwanger blähen. Dezemberregen füllt die Bäche verschlammt die… Weiterlesen

novembergelb gehe schon seit tagen an ihm vorbei sehe sein anmutiges konterfei er zeigt sich mir aufgeblüht im gelben chic deshalb gehört ihm auch mein augenblick was will er noch vor der winterfront sein antlitz wird nur schwach besonnt es fehlt ihm am geschlechtsverkehr. eine bestäubende biene kommt wohl nicht mehr her zur falschen zeit am rechten ort ist löwenzahn hier – die anderen sind fort sommerpflanzen blühen jetzt ziemlich doof kein… Weiterlesen

Novembersommer Zum Wandern lud der Sonntag ein Mild streichelt mich der Sonnenschein. Die Luft erwärmt novemberfremd. Für draußen brauch ich nur mein Hemd. Die wilde Flora fern vom Garten die soll auf mich nicht länger warten. Eigentlich zieht die Natur sich längst zurück Nachtfröste brechen Pflanzengenick. Doch in diesem Jahr am Wegessaum erblüht noch mancher späte Traum. Dem Gänseblümchen – das wundert nicht – bei frohem Wetter die Knospe bricht. Vom Greiskraut… Weiterlesen