Heurig

Heurig

Bald liegt was in der Luft:
ein ganz besonderer Duft.
Eine abgemähte Wiese
gerade so wie diese
ist nicht die Naturidylle pur
sondern nur,
das Ergebnis von Mensch und Gerät
wenn es darum geht
Heu zu ernten.
Das hat nicht im Entferntesten
zu tun mit Ökologie
nirgendwie.
Und doch bin ich an dieser Stelle
an der Quelle
von einem herrlichen Duft,
der aus der Kindheit ruft. Weiterlesen

Die Kunst der Landwirtschaft

Die Kunst der Landwirtschaft

Auf dem Kartoffelacker sind Häufefurchen versprungen.
Ist hier altes Ackerhandwerk misslungen?
Sonst sind die Reihen doch bäuerlich akkurat
bei Spargel, Erdäpfeln und Getreidesaat.
Oder war am Ende der Bauer irgendwie high –
zauberte im Wahn diese Zacken herbei?
War ihm die Geradlinigkeit einfach zuwider
oder schoss ein Krampf durch die ackernden Glieder.
Hier bleibt der Augenblick länger gefangen.
denn die gewohnte Symmetrie geht abhanden.
Landwirtschaft und Kunst sind ein ungleiches Paar.
Die mittelalterliche Bewirtschaftung, wie sie einst war,
brachte dem Menschen eine eigene Kultur
im Einklang – eher ungewollt – mit der Natur. Weiterlesen

Harte Zeiten

p1180410Harte Zeiten

Seit Tagen klirrt die Luft gefroren.
Vom Schnee ein Rest der wirkt verloren.
Laubbäume harren gänzlich nackt
Bei Sternenklarheit richtig sackt
im Januar die Temperatur –
harte Zeiten für die Natur.
Der Maulwurfhaufen nun felsenhart,
kein Vogel mehr am Boden scharrt.
Den Teich verschließt längst dickes Eis
Schneegriesel färbt die Haut zart weiß.
Was macht ein Regenwurm im Winter?
Da komme ich noch rasch dahinter.
Er vergräbt sich tiefer in die Erden
hat frostfrei weniger Beschwerden.
Dort unten ruht er sich dann aus –
verlässt für Wochen nicht sein Haus.
Die Milben können so nicht flüchten.
Acht Beine können´s nicht verrichten.
Damit ihr Gewebe nicht vereist,
die Lösung Frostschutzmittel heißt. Weiterlesen

Beschissene Bilanzen

ackerBeschissene Bilanzen

Eigentlich macht unser Hund
jeden Morgen und jeden Abend
nicht mal ein halbes Pfund.
Er geht immer wieder auf das gleiche Feld.
Eine gute Gewohnheit, die uns gut gefällt.
Nicht am Rand sondern gehörig weit weg
macht er gekrümmt seinen Dreck.
Danach wird tüchtig mit den Beinen gescharrt.
Mit Erdreich wird nicht gespart.
So endet stets sein Geschäft –
Nicht ein einziges Mal wird danach gekläfft.
In Gedanken addiere ich die Zahl,
und ich komm auf ein paar tausend Mal,
die der Hund sich auf dem Acker entleert.
Die Zahl sich tagtäglich vermehrt.
Lebt er etwa zehn Hundejahre,
dann kommt die verdaute Ware
auf weit mehr als 7000 Stück.
Für den Acker ist dies wohl kein Glück. Weiterlesen

Gibt es das geniale Herbizid?

P1130911Gibt es das geniale Herbizid?

Partielle Pflanzenlosigkeit
ein Saatbeet ohne Konkurrenzen
ein Wirkstoff mit kürzester Halbwertzeit
wird fast zum Spiel ohne Grenzen.
Die Wunderdroge Glyphosat
kann jeden Aufwuchs hemmen.
Bekannt geworden als Roundup
soll es all Unkraut dämmen.
Es wirkt auf jedem grünen Blatt
was nicht genmanipuliert.
Die Pflanzen sind bald matt und platt,
denn Leben hier verliert.
Die ganze Welt kennt Glyphosat:
die Wunderwaffe der Chemie.
Wer dieses Herbizid in Händen hat,
herrscht über Leitmagie. Weiterlesen

Im Märzen der Bauer…

ScharbockskrautIm Märzen der Bauer…

Heut wird die Landschaft zugeschissen.
Im Garten blühen die Narzissen.
Der Trecker schleppt den Gülletank.
Er schenkt uns schweinischen Gestank.
Wie schön blüht doch das Lungenkraut,
wär nur die Luft nicht so versaut.
Auch leuchten zart die Märzenbecher.
Wann wird der Ammoniakduft denn schwächer?
Die Gülle fliegt im hohen Bogen,
als Kraniche am Himmel zogen.
Im kurzen Takt rollt braune Flut.
Im Krokusmund lockt Pollenglut.
Die Wiese, die Grün neu entdeckt,
ist flächendeckend kotbefleckt.
Das Scharbockkraut lässt Sonnen strahlen.
Solch Blütengelb kann keiner malen.
Wenn dann der letzte Tank geleert,
der Bauer stolz nach Hause fährt. Weiterlesen

Bodenfurchtbarkeiten

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Bodenfurchtbarkeiten

Wenn ich den Erdboden genauer betrachte,
bekomme ich es mit dem Fürchten zu tun.
Über lange Zeit im Leben ja da dachte
ich, das Erdreich würde noch gut in sich ruhn.
Luft wie Wasser schienen mir weit mehr bedroht.
Der Boden funktionierte in Wald und Feld – fast überall.
Doch die schleichende, zerstörende Bodennot
wird vielleicht zum bösesten Zukunftsknall.
Die schlimmste aller Furchtbarkeiten bleibt seine Versiegelung,
wenn Boden verschwindet für immer von der Oberfläche.
Ob stahlarmierte Betonierung oder Teerasphaltierung
jeder weiß, wovon ich so trostlos hier spreche.
Eine landesweite Furchtbarkeit offenbart ein Gewerbe,
das Boden bis an seine Grenzen belandwirtschaftet.
Aus dem mittelalterlichen, kulturell bäuerlichen Erbe
ist eine Großindustrie entstanden, die für Boden nicht haftet. Weiterlesen