Das Ende einer Hühnergeschichte

p1150354Das Ende einer Hühnergeschichte

Heute hatten wir in unserem Hühnerstall einen Todesfall. Die seit über drei Monaten erkrankte Lakenfelder-Henne lag tot im Auslauf und hatte ihre Augen verschlossen.
Ihr Ende kam alles andere als unerwartet. Nach wochenlangen operativen Eingriffen in ihren Rachenraum nach Verabreichung von Antibiotika hatten wir lange die Hoffnung, es könnte noch eine Besserung eintreten. Weil aber die Wucherungen immer wieder neu ausgebildet wurden und sich auch an anderen Stellen ausbreiteten, wurde die Skepsis hinsichtlich eines Heilerfolges größer und größer.
Irgendwie hatten wir den Eindruck, als würde sich eine Art Krebsgewebe metastasenhaft vom Hals in Richtung Speiseröhre bewegen. Das leidende Tier konnte in den letzten Wochen kaum noch Körner herunterschlucken. Aufgeweichtes Brot oder ein glitschiger Regenwurm waren nach ein paar anstrengenden Schluckbemühungen dann doch auf dem Weg zum Magen. Trotz intensiver Nahrungsfürsorge magerte das etwa acht Jahre alte Tier zusehend ab. Es war schon bald leichter als jedes ihrer Küken, die vorgestern drei Monate alt wurden und alles Kükenhafte abgelegt haben. Neben der Erkrankung der alten Henne ist sicher das schon hohe Alter des Huhns Ursache für den eingetretenen Tod. Das Tier konnte sich wohl kaum noch wehren gegen die Wucherungen im Halsbereich. So grausam es klingt, unser Huhn ist trotz reichlicher und hochwertiger Nahrung letztlich verhungert. Ich interpretiere diesen Tod als relativ natürlich. Das Tier konnte sich nicht mehr helfen – wir waren am Ende auch machtlos. Wie viele Hühner haben eigentlich mehrfach Küken, leben im Harem eines Hahnes und haben im Laufe ihres Lebens eine bestimmte gesellschaftliche Position im Hühnervolk erreicht? Weiterlesen