Der Abfall grünt

Der Abfall grünt

Zu einer fernen Insel zielte die Reise,
geködert durch erschreckend günstige Preise.
Flugreisen machen nur schlechtes Gewissen –
doch möchte man blühbunte Flecken auch nicht missen.
Ist man erst dort, berauscht das ach so fremde Bild.
Vom Meer umwogen bleiben Inselnächte mild.
Der Urlaub ist längst wieder ins Vergangene gerückt.
Weitere Fahrten haben die Sinne erneut verzückt.
Bei Wanderungen wird schon mal ein Same abgepflückt –
der wird später in heimatliche Erde reingedrückt.
Vieles keimt, macht einen frechen Wachstumsversuch.
Doch kalter Winter schließt sich so manches Buch.

Organischer Abfall – alles ,was unseren Tieren nicht schmeckt,
wird Schicht um Schicht auf den Kompost gedeckt.
Das allermeiste verrottet, wird zu Humus bald vergütet.
Hin und wieder wird dort aber auch ein Samen wach bebrütet.
Dann wächst aus dem Haufen eine Pflanze rein ins Licht.
Ihre Herkunft erkennt man anfänglich noch nicht.
So auch geschehen in diesem sommerheißen Jahr.
Da wuchs aus dem Gitter etwas, fremdlich, sonderbar. Weiterlesen

Birnenregen

P1150308Birnenregen

Im Garten ragt ein Birnenbaum.
Er ist sehr alt, verschafft sich Raum.
Zeigt seine Krone voller Stolz.
Im Stamme ruht viel Jahresholz.
Weil er in diesem frühen Jahr
vom Blütenmeer geflutet war
und auch die Bienen, Hummeln summten,
die Früchtemengen nur so brummten.
Der ganze Baum hing brechend voll –
die Ernte mehr als übertoll.
Gegen Ende August begann der Regen.
Das war nicht nur der reinste Segen.
Wie eine Bombe schlug manche Frucht,
die im Bodenkampf ihr Ziel gesucht.
Auf den Beeten fielen Birnen weich.
Trotzdem platzen sie alle gleich.
Ihr Früchtefleisch so saftig süß
sofort auf Gegenliebe stieß. Weiterlesen

Oktoberleid

FalllaubOktoberleid

Blätterfall im Sekundentakt
Baumkörper sind bald splitternackt.
Am Boden liegt viel totes Laub
War lang zuvor schon Pilzes Raub.
Zur Maiensonn einst herrlich grün
Kam schleichend früh schon der Ruin.
Ein Rußtaupilz flog durch die Luft
Begleitet von viel Blütenduft.
Er landete sanft auf der Quitte.
Abseits vom Rand und von der Mitte.
Der Pilz macht sich im Blatte breit
Zerstörte bald Geweblichkeit.
Frisst sich tief in den Zellen fest
Was er danach dann übrig lässt,
ist tot und dürr – ein schlimmer Fleck –
jetzt im Oktober fällt er weg.
Nichts wird es mit den bunten Farben,
die Blätter sonst im Herbste tragen.
Was nach und nach zu Boden sinkt,
ist pilzverseucht – was böse klingt. Weiterlesen

Falllaub

FalllaubFalllaub

Seit Wochen lösen sich die Blätter
Und das sogar bei jedem Wetter.
Manchmal genügt ein Windeshauch
Da landet Blatt auf seinem Bauch.
Auch wenn die Herbstsonne warm scheint,
wird Blätterwerk vom Ast entbeint.
Gibt es mal einen Regenschauer,
ist das Verhältnis nicht von Dauer,
das mancher Baum dem Blatte hält –
mit schwerem Tropfen es dann fällt.
Mein Blatt macht sich zum Abgang schön,
Ist leuchtend rot nun anzusehn.
Ganz quittengelb ist dort die Tracht,
was Alter mit dem Blatt gemacht.
Ganz viele werden einfach braun,
eh Asseln es hungrig verdaun. Weiterlesen

Humusmonster

HumusmonsterGründepot

In unserer Näh abseits vom Feld
türmt Masse sich, die nicht gefällt.
Aus schönen Gärten hergebracht
stapelt sich dick die Abfallfracht.
Jetzt spät im Herbst wird aufgeräumt –
Manch Blume hat dann ausgeträumt,
Das bunte Laub in großen Säcken
Soll bloß nicht Boden warm zudecken.
Heckenschnitt, Gemüseleichen
Müssen aus dem Hortus weichen.
Schubkarren hoch aufgeschichtet
Sind auf dem Weg, der Grün vernichtet.
Für die kleine Bodensenke
Gibt es abfällig Geschenke.
Der Ort erscheint als Niemandsland –
Wem er gehört, wohl unbekannt. Weiterlesen

Schade!

