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Über viele Jahre hinweg da sammelte ich
altes Bildhaftes so wie diesen kolorierten Stich.
Im Studium lernte ich in alten Quellen lesen.
Wertvolle Bücher wurden für mich zu Wesen,
die in mir Verständnis und Wissen schufen.
Sie haben in mir Geistiges wach gerufen.
Neben den geschriebenen Worten
waren oftmals auch gedruckte Bilder zu sehen.
Sie wurde in Holz eingeschnitten
und illustrierten so manches Geschehen.
Auch Kupferplatten wurden geätzt, Steinplatten geritzt.
Bilder erschienen nun feiner als zuvor noch geschnitzt.
Auf diese Weise konnten viele Leser Welten betrachten. Weiterlesen

Weihnachtsupdate

Weihnachtsupdate

Was ist geblieben von Weihnachten –
wenn über siebzig verstrichene Jahre
dieses Ereignis heute betrachten?
Die christliche Manschette zeigt sich
inzwischen reichlich verschmutzt.
Der Klerus hat von seiner Sündhaftigkeit
eigentlich immer schon gewusst.
Der holde Knabe im lockigen Haar –
viel zu oft Objekt priesterlicher Begierde war.
Die Bethlehemidylle mit Krippe und Stall
bleibt aber Theaterkulisse auf jeden Fall.
Weihnachten trennt sich immer mehr
von dem verjährten christlichen Fest.
Von allem was war, bleibt nur ein Märchenrest. Weiterlesen

Ein Überlebender

Ein Überlebender

Nach den Sommerferien wartet bereits erstes Weihnachtsgebäck
in den Regalen aller Discounter – für viele ein Schreck.
Im frühen Herbst mehren sich dann die festlichen Produkte,
auf die man früher erst in der Adventszeit verführerisch guckte.
Ist dann am Weihnachtsfest endlich das Christkind geboren,
haben wohl sehr viele den Appetit auf Spekulatius längst verloren.
Auch die Blumenindustrie wittert jedes Jahr ihr gutes Geschäft.
Sie schreibt sich schon Monate im voraus die Vermarktung ins Heft.
In jedem Haushalt sollen wieder prächtige Weihnachtssterne stehen.
Da muss man rechtzeitig in die millionenfache Produktion gehen.
Nach Weihnachten oder im frühen neuen Jahr wird der Stern Müll.
Das ist und bleibt für den Blumenhandel auch immer sein Ziel.
Der Weihnachtsstern selbst würde gern weitere Feste erleben.
Nur dazu muss der Käufer ihm aber auch eine ehrliche Chance geben. Weiterlesen

Ins Gras beißen…

Ins Gras beißen…

Bald werden die Rinder wieder eingestallt.
Ihr letztes Muh Ende Oktober verhallt.
Dann muss ich bis zum nächsten April hin warten,
bis ich sie wieder grasend sehe neben meinem Garten.
Für mich ist dieser Anblick noch landwirtschaftliche Idylle
Die Weide ist zwar vor dem Auftrieb gedüngt hier mit Gülle.
Wenn die Tiere ins Gras beißen, schaue ich ihnen gerne zu.
In das Vogelgezwitscher ertönt manches Muh.

Doch so ist die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt.
Was jeder Kuh lebenslang an Milch abgesaugt wird, quält.
Die Milch von vier Kühen vor gut hundert Jahren
erzeugt heute nur eine – hab ich neulich erfahren.
Jede Kuh ist Hochleistungsmilchproduktionsstätte
Ein Wirtschaftsfaktor in unserer Nahrungskette. Weiterlesen

Nur Verzicht bringt Licht

Nur Verzicht bringt Licht

Staatliche Politik schafft ihn wohl nicht:
einen drastischen, ehrlichen Wachstumsverzicht.
Dem Klimawandel wird nur ein wenig entgegengewirkt.
Ein fernes Ziel auf einer langen Strecke markiert.
Wohlstand und Wachstum werden beschworen.
Nur eine boomende Wirtschaft ist scheinbar geboren,
die Umwelt zu schützen, das Klima zu bessern,
damit schmelzende Eispole nicht Küstenstädte verwässern.
Mit der aktuellen Politik wird fast gar nichts gelingen.
Sie wird nur noch rascher Probleme näher bringen.

Einzig und allein Verzicht bringt etwas Licht
in eine Welt, die an der Menschheit zerbricht. Weiterlesen

Sag mir….

p1150825Sag mir…

Sag mir, wo der Regen ist –
wo ist er geblieben?
Sag mir, wo der Regen ist –
Wolken sind so fern.
Sag mir, wo der Regen ist –
weht nur ständig heißer Wind
Klimawandel zu verstehen,
lernt vielleicht das Kind.

Sag mir, wo die Blumen sind –
wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Blüten sind –
Buntheit ist so fern.
Sag mir, wo die Vielfalt ist
Wiesen waren immer bunt.
Seit sie nur noch Gülle säen,
einsam wird der Grund.

Sag mir, wo die Schweine sind-
wo sind sie geblieben? Weiterlesen

In was für einer Welt leben wir eigentlich?

P1140185In was für einer Welt leben wir eigentlich?
(Szen-Bemerkungen)

In einer Welt,
in der sich Menschen in Menschenmengen in die Luft sprengen,
um religiöse wie politische Wahnvorstellungen zu bedienen.

In einer Welt,
in der vor aller Welt missliebige Politiker mit Satire verurteilt werden,
die nur noch aus verbaler Gewalt, Obszönitäten und Menschenverachtung besteht.

In einer Welt,
in der Politiker noch nie so viel über Frieden verhandeln –
gleichzeitig aber ihren Handel mit immer zerstörerischen Waffen
in Krisengebieten zu neuen Rekorden treiben.

In einer Welt,
in der eine Kuh 32000 Liter Milch im Jahr produziert, in der die Anzahl der laktosefreien Produkte ins Unermessliche steigt und wo im Winter die Kilopreise für Äpfel höher liegen
als die für Schweinefleisch.

In einer Welt,
in der die abendliche Fernsehwerbung nur noch aus Diätpulvern, Schmerzmitteln, Abführtropfen, Schlafverbesserern, Demenzverzögerern und Harntreibern besteht. Weiterlesen