Fuß fassen

Fuß fassen

Wie man sieht
hat es diese Buche nicht leicht,
Fuß zu fassen.
Erst wenn Gestein erweicht,
dann lassen
Wurzeln sich in die Tiefe senden.
An beiden Enden
kämpft der Baum ums Leben.
Unten sucht er Wasser,
nährende Ionen
Oben konkurriert er in Zonen,
wo das Sonnenlicht
Energie verschenkt.
Das Schicksal hängt
zwischen Wurzelspitze
in der Kalksteinritze
und dem jüngsten Buchenblatt,
das sich gerade entfaltet hat.
Seinen Platz finden in der Welt
Zwischen Armut und Reichengeld
zwischen Humus und Asphalt
zwischen jung und alt. Weiterlesen

Verdammt lang her

Verdammt lang her

Verdammt lang her,
dass dieses altbizarre Stück –
kam irgendwann irgendwoher –
fand in meine Hand zurück.
Schier unvergänglich Schalenreste
verbacken sedimentär mit Kies.
Erhaltungszustand kaum der beste
aber bei weitem auch nicht mies.

Verdammt lang her,
seitdem Muscheln wie Schnecken
in diesem Konglomerat fest stecken.
Von weitem betrachtet da erscheint
das Ganze zerbrechlich – wie man meint.
Ich möchte alles in Schichten zerlegen.
doch von wegen!
Kein Krümel löst sich vom Verbund.
Höchst sonderbar bleibt dieser Fund. Weiterlesen

Aus der Tiefe

JordanquelleAus der Tiefe

Aus der Tiefe springt die Welle
Fröhlich rauschend in die Höh.
Stehe hier an schönster Quelle,
wie ich blankes Wasser seh.
Von der Tiefe aber habe
Ich so gar kein echtes Bild.
Diese frische Sprudelgabe
Meine Neugier wenig stillt.

Aus der Tiefe treten Träume,
Rollen Bilderwelt zurück.
Da betret ich wieder Räume
Mal voll Ängste, mal voll Glück.
Seh in Filmen aus Kindheiten
Dinge, die ich längst verlorn.
Rückwärts blätter ich die Seiten
Bin im Traume wieder vorn.
Träume speichern wie Dateien,
wär das Segen oder Fluch?
Könnte meine Filme leihen:
Hätte mich mehr als genug.
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