Gerhard Laukötter's Blog

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Advent, Advent.. der Himmel brennt Für zehn Minuten brannte das Himmelszelt. Feuriges loderte in der Wolkenwelt. Der Tag war wettermäßig weder schön noch etwa hässlich. Zum Abend lugte noch die Sonne hervor Das Wolkenbett riss so manches Tor. In der Dämmerung waren Schäfchenherden locker am Horizont über den Erden. Die Dezembersonnenglut tat den Wölkchen richtig gut. Im Nu standen sie hell in Flammen Sie rückten enger noch zusammen, dass nur wenig Feuer… Weiterlesen

Fluorit Das Nachmittagsoktoberlicht sich flach im Fluorite bricht. Die späte Sonne illuminiert, dass Kristallines toll brilliert. Wie schön war dieser Tag doch heut: der Himmel blau, dass es uns freut. Letzte Libellen schießen wild. Sie stören fast vom Herbst das Bild. Ich ließ die Wärme auf mich strahlen, die keine Rötung mir mehr malen. Marienkäfer sonnten sich in Massen noch im warmen Licht.

Herbstnebel Gestern noch schwangen sich Mosaikjungfern ganz ausgelassen über den Gartenteich hin und her. Nichts war ihnen zu schwer. Aber die Nachtsterne ließen viel Kälte sinken. Im Morgenhauch will der Nebel schminken. Auf dem leeren Wiesental schmiegt sich ein schwebendes Tuch. Von der Feldeiche vergeblich ich such ihr knorriges Kronengeäst Der Dunstschleier hält es noch fest. Wie verwunschen ist heut diese Welt. So trübe das Licht kaum erhellt. Am Spinnfaden hängen Tropfenreihen,… Weiterlesen

Motten im Licht Natürlich sind die Nächte dunkel. Lediglich fernes Sternengefunkel leuchtet mikroskopisch klein in die schlafende Welt hinein. Doch dieser Erdball kennt die Menschenflut. Das tut der Dunkelheit nicht gut. Die Erfinderischen wollen die Nachtschwärze nicht. Sie suchen ständig nach neuem Licht. Früher hatten viele Tiere nach dem Sonnenuntergang Frieden. Sie haben nächtliche Bewegungen ruhig vermieden. Heute leuchtet es nicht nur in den Städten lichterhell. Für Motten, alle Nachtfalter ist das… Weiterlesen

Bergkristallin Als wär es allerreinstes Eis so überhell und strahlend klar doch scheint die Sonne noch so heiß bleibt dies Gebilde hart und starr. Kristalle blenden all das Licht, treten sie bergtief erst zu Tage. Ein Glanz, der sich auf Seiten bricht, stellt alle Schönheit außer Frage. Bergkristalle kennen keine Farben: Das pure Sein in lichter Form. Sie wirken fast wie Göttergaben Naturgesetze sind die Norm. Manch Bergkristall wächst unermesslich. Zwei Meter… Weiterlesen

Raumgreifend Seitdem das Laub völlig losgelöst, erscheint der Baum als Lichtgestalt. Das Auge auf Strukturen stößt, vom schwindend Abendrot ummalt. Ob Pappel, Erle oder Weide vom Stamm greift Astwerk in den Raum. Im abgestreiften Winterkleide zeigt sich skeletthaft jeder Baum. Als wär das Fleisch ihm abgefallen – nur Knochen ragen vorgestreckt – lässt allen Lärm nun weiter schallen. Kein Blatt den Tonmüll mehr noch schreckt. Ein jeder Baum wächst eigene Muster, um… Weiterlesen

Fassadenleuchtspektakel Recklinghausen leuchtet nun zur dunklen Nacht. Fassaden sind für das Auge fein bunt gemacht Gebäude werden mit Farbvorhängen geschmückt – ein Effekt, der Fotografen am Auslöser entzückt. Die Stadt wird plötzlich von Sehlustigen frequentiert eine Prozession von Farbsüchtigen prominiert. Was gibt es auf einmal in Recklinghausen zu sehen – wo doch sonst viele diese Stadt eher umgehen? Vom Krieg blieb wenig hübsche Bausubstanz erhalten. Schmuckloses Neues überwiegt über nostalgisch Altem. Auf… Weiterlesen

Der Sonne entgegen Ein Weidenpfahl schräg abgestutzt vom Zahn der Zeit gebissen. Ein Stacheldraht als scharfer Schutz ist rostig braun verschlissen. Das Herz vom Pfahl ist ewig hohl Sein Holz zerfiel zu Erden. Darin fühlt sich die Nessel wohl, will stattlich groß hier werden. Aufrecht strebt nun ihr junger Trieb aus tiefster Gruft ins Freie. Ein Sonnenbündel hellt ihn lieb begrüßt so gern das Neue.

Schattenspiele Schattenspiele gibt es so viele. Im rechten Lichte dazustehen sich Sonnenseiten anzusehen, das fällt nicht immer allzu leicht, weil ja der Schatten selten weicht. Im Vordergrund die Lichtgestalten sie können sich nur dort entfalten, wo sie im Focus sich befinden möglichst viel Licht auf sich da binden. Doch jeder Schein der wirft auch Schatten. Was wir noch grad erhellt uns hatten, das bildet hinten Nachkonturen, aus Dunkelheit erzeugte Spuren. Mit Fingern… Weiterlesen

Vernebelt Der Tag wollte nicht wach werden. Eine Nebellast erdrückt die Erden. Durch grauen feinsten Tröpfchenstaub Wird blindes Licht zum Wetterraub. Am Boden trieft so kalter Schweiß. Die Welt erscheint heut schmutzig weiß. Es schwebt viel Wasser durch die Luft – gar niemand hier nach Morgen ruft. Mein Sinn verfolgt die trübe Spur gezwungen durch die Urnatur. Vorsichtig treten erste Silhouetten aus trügerischen Schleierbetten. Ein februarnacktes Baumgerüst als Scheme von dem Dunste… Weiterlesen