Überall nun Aufbruchstimmung

Überall nun Aufbruchstimmung

Es ist nun Zeit für Explosionen.
Nichts will mehr abgrundtief noch wohnen.
Am Schlehenzweig da springen heut
die ersten Blüten auf. Das freut
die ausgehungerten Insekten,
die lang nicht mehr am Nektar leckten.
Gewaltig drückt aus dem Gemüsebeet
feuerrot, wie ihr im Bilde seht,
Rhabarber aus dem Erdenreich.
Ein zweites Blatt , das schlüpft sogleich.
Die Hülle kann den Druck noch halten.
Doch bald wird alles sich entfalten. Weiterlesen

Schneeglanz & Co

Schneeglanz & Co

Ganz früh im Jahr
oft schon im Januar
erblüht unten am Mauerfuß
der weiße Schneeglanz so zum Gruß,
dass wohl der Frühling bald erscheint.
Die Hyazinthe sich vereint
mit Winterlingen gelber Pracht.
Manch Schneeglöckchen gerade macht
die erste Blüte züchtig auf,
bis dass im weiteren Verlauf
die zarten Glocken alle läuten
und damit überall bedeuten,
dass Winterruhe nicht mehr gilt.
Zu bunt erstrahlt das Gartenbild. Weiterlesen

Im Frühlingsrausch

P1140211Im Frühlingsrausch

Als wollt der Garten Hochzeit feiern –
die Sträucher Blattwerk frisch erneuern.
An Birne, Kirsche und der Pflaume
erstrahlt die Weissheit rund am Baume.
Der Blütenduft schwängert die Luft.
Aus jedem Kelch strömt etwas Duft.
Das jugendhafte zarte Grün
will um den Hochzeitschmuck gern stehn.
Des Morgens früh, des Abends spät
wird Vogellied laut ausgebläht.
Wie in Babylon Töne verwirren
Melodien sich im Rausch verlieren.
Es schallt mal lauter dann sehr leise
vom frechen Star bis zu der Meise.
Wo zweigbetrachtet fehlen Blätter,
da strotzen Knospen immer fetter.
Sie springen auf beim Sonnenkuss
entfalten zärtlich grünsten Gruß.
Wo später drei, vier Äpfel schwellen,
da buhlen fünfzig Blütenstellen,
darum, dass Biene Pollen bringt
und die Befruchtung dann gelingt. Weiterlesen

Vergilbt

P1120658Vergilbt

Ihr Grün ist überall ihr Stolz.
Das Gemüt ist weich ohn jedes Holz.
Weil sie so hübsche Blätter spreiten,
im Leben lieben Schattenseiten,
sind sie im Garten sehr begehrt
in vielen Sorten gut vermehrt.
Ihre Heimat liegt östlich weit weg
Sie reiste einst im Handelsgepäck.
In unserer Flora kam sie an.
Die Erfolgsgeschichte dann begann.
Der Funkiensammler gibt es viele.
In der Züchtung liegen neue Ziele.
Ich finde keinen Garten mehr,
der heute noch ganz hostaleer.
Im Herbst da weicht das satte Grün.
Die Pflanze will sich nicht mehr mühen.
Sie stellt das Wachstum schließlich ein –
lässt Blätter gelb und gelber sein. Weiterlesen

Das letzte Blatt

BlattDas letzte Blatt

Ein Blätterjahrgang löst sich auf.
Am Boden liegt Falllaub zuhauf.
Im letzten Blatt glänzt Sonnengold,
bis es der Wind vom Aste holt.
Ist dieses Blatt hier denn ein Sieger?
Andre sind längst ja Untenlieger.
Es hat jetzt einzig überlebt –
bis eine Böe kommt und es geht.
Letzter zu sein ist oft nicht schön –
Wenn alle andren vorher gehn.
Beim Baum trauert niemand ums Blatt,
das seinen Platz verloren hat.
Das letzte Blatt sinkt ganz allein.
Das sollte vorher so nicht sein.
Als dieser Baum noch gut belaubt,
hat Windesstoß vielfach geraubt.
Da trudelten Blätter fast wie Regen.
Man konnte jeden Tag neu fegen. Weiterlesen

Schlafende Knospen

KnospenSchlafende Knospen

Seit Tagen platzen Knospen auf.
Aus ihnen quillt nun Leben.
So zeigt sich im Saisonverlauf
Im Wachstum liegt ein Streben.
Manch Baum und Strauch der öffnet sich
An unzählbaren Stellen.
Hat Blatt und Blüten dort für dich
Durch Teilung vieler Zellen.
Daneben hält, was lange währt,
im Tiefen Wachstumsnester.
Da schlafen Knospen unversehrt
Im Guten um so fester.
Wenn später Frost alles zerstört,
was zart am Strauche trieb,
durch Raupenfraß so unerhört,
vom Grünen nichts mehr blieb,
dann braucht die Pflanze ziemlich bald
damit es glücklich endet,
zum Weiterleben einen Spalt,
zur Tiefe, der dann wendet. Weiterlesen