Gerhard Laukötter's Blog

Archiv

Ganz schön kriebelig! Auf der Suche nach heiliger Quellennatur kamen wir Kriebelmückenlarven auf die Spur. Im Hunsrücker Hochbuchenwald wo das Grundwasser echt, tiefenkalt, da klebten am cremeweißen Quarzit 136 Larven, die hielten sich mit Haarkränzen fest an dem gefluteten Stein. Sie wollten wohl gerade nur hier sein. Die mehr oder weniger jungen Rangeraspiranten sie kamen hierher, ja sie kannten diese merkwürdigen Mückenlarven noch nicht. Das mildwarme Nachmittagslicht schimmerte hell in den Quellbach… Weiterlesen

Hier Kann`ste brüten! Das gibt`s doch nicht – der hat ne Meise – auch das Gelächter schallt nicht leise. Da hängt vom Tee die alte Kann hoch am Pfosten – just for fun! Wurd früher Tee aus ihr gesoffen, so ist sie heut für Vögel offen. Die Definition von dem Teeei erfolgt hier sicherlich ganz neu. Hier werden Mittel geheiligt vom Zweck Die Kanne ist sicher mehr als ein Gag. Als schneller… Weiterlesen

Grüne Kirschen Der Blick heut in den Kirschenbaum er zündet mir manch süßen Traum von herzensroter reifer Frucht, die gierig oft mein Finger sucht. Noch heißt es aber: ruhig warten. An vielen Stellen zeigt der Garten, dass er mich reichlich bald beschenkt. Manch Apfel kleinst am Zweige hängt. Färben die Kirschen etwas rot, beginnt für sie bereits die Not. Das Amselvolk, die frechen Stare zerpicken unreif diese Ware. Sie sind vom Rot… Weiterlesen

Lindenschwärmer Seit Tagen drückt der Duft vom Flieder. Die Vögel proben fleißig Lieder. Das Blattgrün treibt mit stolzer Wucht. Am Kirschbaum zeigt sich erste Frucht. Fünf Frösche quaken sexgequält. Bald wird die Liebste ausgewählt. Der Maienabend ist heut wärmer. Da flattert vor mir nah ein Schwärmer. Tief unten in dem Wiesengras mein Finger ihn vom Boden las. Nun klettert dieser plumpe Falter – ein Jahr zählt wohl sein Lebensalter – bedächtig über… Weiterlesen

Auf die Reihe gekriegt So etwas kann Natur wohl nicht. Der Gärtner bringt es jetzt ans Licht. Schau ich auf mein Gemüsebeet, dort alles in der Reihe steht. Salat, Schwarzrettich, Ruccola stehn allesamt gradlinig da. Es ist und bleibt des Säers Wille – im Alter meist mit Kurzsichtsbrille, dass jedes Korn bekommt die Stelle in exakt gezogener Bodenrille. Der Gärtner liebt Gradlinigkeit. Zum Wildwuchs ist er kaum bereit. Zwischen Kulturen streng gereiht… Weiterlesen

Radieschenzeit Wer einen Garten eigen hat, nicht nur zum bloßen Schmuck, wird manchmal durch die Ernte satt, denn Wachstum geht ruckzuck. Von Kinderzeiten lieb ich sehr Radieschen, diese roten. Sie sind der erste Frischverzehr im Mai schon angeboten. Die dicken Samen lege ich ins Erdreich, aber flach. Auf diese Art wärmen sie sich. Der Keimling wird früh wach. Nach ein paar Tagen seh ich schon, wie es aus Boden sprießt. Das Erstlingsblatt… Weiterlesen

Rapsodie in Gelb Leuchtend gelb erstrahlt das Feld. Wer all die Blüten für sich zählt, wird darüber alt und mäusegrau. Himmel malt dazu bestes Blau. Dass nun Raps wieder erblüht, früh durch meine Nase zieht. Süßer, schwerer Duft betäubt, lockt Bienenvolk, das gern bestäubt. Es macht aus diesem Blütenmeer alle Waben voll und schwer. Ohne diese Massentracht Imker kaum Geschäfte macht. Bauern lieben Honigbienen. Denn die Tiere ja sie dienen, als Bestäuber… Weiterlesen

Widderbock Die Sonne scheint mit Mittagskraft Auf eine Margeritte. Am Blütengrund lockt süßer Saft Vor allem in der Mitte. Da landet sanft ein Käfertier Ist schwarz und gelb gestreift. Es lockte ihn die Nektargier Ist dafür rumgeschweift. Als Widderbock in dem Kostüm Gleicht er schon einer Wespe. Die Blüten liefern ihm Parfüm – Manchmal das allerbeste.

Lilienende Leuchtend gelbe, weiße Kelche Auch orange, gar purpurrot Und ich frage mich, ja welche Lilie mir das Schönste bot. Wochenlang stand ich begeistert, Bunt betört am Blumenbeet. Manche Hummel wie bekleistert war mit Pollen überklebt. Am Ende von dem Blütenkorso Erblick ich schmutzig fiesen Dreck. Erstes Blatt wurd dort zum Torso. Grausam war der böse Schreck. Lauter kotumschmierte Larven Schlüpften scheinbar über Nacht.

Regenzauber Ein Regenbad im schwülen Mai Es brachte frische Luft herbei. Chaotisch war der erste Fall Bedonnert durch Gewitterknall. Als dann die Front gen Osten zog, der Tropfen immer leichter wog. Der Regen wurde immer dünner – Zuletzt nur feinster Wasserschimmer. Ich ging hinaus und sah am Grün, wie mancher Tropfen silbern schien. Auf Blätterwangen lagen Schläuche Ganz so wie nackte Wasserbäuche. Dann sah ich von dem Mohn die Blüte Mit Wasserperlen… Weiterlesen