ApfelschwemmeSchade!

Was blühte es im Mai so toll.
Nun hängen Apfelbäume voll.
So schwer ist manche Früchtelast,
dass letztlich bricht der ganze Ast.
Der Apfelwickler – das ist schade –
Sorgt tausendfach für kleine Made.
Die lässt den Apfel vorher reifen –
Im Fruchtfleisch gibt es braune Streifen.
Der Madenapfel früher fällt
Sein Körper dabei oft zerschellt.
Weiterlesen

Aufgegangen

AufgegangenesAufgegangen

Im Garten gibt es ruderale Flächen,
die ein Kapitel Schöpfung neu sprechen.
Wenn der Winter auf dem Rückzug ist,
schon bald ein erstes Pflänzchen sprießt.
Vieles im Garten wächst früh wieder heraus.
Stauden begrünen rund um das Haus.
Viel spannender ist aber die Keimung von Samen,
die irgendwie, irgendwo in den Boden kamen.
Durch Grubbern und Graben bleibt von dem Boden
Immer noch Nacktheit durch gärtnerisches Roden.
Es geht die Saat auf, die zuvor hier gereift
Oder vagabundierend durch die Lüfte geschweift.
Im Märzen erscheint meist ganz unverblümt,
was sich erfolgreich als Unkraut so rühmt.
Vogelmier, Löwenzahn, Franzosenkraut –
Allzu Spontanes grünfrech uns anschaut. Weiterlesen

Dinner für den Admiral

Dinner für den Admiral

Es war einmal
Ein älterer Admiral.
Der gaukelte
Umher im warmen
Septemberlicht
– Was für ihn spricht –
Er war auf der Suche
Erregt vom Geruche
Nach süßen Genüssen
– Nicht etwa Küssen –
Überreife Früchte
belebten die Süchte.
Wundersame Düfte
Durchwirkten die Lüfte.
Der alte Admiral roch
Den fauligen Apfel doch.
Seines Fleisches Süße
Sandte gierige Grüße
Zum Fühler hin
Der riechende Sinn
Brachte das Faltertier
Dann nach hier.
Der braune Früchtebrei
Was für eine Leckerrei!
Bei diesem späten Dinner
War der Gewinner
– Das war doch klar –
Der Admiral.

Sommer ade!

Sommer ade!

Sommer ade –
Tut der kleinen Petunie so weh.
Noch mit so schönen Blüten
Da wüten
Die Herbstmanöver –
Wie jedes Jahr
Und zwar
Mit der strikten Devise
Geranie und Fleißige Liese
Müssen aus den Beeten raus.
Doch welch ein Graus
Sie sind noch so bunt
Voller Charme
und
Wollen noch leben
Doch soeben
Ist ihr Todesurteil gefällt.
Auf dieser Welt
Gehen sie als pflanzliche Kost
Ab auf den Kompost.
Neben faulen Äpfeln und gelben Laub
Küchenresten und Straßenstaub
Blüht die Petunie noch –
Bald fällt sie jedoch
in ein dunkles Loch,
wenn die nächsten Blumenreste
sind oberste Kompostgäste.
Sommer ade –
Tut ein wenig weh.
Fast wie ein letzter Gruß
Singt der Oktoberblues.

Blätterreigen

Blätterreigen

Ein Hauch von Wind bewegt ein Blatt –
Bricht sanft den Stiel vom Ast.
Die grünen Farben sind längst matt
Vergilbt sinkt nun die Last.
Das Blatt es segelt, schaukelt leicht
Und trudelt plötzlich nieder.
Von einer Bö jäh hochgescheucht,
Da flattert es schon wieder.
Der Blätterflug wird dann doch schwer
Die Körper wollen  sinken.
Nun gibt es keine Lüfte mehr,
die in die Höhe winken.
Das Blatt fällt hin und kippt herum
hängt hilflos auf der Seite.
Sein alter Rücken wölbt sich krumm,
Seitdem es sich befreite. Weiterlesen