Untergangsstimmung

Untergangsstimmung

Warum lassen wir uns von Sonnenuntergängen so entzücken?
Warum will uns solch ein Bilderfilm immer wieder beglücken?
Wenn bei Capri die Sonne im Meer versinkt,
die Gefühlswelt ins Romantische springt.
Wie oft habe ich solche Szenen schon fotografiert –
jede Phase des Abtauchens dokumentiert.
Sonnenuntergänge werden oft als kitschig deklariert. Weiterlesen

Ponta de Sao Lourenzo

Ponta de Sao Lourenzo

Im Landeanflug auf das ferne Inselziel
sah ich bereits vom Spannenden sehr viel.
Aus dem Guckloch des Fliegers
auf den Auslöser gedrückt
hat mich der Anblick mehr als verzückt.
Von Wellen umtost, zerklüftet im Kliff
hat das Meer dieses Inselstück
fast wütend im Griff.
Tage später liefen meine Füße gerade hier,
wo ich im Schwindel meinen Mut fast verlier.
Steifschroff die Wände aus Lavagestein
stürzen oft senkrecht vor meinem Gebein.
Nichts läuft hier gerade, immer nur auf und ab
unzählige Stufen halten den Kreislauf auf Trab.
Grandiose Buchten , in denen die Gischt zerstäubt
haben meine Sinne minutenlang betäubt.
Wie anders ist diese Erde doch hier nur gebaut –
wenn zu Hause mein Blick in die Landschaft schaut,
seh ich Wiesen, Äcker und schon mal auch Wald.
Das Auge, das kennt das, Erstaunen bleibt kalt.
Hier bin ich fast plötzlich in einer neuen Welt.
Jeder Lavakrümel, jedes Pflänzchen mir sichtlich gefällt.
Meine Blicke sind gierig den Schritten voraus.
Eigentlich will ich schon längst nicht mehr
wieder zurück nach Haus.
Ich fühl mich wie im Kino mit
Cinemascope, Dolby-Surround
Ponta de Sao Lourenzo
im wogenden Meeressound.

Wurmgestein

Wurmgestein

Das wilde Meer in seiner Flut
wirft an den Strand so manches Gut.
Zu allermeist spült es die Schalen
von Muscheln her in großen Zahlen.
Tote Krebse und verblichne Quallen
auf Ufersand letztendlich prallen.
Hochinteressant sind all die Sachen,
die Rätsel ihrer Herkunft machen.
Ein Flaschenglas weich rund geschliffen
hab ich schon öfter aufgegriffen.
Was füllte diese in frühen Zeiten,
bevor begann das Wellenreiten?
Wer trank aus ihr mit seinem Mund –
was war fürs Schlucken wohl der Grund? Weiterlesen

Algarve

Algarve

Kalkiges Gestein im Clinch mit dem Meer
bringt phänomenalen Küstenzauber her.
Ewiglich frisst sich hier Wellenkraft
tief in die Felsen, bis sie es schafft,
diese zu höhlen und gänzlich zu bohren,
Grotten zu bauen mit riesigen Toren.
Als hätte der Atlantik Orakel gebaut
Mystisch, fast heilig manch Höhle ausschaut.
Türkisblaues Wasser schwappt unentwegt,
brandet an die Wände, bis es sich zerlegt
in sanftere Wellen, die die Seiten berühren,
um hier nur zu weicheren Formen zu führen.
Zerlegter Felsen zertrümmert zu Sand.
Ich beuge mich nieder und streichle den Strand.
Zerschundene Felsen durch Gezeiten geprägt
hat weiches Wasser schroff hier zersägt. Weiterlesen

