Gerhard Laukötter's Blog

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Ein Schiff wird kommen… Ein Schiff wird kommen – ein anderes geht Über beiden ein dunkles Wölkchen weht. Gleich liegt das Monster ruhig am Kai Doch mit der Ruhe ist es dann schnell vorbei. Abertausend Touristen quellen von Bord, überschwemmen gewaltig den Anlegerort. Der Ansturm wird erwartet – alle Geschäfte sind offen Souvenirläden können auf gute Umsätze hoffen. Doofe Andenken von der Insel – in China gemacht sind nun verkäuflich, bis die… Weiterlesen

Zur Ewigkeit erstarrt Selten habe ich eine derart lebendige Felswand gesehen. Ein Vulkan musste bersten – wie auf Madeira geschehen. Millionen Jahre sind seither verstrichen. Das Gestein ist nur wenig in seiner Farbigkeit verblichen. Kein Grashalm, kein Mooskissen, kein Flechtenbart kann ich aus der Ferne erkennen – der Fels scheint zu hart. Selbst der raue Wind und die tosende Gischt haben keine Weichheit in die Steilwand gewischt. Wie hat an dieser Stelle… Weiterlesen

Türgesichter Sie ist oft die Visitenkarte von einem Haus sieht – vom übrigen betrachtet – besonders aus. Wer auf ein Haus zugeht, stößt meist auf eine Tür aus Holz. Manche eine ist schlicht, eine andere eher stolz. In alten Städten bleib ich häufig vor Türen stehen, will ihre Geschichte und Eigenart sehen. Der Stil der Zeit spiegelt sich in der Herstellungsart. Der Reiche will sie prächtig, der Arme an allem Überflüssigen meist… Weiterlesen

Ein Bach im bunten Farbenkleid Viele Bachläufe habe ich bisher schon betrachtet – was der Mensch ihnen oft angetan hat, verachtet. In Betonbett gezwängt, im Freilauf eingeengt oder sogar ins Abwassersystem zugemengt: manchem urbanen Fließgewässer ging es ursprünglich bei Leibe viel besser. In meiner Nähe wird zur Zeit die Emscher renaturiert, auf dass sich die hässliche Sünde eines Abwasservorfluters wieder verliert. Der Wasserkörper ist fast wieder rein und auch die Flussgestalt darf… Weiterlesen

Wenn Licht versinkt Wenn Licht versinkt am Horizont, sich weiter Blick minütlich lohnt. Goldwarmes Rot tönt die Kulisse schwärzt dabei alle Schattenrisse. Wie anders zeigt nun sich das Bild. Wenn Morgensonne hier früh spielt, lockt Farbenfülle sie hervor. Manch Vogel singt dann gern im Chor. Jungblüten werden wachgeküsst, wie sie ein warmer Strahl begrüßt.

Menschenleer Menschenleer, keine Straße, kein Haus – wie sieht denn dieser Fleck nur aus? Doch hinter mir steht so mancher Bus, aus denen ergießt sich Menschenfluss. Dort staunt der Reisende nicht schlecht: denn die Natur scheint ziemlich echt. Hier oben kann der Mensch kaum bauen. So dürfen Augen hier noch schauen, was die Natur aus Bergen macht, wenn vorher ein Vulkan gekracht. Kein Strauch, kein Baum lässt sich erspähen, was wir wie… Weiterlesen

Kurz zur Ruhe kommen Eben mal kurz zur Ruhe kommen, eine kleine Auszeit genommen haben sich Herrchen und Hund in Funchal etwa zur Mittagsstund. Sie könnten bequemer wohl rasten doch die beiden eben passten gut auf die Mauer gestreckt – ich hoffe, dass niemand sie weckt. Um sie herum da pulst das Leben. Menschenmengen wie Ameisen streben geschäftig zu ihren eigenen Zielen. Die zwei sind völlig aus diesen Spielen.

Inszenierte Idylle Attraktionen – sie stehen im Reiseführer fett gedruckt. Ein Besuch soll sich immer lohnen. Im Halbstundentakt eine Busladung Pauschalreisender guckt. Ein Hordenführer sagt, seinen Spruch zum tausendsten Mal scheinbar ohne sichtliche Qual. Hier in Santana werden typische Häuser besucht. Jeder, der den Ausflug gebucht, weiß bereits aus dem Prospekt, die Häuschen sind reetgedeckt. Sehr adrett wirken sie hübsch angemalt. Alles hat die EU mit Fördermitteln bezahlt.

Sechszehn Prozent Eine Insel maiengrün, übersät von Blüten, die muss ein besonderes Geheimnis hüten. Madeira gleicht vielleicht einem Garten Eden. Es scheint so, als wollten Pflanzen hier reden. Bougainvilla, Hibiscus, Papageienblume beduften die Insel zu prachtvollem Ruhme. Agapanthus als Liebesblume bei uns hoch geehrt säumt hier die Straßen, wo immer man fährt. Noch nie habe ich so eine bunte Insel gesehen. Wie konnte solch Traum in Erfüllung nur gehen?

Im Palmenherzen Im Palmenherzen brodelt ein Vulkan. Aus der Tiefe schießt die Lava hoch. Da hab ich mich doch glatt vertan. Am Ende sind es Blätter doch. Was ich dort seh, macht mich perplex. Verworren sieht das Chaos aus. Aus diesem bräunlichen Komplex, da wachsen glatte Blätter raus. Zusammengerollt, vielfach gedreht sind sie am Anfang wie verhext. Wenn die Entwicklung weiter geht, aus diesem Wust dann Klarheit wächst.