Der Charme eines Maulwurfhaufens

MaulwurfshaufenDer Charme
eines Maulwurfhaufens

Der Charme
eines Maulwurfhaufens
ist beileibe nicht groß –
eben nur Erde bloß –
das Wiesengrün ist
wie von Pickeln übersät.
Wenn der Bauer
seine Gräser mäht,
stören die Hügel sehr.
Der Bodentransfer
aus der Tiefe –
wie dunkle Humusbriefe –
gefällt nur selten.
Die aktiven Unterwelten
verüben hier
eine Boden-Revolution.
Im Revier
des Maulwurfs
nur Chaos und Aufruhr –
Die Natur
idyllegestört. Weiterlesen

Kopfbäume

KopfweideKopfbäume

So paradox es klingen mag –
Erst wenn die Motorsäge nagt –
Der Stamm geköpft vom Krongeäst,
Wird bald ein Kopfbaum dieser Rest.
Zumeist sind es wohl weiche Weiden,
die solche Schnitte hart erleiden.
Nach dieser ersten Köpftortur
Hilft sich dann rasch selbst die Natur.
Die brutale Sägeschnittstelle
Wird zur ergiebigen Wachstumsquelle.
Sie sorgt für Äste reich an Zahl,
Wo vorher nur der Stumpf so kahl.
Wie Zweige jetzt ins Grüne treiben,
Dürfen sie unbeschnitten bleiben.
Nach vielen Jahren, mit der Zeit
Wird Kopfes Pracht ausladend breit. Weiterlesen

Hohlwege

HohlwegHohlwege

Die Kultur hat sie irgendwann angelegt:
Uralte Wege über Hunderte von Jahren.
Regenwasserbäche spülte sie in die Tiefe,
Bis Lösslehmwände senkrechte Grenzen bildeten.
Feldgehölze wachsen bis heute auf den Schultern hoch:
Knorrige Eichen, verdehte Hainbuchen
Schwarzdorngebüsch und Haselnusssträucher
Vogelkirschen und undurchdringlicher Weißdorn
Durchflochten von Efeu und Brombeere.
Der alte Weg ist seit langem entbehrlich.
Nur einige Wanderer und Hundehalter nutzen ihn noch.
Wer ist hier in welcher Mission wann vorbei gekommen? Weiterlesen

Gozitanische Impressionen

GozokalkkunstGozitanische Impressionen

Insula parva – kleine Insel
Weit in Mediterranien
Liebliches Sonnenwetter
Saftig grüne Kleeflächen
Blühendes Steinkraut,
wohin man auch blickt.
Verstreute Dörfer
Eng gebaut aus
Mildbeigem Kalkgestein.
Mitten im Ort die Seele:
Prätentiöse Gotteshäuser
Meist mit sanften Kugeltürmen.
Weithin sichtbar
Als Zeichen der Heimat.
Die geschmeidigen Hügel
Facettiert zu unzähligen Feldern.
Jedes gestärkt durch
Kunstvolle Trockenmauern. Weiterlesen

Landschaftskultur

Bild

Landschaftskultur

 

Gäb es nur Wald in wilder Form,

wir hielten diesen für abnorm.

Wenn über allem Bäume schießen,

würd solche Öde uns verdrießen.

Bei uns ist halt Landschaftskultur

Ein steter Wechsel von Natur

Mit unser einer Nutzungsflächen,

jenseits von Mooren und von Bächen.

Vom Stadtrand ist es für uns schön,

in offne Landschaft rein zu sehn.

Wir lieben Wiesen, Hecken, Säume

Am Straßenrand Alleenbäume.

Wenn Heide blüht spät im August,

dann fördert das die Landschaftslust.

Auch Auen werden neu geschaffen,

wo uns Hornochsen jetzt angaffen.

Wir tun was für die Kleingewässer,

da geht es Molch und Frosch bald besser.

Obstwiesen sind ein weitrer Trumpf-

Geschützt wird Torf vom letzten Sumpf.

Wir basteln uns ein Landschaftsbild:

Hier arg gestutzt und dort dann wild.

Überall Wald – das war einmal

Ganz ohne – ist uns auch zu kahl.

Von allem wollen wir was haben. Weiterlesen