Gerhard Laukötter's Blog

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Umwunden Eine Trichterwinde fand ein Paar, das vorher sich schon ganz nah gegenüber stand – ihre Hände sie verband. Er zog sie zu sich hin. Was hat er nur im Sinn? Sie streckt sich noch zurück – erwartet so das Glück. Doch beide sind erstarrt, denn Bronze macht sie hart. Werbeanzeigen

Schafkopfkunst Zwei Findlinge im Gras gelegen zu schwer, um sie noch zu bewegen, die inspirierten Kunstideen. Das Ergebnis lässt sich wirklich sehen. Ein Stückchen Blech gut portioniert zwei Ohren seitlich anliiert – das Ganze pechschwarz glatt lackiert: schon ist ein Schafkopf konstruiert. Das Kunststück lebt stark vom Design, klebt angeschmiegt fest am Gestein. Zwei Schafe ruhen brav im Gras perfekte Kunst nenne ich das.

Als ob vom Himmel Farben regnen Unser Nachbar ist sehr kreativ Was hier zu sehen – etwas schief ist ein in den Raum gestelltes Objekt, das sich befreit zum Himmel reckt. An sich verkörpert es nur Glas, hat von der Tür etwa das Maß. Dann nahm der Künstler Acrylat ließ Farben fließen bunt und satt. So stand die Wand auf grüner Au – wenn dann der Himmel auch mal blau – dann… Weiterlesen

Gestandene Frau Auf was ich gerade eben schau, ist eine durchgebrochene Frau. Aus Ton ist die Figur gemacht. Beim Windstoß hat es dann gekracht. Der Körper brach so in zwei Teile. Ich klebte sie schnell wieder heile. Irgendwie zerrissen bleibt der Korpus doch. Ihren Ausdruck den verstärkt dies noch. Die Frau besteht fast nur aus Beinen, die mehr als Baumstämme erscheinen. Ihr Kopf bleibt dafür ziemlich klein. Auch Weiblichkeit soll züchtig sein…. Weiterlesen

Kreuzausverkauf Kirchen werden nun entsegnet. Das Gottesvolk sich eher begegnet in immer kleiner werdenden Kreisen, die zunehmend noch stark vergreisen. Kirchen werden sogar abgerissen Nur sehr wenige die vermissen den lang geschätzten würdigen Bau Bald stirbt auch noch die alte Frau, die jeden Tag noch treu her kam – sich Zeit zum Beten reichlich nahm. Friedhöfe müssen gleichsam weichen. Manch braucht ja heute für die Leichen kaum mehr ein großes Reihengrab –… Weiterlesen

Frostkunstgeometrien Es sind mal gerade drei Wochen her, da wollten Seerosenblätter sich entfalten. Selbst der erste Krötenhochzeitsverkehr ließ auf Frühlingsgefühle hin schalten. Doch zu früh gefreut, denn es wurde bitter kalt. Primeln und Krokusblüten Opfer vom Frost Narzissenknospen erstarrten, machten halt. Der Winter schickte ihnen nur eisige Post. Am Gartenteich wuchsen Kristallkonfigurationen. In magischen Nächten entstanden gläserne Eisdecken. Sonnenstrahlenfeuer schmolz diese Kompositionen, um zur Nacht hin wieder Kreativität neu zu entdecken. So… Weiterlesen

Ein Tongesicht Ein Tongesicht, das Bände spricht: fein ist es nicht. Ein alter Kopf, sein Haaresschopf ist weit gelichtet. Falten geschichtet formen die Stirn. Das Werk ohne Hirn wirkt nachdenklich : interpretiere ich den versunkenen Blick nur ein Stück. Wie menschennah, wie gestaltbar ist so ein Klumpen Ton. Einige Eindrücke schon lassen Gefühle erwecken.

Ruinierte Kunst Dachlos ein alter Schuppen steht vom nahen Meer ganz windumweht. Ein Stück vom Hafen ruht sich aus. Nutzlos erscheint der Rest vom Haus. Seit Jahren schläft hier das Objekt Gemäuer, das beinah erschreckt. Sein Putz bricht ab, die Haut ergraut. Wer weiß noch, wann es wurd erbaut? Weil es wohl niemanden hier stört, sich keiner über Kunst beschwert, da haben Sprayer Wand für Wand spontan gestaltet Hand in Hand. In… Weiterlesen

Mineralienverzauberung Totes Gestein kann nur wenig erregen. Lebendige Materie spricht Fühlendes an. Wenn sich Elemente ordnend verlegen, wachsen Minerale zu Ewigem heran. Manches Ergebnis zeigt Langeweile in Grau. Silbersand spiegelt gar Farben ins Leer. Doch wenn ich ihn im Sonnenlichte beschau, strahlt er brillantweiß – neben dem blauen Meer. Jeglicher Farbton, der Blüten reich schmückt, den find ich verfestigt herrlich im Stein. Was der Natur in Mineralien so glückt, will manchmal bunter… Weiterlesen

Goldene Zeiten Goldene Zeiten heute mir bereiten nicht nur einen besonderen Kunstgenuss Mit dem Hochbarock ist lange Schluss. Von der Kirche ist nur noch der Prunk geblieben. Die neue Zeit hat darüber geschrieben. Die Kathedrale innerlich verwaist zum Schauspielhaus mit Audioführer ein Ein und Aus für Touristen, die staunen und fotografieren, die solch Manieriertes nur schwerlich kapieren. Die Kirche ist eigentlich ein Friedhof der Macht. Wer hier liegt begraben in üppigster Pracht,… Weiterlesen