Gerhard Laukötter's Blog

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Kreuzausverkauf Kirchen werden nun entsegnet. Das Gottesvolk sich eher begegnet in immer kleiner werdenden Kreisen, die zunehmend noch stark vergreisen. Kirchen werden sogar abgerissen Nur sehr wenige die vermissen den lang geschätzten würdigen Bau Bald stirbt auch noch die alte Frau, die jeden Tag noch treu her kam – sich Zeit zum Beten reichlich nahm. Friedhöfe müssen gleichsam weichen. Manch braucht ja heute für die Leichen kaum mehr ein großes Reihengrab –… Weiterlesen

Frostkunstgeometrien Es sind mal gerade drei Wochen her, da wollten Seerosenblätter sich entfalten. Selbst der erste Krötenhochzeitsverkehr ließ auf Frühlingsgefühle hin schalten. Doch zu früh gefreut, denn es wurde bitter kalt. Primeln und Krokusblüten Opfer vom Frost Narzissenknospen erstarrten, machten halt. Der Winter schickte ihnen nur eisige Post. Am Gartenteich wuchsen Kristallkonfigurationen. In magischen Nächten entstanden gläserne Eisdecken. Sonnenstrahlenfeuer schmolz diese Kompositionen, um zur Nacht hin wieder Kreativität neu zu entdecken. So… Weiterlesen

Ein Tongesicht Ein Tongesicht, das Bände spricht: fein ist es nicht. Ein alter Kopf, sein Haaresschopf ist weit gelichtet. Falten geschichtet formen die Stirn. Das Werk ohne Hirn wirkt nachdenklich : interpretiere ich den versunkenen Blick nur ein Stück. Wie menschennah, wie gestaltbar ist so ein Klumpen Ton. Einige Eindrücke schon lassen Gefühle erwecken.

Ruinierte Kunst Dachlos ein alter Schuppen steht vom nahen Meer ganz windumweht. Ein Stück vom Hafen ruht sich aus. Nutzlos erscheint der Rest vom Haus. Seit Jahren schläft hier das Objekt Gemäuer, das beinah erschreckt. Sein Putz bricht ab, die Haut ergraut. Wer weiß noch, wann es wurd erbaut? Weil es wohl niemanden hier stört, sich keiner über Kunst beschwert, da haben Sprayer Wand für Wand spontan gestaltet Hand in Hand. In… Weiterlesen

Mineralienverzauberung Totes Gestein kann nur wenig erregen. Lebendige Materie spricht Fühlendes an. Wenn sich Elemente ordnend verlegen, wachsen Minerale zu Ewigem heran. Manches Ergebnis zeigt Langeweile in Grau. Silbersand spiegelt gar Farben ins Leer. Doch wenn ich ihn im Sonnenlichte beschau, strahlt er brillantweiß – neben dem blauen Meer. Jeglicher Farbton, der Blüten reich schmückt, den find ich verfestigt herrlich im Stein. Was der Natur in Mineralien so glückt, will manchmal bunter… Weiterlesen

Goldene Zeiten Goldene Zeiten heute mir bereiten nicht nur einen besonderen Kunstgenuss Mit dem Hochbarock ist lange Schluss. Von der Kirche ist nur noch der Prunk geblieben. Die neue Zeit hat darüber geschrieben. Die Kathedrale innerlich verwaist zum Schauspielhaus mit Audioführer ein Ein und Aus für Touristen, die staunen und fotografieren, die solch Manieriertes nur schwerlich kapieren. Die Kirche ist eigentlich ein Friedhof der Macht. Wer hier liegt begraben in üppigster Pracht,… Weiterlesen

Von guter Statur Es gibt Fundstücke im Leben, die uns Nachhaltiges geben. Immer wieder kommen wir auf sie zurück Jede Begegnung bringt neues Glück. Vor weit mehr als zehn Jahren auch schon damals waren meine Füße und Sinne zum Trödel gelenkt. Wenn einmal das Sammeln anfängt, ist man für vieles an sich Schöne offen. Trödeln ist ein Weg zwischen Suchen und Hoffen. Vor dieser ach so langen Zeit traf ich auf meine… Weiterlesen

Nur ein Schmuckkästchen? Seit gestern ist es in meinen Besitz gekommen. Ich habe es von einem Trödeltisch frühmorgens mitgenommen Es war feinzierlich und schmeichelnd gelbweiß. Beim seinem Kauf wurde mir im Innern ein wenig heiß. Das kleine Kästchen, was mein Interesse so abrupt fand, war früher Mal ein Teil von einem Zahn vom Elefant. Durfte ein überzeugter Artenschützer so etwas kaufen, das sämtliche Prinzipien wirft über den Haufen? Das Stück war antik,… Weiterlesen

Fundstück von Rosa Cota Ein merkwürdiger Trödelfund wirkte naiv und ziemlich bunt. Er sah aus wie ein plumpes Boot Der Boden innen feuerrot. Im Boot da knieten zehn Gestalten – die meisten ihre Hände falten. Da waren alte Männer, Frauen, die ernsthaft in die Weite schauen. Ein junger Engel in der Mitten und Kinder, die die Ohren hielten. Dazu stand auch noch ein Altar – ob dies wohl eine Kirche war? Ein… Weiterlesen

Aufblicken Wenn nach nächtlich tiefem Schlaf unsere Augen Bilder schenken, wird der Anblick langsam scharf: in uns fängt es an zu denken. Erstes Bild zeigt oft die Decke leere Fläche ohne Sinn. Wenn ich dann die Uhr entdecke, weiß ich, wo ich stündlich bin. Aufzublicken, Himmel sehen nach einem kurzen Wiesentraum – Cirruswölkchen schwebend stehen – denn Bewegung sieht man kaum. Zu dem Vater aufzublicken, dass war kindlich angesagt. Ein Gebet zum… Weiterlesen