Der Mais ist weg!

Der Mais ist weg!

Der Mais ist weg.
Er erfüllt bald seinen Zweck.
Wird von Rindviechern verdaut –
dann erneut angebaut
für möglichst hohen Biomassengewinn.
So macht Landwirtschaft wohl Sinn.
Mais ist ein erwünschter Migrant –
seine Wertschätzung längst anerkannt.
Er verwandelt Gülle in Kolben voller Korn
Höchsterträge sind unersättlicher Ansporn.
Auf dem Feld herrscht er für sich allein.
Andere Pflanzen sollten hier nicht sein.
Dafür sorgt ganz sicher Glyphosat –
ein erfolgreiches Herbizid in der Tat.
Der Boden ist lange schon artenentleert.
Milben wie Springschwänze entbehrt
die Ackererde ist wurm- und assellos
nur Bakterien, die gibt es hier bloß.
Der Humusgehalt wurde stark reduziert,
so dass die Wasserspeicherung enorm hier verliert.
Wenn dann Dürrezeiten nicht weichen,
gibt es bald schon pflanzliche Leichen.
Sollen wir den massenhaften zu frühen Maistod betrauern?
Sollen wir landwirtschaftliche Dummheit bedauern?
Mit Steuergeldern werden Betriebe erhalten,
die anschließend kaum einen Hebel umschalten.
So tot war schon lange kein Maisacker mehr.
Das macht mir so nicht das Leben schwer.
Viel schlimmer ist, dass wir keinen Weg dahin finden,
wie wir wieder Natur in unsere Böden einbinden.
Zwei Riesenhalme hat der Maissilierer vergessen.
Auch wenn die Pflanzen drei Meter fast messen,
sind sie für mich wie ein mahnendes Denkmal:
Haben wir für die Zukunft noch eine bessere Wahl?

Sag mir….

p1150825Sag mir…

Sag mir, wo der Regen ist –
wo ist er geblieben?
Sag mir, wo der Regen ist –
Wolken sind so fern.
Sag mir, wo der Regen ist –
weht nur ständig heißer Wind
Klimawandel zu verstehen,
lernt vielleicht das Kind.

Sag mir, wo die Blumen sind –
wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Blüten sind –
Buntheit ist so fern.
Sag mir, wo die Vielfalt ist
Wiesen waren immer bunt.
Seit sie nur noch Gülle säen,
einsam wird der Grund.

Sag mir, wo die Schweine sind-
wo sind sie geblieben? Weiterlesen

Gibt es das geniale Herbizid?

P1130911Gibt es das geniale Herbizid?

Partielle Pflanzenlosigkeit
ein Saatbeet ohne Konkurrenzen
ein Wirkstoff mit kürzester Halbwertzeit
wird fast zum Spiel ohne Grenzen.
Die Wunderdroge Glyphosat
kann jeden Aufwuchs hemmen.
Bekannt geworden als Roundup
soll es all Unkraut dämmen.
Es wirkt auf jedem grünen Blatt
was nicht genmanipuliert.
Die Pflanzen sind bald matt und platt,
denn Leben hier verliert.
Die ganze Welt kennt Glyphosat:
die Wunderwaffe der Chemie.
Wer dieses Herbizid in Händen hat,
herrscht über Leitmagie. Weiterlesen

Vom Maise befreit…

P1030882Vom Maise befreit…

Vom Maise befreit sind Ackerflächen,
des Häckslers Maul wollte sie alle.
Scharfe Zähne reife Kolben zerbrechen
Es kaut die Ernte bald das Vieh im Stalle.
Der Mais stand einsam oft mit sich geklont.
Kein Gesellschaftspflänzchen fand bei ihm Asyl.
Vorm Herbizid blieb keines hier verschont –
Die brachte Bauer mehrfach fies ins Spiel.
Der heiße Sommer stieß die geilen Pflanzen
in neue Höhen – düngerhochgedopt.
Am Acker selten Mücken glücklich tanzen.
Der Wertschöpfer nur gern den Zuwachs lobt.
Vom Pflanzenleib bleiben nur Strünke stehen –
multipel zerfetzt durch kalten Messerschnitt .
Oh Wunder –
jetzt kann man wieder die Landschaft sehen! Weiterlesen

Als wär es bunter Mais…

KolbenAls wär es bunter Mais…

Am Sonntagmittag endlich starten
meine Füße. Der Botanische Garten
will nicht länger warten.
Ein restlos aufgeräumter Himmel
noch etwas fernes Glockengebimmel
so grüßt Münster überschwemmt vom Sonnenlicht.
So kannte ich Monasterium bisher nicht.
Hinter dem Schlaun’schen Schloss
ist heute mächtig was los.
Müßige Menschen jung oder alt
die lässt die Botanik heute nicht kalt.
Ich wusste: Botanische Gärten
sind bunte Beete,
die sich durch Schilder erklärten.
Überall konnte man in Deutsch und Wissenschaft lesen,
was vor einem wuchs an pflanzlichem Wesen.
Kannte man den Pflanzennamen schon,
war es wie gärtnerischer Lohn,
dass auf dem Schild ganz genau das stand,
was das Gedächtnis vorher schon fand.

Das letzte Sommerfest war längst verblüht.
Doch auch das Herbstfinale zieht
noch einmal alle Farbenregister auf:
malt späte Blüten bunt so wie im Schlussverkauf. Weiterlesen

Giftpflanze des Jahres

RitterspornGiftpflanze des Jahres

Seit Tagen blüht der Rittersporn
als hätt der Himmel Blau verlorn.
Sein Blütentrieb steil hochgeschossen
hat Sonnenlicht ganz früh genossen.
Wie Trauben schmiegen Blüten dicht
keine aus dem Verbunde bricht.
Die unteren sind aufgerissen,
eh letzte ihre Fahnen hissen.
Gebündelt scheint jetzt alles Blau
Delphinum reizt zur Narbenschau.
Der Rittersporn ist gar nichts Rares
und trotzdem Giftpflanze des Jahres.
Ist solche Ehre doch mehr Last?
Wenn du ein Gift so in dir hast,
dann wirst du schneller doch gemieden –
da endet manchmal Glück und Frieden.
Was ist denn Gift in dieser Welt?
Richtig dosiert ja dann gefällt
es ewig schon wohl den Doktoren.
Aus Gift wird Medizin geboren. Weiterlesen

Die Saat geht auf

SaatDie Saat geht auf

Es dauert ein paar Tage nur
da bricht der Boden eine Spur
breit schwanger auf.
Ein Samen springt zum Lebenslauf.
Die Nachbarsamen keimen auch.
Ihnen platzt der Schalenbauch.
Heraus sprießt zart ein blasser Spross.
Von Tag zu Tag wird er nun groß.
Die Saat im Beet zieht eine Reihe
Doch auch daneben in der Freie
erscheint ein Blatt im Licht der Welt –
Das war hier keineswegs bestellt.
Das Gartenbeet ist reserviert.
Hier wird die Saat später pikiert.
Nur so viel Pflanzen dürfen leben,
die den Ertrag bestens ergeben.
Der Überschuss vom Samentrieb,
den hat der Gärtner wenig lieb.
Oft wird aber auch so gesät,
dass nur das Nutzbare aufgeht.
Was die Natur an Samen spendet,
wird eigentlich hier nicht verwendet.
Als Bei- und Unkraut deklassiert
der Aufwuchs Lebensrecht verliert. Weiterlesen