Pigcity

Pigcity

Ich lebe in einer kleinen Stadt,
die einen großen Schlachthof hat.
Dass dort Tiere geschlachtet werden, ist normal –
hoffentlich ohne zusätzliche Qual.
Früher, als die Tötungsfabrik noch nicht so groß,
brauchte man an gewissen Tagen bloß
das Fenster ein wenig aufzustellen,
dann kamen untrügerische Duftwellen,
die sofort jeder Nase verrieten:
Es müssen Mettendchen sein,
veredelt aus westfälischem Schwein.
die gerade die Räucherphase durchliefen.
Da musste die Luft danach miefen.
Ich wusste von tausenden Tieren,
die wöchentlich ihr Leben hier verlieren.
Die genaue Zahl blieb mir aber unbekannt.
Jetzt hat sie die Presse benannt. Weiterlesen

Hühnerkükenglücksgefühle

P1100665Hühnerkükenglück

Irgendwann im Sommer ist es soweit:
eine Henne wird gluckig, ist zum Brüten bereit.
Sie wärmt das Gelege nun über Tag und bei Nacht
Nach drei Wochen langer Sitzung ist es dann vollbracht.
Mit dem Eizahn wird von innen die Schale gesprengt.
Das Küken lebte dort ziemlich eingeengt.
Aus flauschigen Federn piept es sogleich.
Sie erkunden sofort schon das Erdenreich.
Die Mutter ist besorgt macht die Flügel breit.
Die Küken schlüpfen drunter unters Flügelkleid.
Die Henne hat als Mutter ihre Sprache moderiert –
ganz neue Töne für die Kinder werden ausprobiert.
Da ist eine helles Locken, damit zeigt sie an,
dass sie einen leckeren Fund hat getan.
Den legt sie den Kleinen vor den Schnabel hin.
Selbst ihn zu fressen, kommt ihr nicht in den Sinn.
Die Küken wachsen schnell – denn ihre Mutter sorgt gut.
Sie hat von der Kinderliebe reichlich im Blut. Weiterlesen

Fünf Gänsebrüste

P1010700Fünf Gänsebrüste

Zehn Keulen und fünf Gänsebrüste
Die schüren bald Genießerlüste.
Auch Gänseschmalz und Gänseleber
Sind in der Küche Geschmacksträger.
Die gute Kost liegt in der Sonne
Ein Tieridyll in Glück und Wonne.
Die Gänse riechen nicht den Braten –
Sie müssen noch bis Martin warten.
Dann hat ihr Schnattern jäh ein Ende
Geraten dann in neue Hände.
Ihr Leben war bis dato gut.
Ein Apparat sorgte für Brut.
Ihre Eltern haben sie nie gekannt –
Vielleicht sind sie nicht mal verwandt.
Eine Lampe sorgte stets für Wärme
Gefüllt waren Magen und Gedärme
Mit abgewogenem Körnergranulat
Beginnt der Küken Speisestart.
Die fünf im Bild hatten viel Glück
Gehörte ihnen ein Wiesenstück,
auf dem sie gern die Gräser zupften –
und niemand ihnen Daunen rupfte.
Für sie gab es Sonne und Luft
Und all der Kräuter Wiesenduft. Weiterlesen

Fleischeslust

billiges FleischFleischeslust

In den Prospekten sind da ganz viele Seiten,
Wo sie das Tote lukullisch toll aufbereiten.
Ob Hühnchen, Schwein, Kalb oder Rind,
damit ich was Leckeres zum Schmoren find,
Wird Zartheit und Geschmack lustvoll angepriesen –
Im Hintergrund blühen oft bunte Wiesen.
Fleisch gibt es heute im Sonderangebot
Der kleine Preis wird dabei puterrot.
Wer da nicht zugreift, der ist und bleibt dumm
Zum Filet vielleicht noch ein Gläschen Mumm.
Die Werbung gilt nur für ein paar Tage,
dann kommt was Neues auf die Metzgerwaage.
Heut sind es mal Schnitzel oder Grillhaxen,
für die soll der Konsum nun stärker wachsen.
Die Rohstoffe hierfür wachsen in großen Ställen
Nur unterbrochen von Schlachtungswellen.
Fleisch ist als Ware längst angekommen
Gestückelt verpackt wird es billig genommen.
Der Kreatur dahinter begegnet man kaum.
Von der Außenwelt abgeschottet im engenden Raum. Weiterlesen

Fleischfresser

FiletstückeFleischfresser

Mehr als
60 Kilo Fleisch pro Jahr
hat jeder Deutsche just zerkaut.
Ohne Knochen, Haut und Haar
Wird Qualität oft gern verdaut.
Für gutes Eiweiß gibt es Spender –
Mal Rind, mal Schwein oder ein Hahn.
Rollen die über Schlachthausbänder,
Ist Tötung sicher schnell getan.
Vom Tier kommt wirklich nur das Beste,
das Auserwählte zum Genuss.
Leben war lang nur ein Gemäste,
weil das Gewicht stets stimmen muss.
Hinterm Steak steckt kaum noch Wesen
Tierperson mit Seelenteil. Weiterlesen