Quellzoologie

SchmetterlingsmückeQuellzoologie

Die ersten Worte deren Silben
Gehören winzig kleinen Milben.
Sie krabbeln flink und achtfach munter
Mal weißlichgrün mal etwas bunter.
Ganz ohne Beine mit glitschgem Fuß
Zeichnet die Quellschnecke zum Gruß.
Ein Deckel schließt ihr Häuschen zu –
So hat sie vorerst ihre Ruh.
Auf Augenhöhe kann sie tuscheln
Mit freundlichen Quellerbsenmuscheln.
Die buddeln flach in Schlamm und Sand
Gerieft ist zart die Schalenwand.
Ein Hakenkäfer dieser Wicht
Schön langsam auf dem Steine kriecht.
Ein schwarzer Punkt – ganz ohne Eile –
Dem widme ich grad diese Zeile.
Der Alpenstrudelwurm ist platt.
Er meuchelt sich im Dunklen satt. Weiterlesen

Berührungen

Berührungen

Silberperlen tröpfeln ab
Moosrosetten werfen Kugeln
Kühlen Wassers auf den Stein.
Gläsern spritzt der Wasserschein.
Morsches Holz im Nässekleide
Neben blankem Kieselgrund,
zartes Quellkraut ragt beiseite
aus dem Wasserspiegelmund.
Flüsternd, murmelnd, leise plätschernd
Spricht die Quelle Laut für Laut.
Mal verborgen, dann ganz offen
Lauscht man, wie sie Wasser kaut.
Kalt verklebt in Stapelschichten
Modert ErlenEschenlaub.
Höhlenkrebse hier verrichten
Kauend ihren Blätterraub.
Bittres Schaumkraut, Brunnenkresse
Milzkraut neben Mierenstiel,
Sumpfveilchen in nobler Blässe
Säumen Wasserfädenspiel.
Gründelnd kriechen arme Ritter
Sandumröhrt durch kühle Flut.
Andre schmücken mit viel Glitter
Ihre Köcherfliegenbrut. Weiterlesen