Gerhard Laukötter's Blog

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Die Kunst der Landwirtschaft Auf dem Kartoffelacker sind Häufefurchen versprungen. Ist hier altes Ackerhandwerk misslungen? Sonst sind die Reihen doch bäuerlich akkurat bei Spargel, Erdäpfeln und Getreidesaat. Oder war am Ende der Bauer irgendwie high – zauberte im Wahn diese Zacken herbei? War ihm die Geradlinigkeit einfach zuwider oder schoss ein Krampf durch die ackernden Glieder. Hier bleibt der Augenblick länger gefangen. denn die gewohnte Symmetrie geht abhanden. Landwirtschaft und Kunst sind… Weiterlesen

Wolle kriegen Ein Schaf erfreut im Mai nichts mehr als ein Besuch beim Wollfrisör. Ein ganzes Jahr schwoll ihm sein Fell bei wenigen schwarz, den meisten hell. Wenn bald die Sommersonne brät, manch Schaf in Hitzestau gerät. Da helfen nur noch scharfe Messer – ist Wolle ab, dann geht´s sich besser. Solch Schaf ist plötzlich nicht mehr rund. Das kommt vom Haarescherenschwund. Danach sind sich die Tiere fremd. Sie kennen sich so… Weiterlesen

Mehr als ein Knick in der Landschaft Hoch im Norden ziemlich nah an Dänemark ist die Landschaft fast noch wie ein Park. Dort grünen Wiesen meist in großer Überzahl Der Ackerbau bleibt vorerst zweite Wahl. Nur weite Wälder findet man hier selten oder nicht Auf Schleswig-Holsteins Boden landet somit reichlich Licht. Fast jede Weide wird geschützt von einer Hecke. Die Fläche wird umwallt für diese Zwecke. Im Eiszeitsandgeschiebe kam so mancher runde… Weiterlesen

Oktoberlicht Mildwarmes Oktoberlicht Durch halbentlaubte Äste bricht. Der matte weiche Sonnenschein Fällt in die Landschaft schmeichelnd ein. Das neu versäte Gerstenfeld Ein frühlingshaftes Grün erhält. Vom Dorfesgrund der Kirchturm ragt Und erster feiner Nebel wagt, ihn leichtzart zu umschweben. Aus Oesede sich erheben Bauwerke nicht jedes schön. Doch in dem guten Lichte Geht die Kritik zunichte An all dem Flächenverbrauch. Selig liegt Abendhauch Über den Häuserzeilen. Mein Blick will lang verweilen.

Rur – Futur Was wünscht sich wohl ein Fluss die Rur Nach so viel tausend Jahren? Der Mensch gab ihr manch neue Spur – Was gilt es zu bewahren? Im Hohen Venn da quillt die Rur Aus feucht versumpften Stellen. Ein Wanderer begegnet nur Mit Vorsicht diesen Quellen. Die Bachwelt hier im Rurgebiet Zeugt reichlich frische Arten. Ob man in Zukunft sie noch sieht, dass müssen wir abwarten. Am Anfang lebt die… Weiterlesen

Zaungäste Gäste kommen – Gäste gehen Am Zaune bleiben viele stehen. Für Pferde, Kühe oder Rinder Sind solche Gäste Menschenskinder. Die Drossel auf dem Pfahle sitzt. Ihr gelber Schnabel glänzt und blitzt – Sie singt ihr erstes Frühlingslied Das ist danach auch ihr Abschied. Sie flattert ganz auf Partnersuche Erst mal hinauf in eine Buche. Wer eingezäunt – ist der auch Gast? Trägt er allein Besuchers Rast? Wer kurz verweilt am Zaunkonstrukt… Weiterlesen

Der Charme eines Maulwurfhaufens Der Charme eines Maulwurfhaufens ist beileibe nicht groß – eben nur Erde bloß – das Wiesengrün ist wie von Pickeln übersät. Wenn der Bauer seine Gräser mäht, stören die Hügel sehr. Der Bodentransfer aus der Tiefe – wie dunkle Humusbriefe – gefällt nur selten. Die aktiven Unterwelten verüben hier eine Boden-Revolution. Im Revier des Maulwurfs nur Chaos und Aufruhr – Die Natur idyllegestört.

Kopfbäume So paradox es klingen mag – Erst wenn die Motorsäge nagt – Der Stamm geköpft vom Krongeäst, Wird bald ein Kopfbaum dieser Rest. Zumeist sind es wohl weiche Weiden, die solche Schnitte hart erleiden. Nach dieser ersten Köpftortur Hilft sich dann rasch selbst die Natur. Die brutale Sägeschnittstelle Wird zur ergiebigen Wachstumsquelle. Sie sorgt für Äste reich an Zahl, Wo vorher nur der Stumpf so kahl. Wie Zweige jetzt ins Grüne… Weiterlesen

Hohlwege Die Kultur hat sie irgendwann angelegt: Uralte Wege über Hunderte von Jahren. Regenwasserbäche spülte sie in die Tiefe, Bis Lösslehmwände senkrechte Grenzen bildeten. Feldgehölze wachsen bis heute auf den Schultern hoch: Knorrige Eichen, verdehte Hainbuchen Schwarzdorngebüsch und Haselnusssträucher Vogelkirschen und undurchdringlicher Weißdorn Durchflochten von Efeu und Brombeere. Der alte Weg ist seit langem entbehrlich. Nur einige Wanderer und Hundehalter nutzen ihn noch. Wer ist hier in welcher Mission wann vorbei gekommen?

Gozitanische Impressionen Insula parva – kleine Insel Weit in Mediterranien Liebliches Sonnenwetter Saftig grüne Kleeflächen Blühendes Steinkraut, wohin man auch blickt. Verstreute Dörfer Eng gebaut aus Mildbeigem Kalkgestein. Mitten im Ort die Seele: Prätentiöse Gotteshäuser Meist mit sanften Kugeltürmen. Weithin sichtbar Als Zeichen der Heimat. Die geschmeidigen Hügel Facettiert zu unzähligen Feldern. Jedes gestärkt durch Kunstvolle Trockenmauern.