Nichts als Kulisse

Nichts als Kulisse

Ein kleines verschlafenes Dorf an der Ankerbucht
mit Einwohnern, die man vergeblich hier sucht.
Liegt hier der Wilde Westen nah am Meer?
Doch dieses Bild das täuscht leider sehr.
Auf Malta sonnt sich dieser versteckte Ort –
einstiges Geschehen ist schon lange fort.
In nur siebzig Tagen wurde damals erbaut,
dieses kleine Idyll, das märchenhaft ausschaut.
Für einen Film wurde Szenen hier abgedreht,
Die pittoreske Kulisse bis heute noch steht.
Touristen kommen und sehen sich gern an,
was ein Robby Williams einst hier getan. Weiterlesen

Bewegtes Stillleben

Bewegtes Stillleben

Wellenstaffeln plätschern unaufgeregt.
Nächtlicher Sturm hat sein Temperament abgelegt.
Verlassen wirkt hier die Badebucht.
Vergeblich man hier etwas Menschheit sucht.
Schilder sind unübersehbar positioniert
Im Alter eines an Emaille verliert.
Ein zweites hängt bunt belehrt den Gast,
welche Qualle im Meer
du besser nicht anfasst.
Manche der Medusen,
die im Mittelmeer schweben,
können über Nesselzellen
allerstärkste Gifte abgeben. Weiterlesen

Auflösungserscheinungen

Auflösungserscheinungen

Aus Sediment am Meeresgrund entstanden
als Gestein aus Muschelkalk und Sanden.
Dann hob sich später dieser Fels ans Sonnenlicht.
Eine Insel tauchte auf, die langsam wieder zerbricht.
Was vor mir ragt, ist ein kleiner Natursteinbrocken.
Die meiste Zeit sonnt er sich, bleibt monatelang trocken.
Vom Ozean weht meist ein frischer Wind, der reibt ihn mild.
Doch gibt es Tage, da sind alle Lüfte mehr als wild.
Im Winter wird das Felsenmeer schon öfter nass.
Auch diesem zerfetzten Stein passierte das
wohl über unendlich lange Zeiten. Weiterlesen

Untergangsstimmung

Untergangsstimmung

Warum lassen wir uns von Sonnenuntergängen so entzücken?
Warum will uns solch ein Bilderfilm immer wieder beglücken?
Wenn bei Capri die Sonne im Meer versinkt,
die Gefühlswelt ins Romantische springt.
Wie oft habe ich solche Szenen schon fotografiert –
jede Phase des Abtauchens dokumentiert.
Sonnenuntergänge werden oft als kitschig deklariert. Weiterlesen

Die Weißmacher

Die Weißmacher

Fassadenpflege ist angesagt
Anstreichermut ist hier gefragt,
die Kuppel soll ganz weiß erstrahlen,
da muss man sehr mutig malen.
Kirchengebäude prägen Städte
Wenn Köln den Dom nicht für sich hätte,
fehlte Identität hier nah am Rhein
Wahrzeichen will manch Kirche sein.
Das Innere vom Gotteshaus
ist selten arm wie Kirchenmaus.
Mit viel Gold und Glanz wird überdeckt,
was an Verdorbenheit dahinter steckt.
Gespalten ist für mich der Blick.
Als Kind wähnte ich mich im Glück,
in dieser Kirche eng zu wohnen. Weiterlesen

Krippenplatz

Krippenplatz

Vier Wochen im Dezember nennt
religiös geprägte Kultur
die Zeit Advent.
Es werden Kerzen angezündet,
bis sich ein Christkind schließlich findet
geboren irgendwo in einem Stall
dann ist wohl Weihnachten der Fall.
Ob Märchen oder doch Realität,
was damals zwischen Schafen steht,
ist ein Krippenbettchen voll mit Stroh
darin ein Baby –
in dulci jubilo.
Heut wird aus Advent meist nur Konsum.
Der Handel möchte dafür alles tun,
um möglichst viel jetzt zu verkaufen. Weiterlesen

Tintenfischtragödien

Tintenfischtragödien

Auf Mittelmeerinseln Fischmärkte locken:
Frutti di mare so weit das Auge reicht.
Manche Tierschicksale jedoch Seelen schocken,
noch bevor der Tod ihre Augen bleicht.
Nachtgefangener Fisch frisch gegrillt serviert –
davon träumt manch Reisender – er verliert
sich dabei ganz in seinen besonderen Genuss.
Die tausende Fischleichen machen kaum Verdruss.
Dass Fischer nachhaltig Fischerei betreiben,
das will niemand ihnen an ihrer Stelle verneiden.
Viele Besucher des Marktes erleben Artenvielfalten,
die sie zuvor wohl für unmöglich haben gehalten.
Mancher Fang erzeugt auch Ekelreaktionen,
die die Gefühlsetagen wenig schonen. Weiterlesen

Eigenheim aus Pappmache

Eigenheim aus Pappmache

Viele Wespenarten wie Hornissen
alle bestens Bescheid wissen,
wie sie ein Nest bauen aus grauem Holz
Ein Eigenheim ist bald ihr Stolz.
Vom Weidenpfahl, vom alten Brett
da nagen sie von früh bis spät
das alte blasse Holzgewebe.
Vom Speichel gibt’s dazu die Klebe.
Sie kauen alles zu feinem Brei.
Der Nestbau startet Anfang Mai.
Die Paste trocknet zu dünnem Papier.
Ein Wabenbauwerk entsteht bald hier.
Aus Pappmache wachsen die Wände.
Mundwerkzeuge sind die Hände,
die diese Masse dann aufschichten,
und dabei farbig uns berichten,
welches Holz die Wespe gerade wählte. Weiterlesen

Fast nichts im Wege

Fast nichts im Wege

Raues Gestein in allen Größen
liegt auf dem Weg mir tief zu Füßen.
Jeder Schritt der knackt und kracht,
weil meine Sohle Druck hier macht.
Wie anders fühlt der Weg im Wald,
wo gar nichts – nur ein Ast mal knallt,
wenn ich auf ihn den Fuß schwer setze
und sein Skelett brüchig verletze.
Sonst kann aus Moos und Blätterschichten
ein weiches Bett sich hier einrichten.
Doch schnell zurück zum harten Pfad,
der immerzu nichts Zartes hat.
Daneben ist die Pflanzenwelt
Nur sehr bescheiden aufgestellt.
Flaches Gesträuch im Felsenmeer
duckt lückenhaft, ist dornenschwer. Weiterlesen