Muschelmeer

Muschelmeer

Warum liebe ich so die brausenden Wellen,
die im Strandsand berstend in sich zerschellen?
Weshalb erfüllt mich der unendliche Horizont,
der von tiefster Sonne so feurig besonnt?
Meia Praia heißt dieser faszinierende Flecken,
wo ausufernde Wasser Muschelschalen belecken.
Eigentlich nur tote Skelette kalkmanifestiert
sind sie durch Fluten an den Strandsand saltiert.
Ein Meer halber Schalen bezeugt altes Leben.
Im tieferen Wasser wird es Natürliches geben.
Venus- und Herzmuscheln sind aufs Engste vereint.
Dezembermorgensonne mild auf sie scheint.
Als Stillleben am Strand tost es hier richtig laut.
Die Front frischen Wassers stetig Walzen aufbaut.
Auch im Alter das Sammlerherz mitunter erwacht.
Durch schönste Conchylien die Begierde erwacht. Weiterlesen

Wasserkreislaufgeflechte

Wasserkreislaufgeflechte

Die Sonne kratzt am Horizont.
Ich sitze äußerst ungewohnt
über tausend Meter in der Höhe.
Was ich da unten riesig sehe,
ist schillernd eine Wasserwelt,
die mir den Kreislauf schnell erzählt.
Im flachen Licht wird Wasser Gold.
Das nahe Meer zur Küste rollt.
Ein großer Fluss kurvt weit durchs Land
bringt neuen Sand zum alten Strand.
Auf dem Weg dahin fließen nach und nach
von beiden Seiten Bach um Bach
in diesen Wasserstrom hinein
über allem eitel Sonnenschein. Weiterlesen

Schneckenhäuser

p1150644Schneckenhäuser

So manches Tier lebt viel zu nackt,
dass es sich besser gut einpackt.
Ist Köcherfliege junge Göre,
baut es für sich ne Wohnungsröhre.
Der Muschelkörper fühlt sich weich.
Eine Schale löst dies Problem sogleich.
Manch Schnecke sieht sehr vornehm aus,
kriecht sie umher im eignen Haus.
Am Anfang ist dies winzig klein –
da muss ja auch nicht viel hinein.
Doch wächst das Haus nun jeden Tag
Vom Mantelrand kommt Kalkbelag.
Innen und außen schützt eine Haut,
die nicht sehr selten hübsch ausschaut.
Das leere Haus bleibt ewig schön.
Ich will es immer wieder sehen.
Die größten kommen aus dem Meer.
Die kleinsten lieben Quellen sehr. Weiterlesen

Möwenblick

P1130488 (1)Möwenblick

Nein, sie hieß nicht Jonathan.
Sie kam zu mir und sah mich an
mit etwas strengem Blick.
Ihr Federclothing das war chic.
Früh morgens landete sie schon
Dem Schnabel wich ein lauter Ton.
So machte sie aufmerksam auf sich.
Ich näherte vorsichtig mich.
Da trippelt sie leicht defensiv,
hielt ihren Kopf neugierig schief.
Es war wohl erste Frühstückszeit
da könnte eine Kleinigkeit
vom frischen Brötchen doch abfallen –
das würd der Vogel sich gern krallen.
Doch Füttern ist hier nicht erlaubt,
auch wenn die Möwe dies nicht glaubt.
Weil wir aus der Erfahrung wissen,
wird Futter unschön ausgeschissen. Weiterlesen

Spurenspiele

P1130421Spurenspiele

Unendlichkeit im Wellenrauschen
das Herz des Meeres das rollt im Takt.
Ich könnte endlos weiter lauschen.
Der Strandsand ist so weich und nackt.
Die Wellen branden in Gezeiten
mal weiter auf die Dünen zu.
Wenn sie den Rückzug dann bereiten,
lassen sie Ufer weit in Ruh.
Am Wasserrand da seh ich Spuren –
erst ultrafein mit feinstem Strich.
Kommt Wasserrücklauf dann auf Touren,
zeigen Gerinne breiter sich.
Am Ende fließt in tiefen Betten
der Wellenrest zurück ins Meer.
Er furcht in wunderbaren Stätten
Am Boden bleibt, was hier zu schwer.
Mit jeder Woge stirbt solch ein Bildnis.
Die Ebbeflut schafft neue Pracht. Weiterlesen