Gerhard Laukötter's Blog

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Klein aber fein Ein ziemlich zartes Larventier wohnt gern an dunkler Stelle. Triefnasses Laub, das zeigt auch dir den Geburtsort: eine Quelle. Aus einem Köcherfliegenei schlüpft hier am kühlen Ort ein Winzling in dem Blätterbrei, will köchern ab sofort. Die allerfeinste Seide nur, das Lärvchen spinnt sie bald zu einem dünnsten Kleide pur. Im Wasser ist`s so kalt. Doch schützt dies Traumgewande den weichen Körper kaum. Verklebt werden nun Sande am Seidenmantelsaum…. Weiterlesen

Ein Bach Ein Bach wird aus der Tiefe wach. Aus irdenem Schoß Wasser abfloss – die offene Stelle eine Quelle. Kalt und klar seit 10 000 Jahr rinnt ein magerer Strahl stetig ins Tal. Aus der Unterwelt da hält sich kaum ein Tier im ersten Lichte hier. Wer hier lebt am Moos oder Steine klebt, ist mit Wenigem zufrieden. Kieselalgen werden abgerieben. Ein morsches Blatt wird verdaut, Totholz zerkaut. Die Lebensraumstube ist… Weiterlesen

Der Freund des süßen Wassers (Limnephilus) Er ist der Freund vom süßen Wasser Stammt aus der Zunft der Köcherfliegen So beschrieb ihn einst der Artverfasser Genauso trefflich wie gediegen. Geschlüpft gleicht er den Schmetterlingen Eher mottengleich mit braunem Kleid. Doch Haare auf den Flügelschwingen Bringen schnell Unterscheidbarkeit. Nur ein paar Wochen währt das Leben Des Vollinsekts im Ufersaum. Wenn Eier unter Wasser kleben, endet schon früh der Hochzeitstraum. Die Larven brauchen frisches… Weiterlesen

Bachkonzert Dort, wo es aus der Tiefe quillt, Ein blinder Flohkrebs Hunger stillt. Die Höhlenassel körperzart An Sauberkeit so gar nicht spart. Von dem Besuch im Tageslicht Sie sich nicht allzu viel verspricht. Doch trifft sie an dem Quellenort Den Strudelwurm grad bei dem Mord. Der hat just seinen großen Schlund – Einzig allein aus Hungers Grund – Über den Flohkrebs aufgerissen. Das ist ein guter Frühstücksbissen. Die Quellenschnecke kriecht bedächtig raspelt… Weiterlesen

Besuch beim Bach Hinter unserem Garten fließt, wo Landschaft noch etwas Freiheit genießt, ein kleiner Alltagsbach mit Wasserströmen daumenflach. Das linke Ufer streckt sich hoch hinauf zur Bahn Am rechten malmt zu Sommerzeiten Rinderzahn. Das Bächlein rinnt in gerade Form gestreckt Es wirkt von braunem Schlamme leicht verdreckt. Vor Jahren fand ich ein paar Muscheln dort – Es war leider der letzte Ort, für diese sehr bedrohte Art.

Frei fließende Bäche – tierisch gut! Ist unser Bach recht krumm und wild, Erzählt er gern sein Lebensbild: Von kleinen zarten Glockentieren Sehn wir die Härchen ondulieren. Wo weiche Schwämme samtig sitzen, erkennt man fiese Nadelspitzen. Moostierchen mit Tentakelkränzen Durch elegante Schönheit glänzen. In ruhigeren, trüben Ecken Schlammschnecken allzu gerne stecken. Ist frisch das Wasser vom Grunde kalt, Da findet man Quellschnecken bald. Im Sediment und feinem Grus Gräbt sich manch Erbsenmuschelfuß… Weiterlesen

Im Bache Es war einmal eine Schlammschnecke, die schleimte sich an einer Ecke. Doch plötzlich ging ihr Kleber aus, Da blieb sie lieber tief im Haus. Der Schneckenegel dieser Wicht, Der beißt beim Fressen einfach nicht. Wo anderswer recht lange kaut, da hat der Wurm sich voll gesaugt. Wenn ich die Köcherfliege störe, zieht sie zurück sich in die Röhre. Wird dunkel es am klaren Bach, dann wird der kleine Maurer wach…. Weiterlesen

Makrozoobenthos Wer im fließenden Wasser am Boden sucht, die Tiere da unten mal preist – dann verflucht – Wer mit Keschern und Sieben und Kennerblick Den Bachlauf inspiziert so Stück für Stück, der muss wohl ein neugieriger Forscher sein mit Stiefeln oder Wathosen an seinem Gebein. Er wirbelt Substrate im Wasserstromlauf Und sammelt die Drift mit Netzwerken auf. Was sich von der Welle nicht fort spülen lässt, sitzt unter Steinen und haftet… Weiterlesen