Farbengewitter

Farbengewitter

Es war einfach nur braches Land,
wo ich ein Farbenmeer jüngst fand.
Dies Blütenfeuer sah ich erst spät,
weil Strauchwerk schirmend davor steht.
So war der Anblick wie ein Knall
ein Farbengewitter überall.
Klatschmohn, Wucherblume, süßer Klee
nur lauter Blüten, wohin ich seh.
Ein kleines Stückchen von dieser Erde
in paradiesischer Gebärde.
Lässt man Natur nur einfach walten,
kann sich von selbst so was entfalten,
wo ich ein Wort wie wunderbar
gern nehmen möchte hier fürwahr.
Leider ist dieser Blütenwiesenfleck
unendlich weit von zu Hause weg. Weiterlesen

Oktobermohn

Oktobermohn

Was blüht denn da so feuerrot –
der Anblick, der sich mir heut bot,
gaukelt zurück mich in den Mai,
der hatte soviel Mohn dabei.
Vom Oktober sind zwei Wochen passe.
Seit Tagen Weinlaub ich anseh,
wie es vom Grünen springt ins Rot.
Das Blattwerk ist dabei fast tot.
Doch hier wird Leben explodiert.
Die Blüte spät noch triumphiert
und wird belohnt vom schönsten Tag,
den dieser Herbst uns schenken mag.
Auch Bienen freuen sich noch spät.
Vom Efeu schwerer Duft her schwebt,
der meldet gar ein Blütenmeer.
Das lockt von nah und fern daher.
Oktobermohn er leuchtet weit.
Das Sonnenlicht in dieser Zeit
erreicht längst nicht mehr den Zenit,
den sommertags die Kugel ritt. Weiterlesen

Frühstück!

MohnhummelnFrühstück!

Es ist grad sieben, noch kühl am Morgen
da gehen Hummeln schon besorgen.
Das erste Frühstück lockt knallrot
dort gibt es frisches Pollenbrot.
Und wie in einem Brötchenladen
kann etwas Warten gar nicht schaden.
Am Blütengrund ja da bedienen
sich schon die ersten dicken Bienen.
Zwei weitere hocken im Schweben.
Für sie soll es auch bald was geben.
Wer zuletzt kommt, wartet weiter oben
Man muss Geduld hier richtig loben.
Wenn dann der Hunger richtig beißt,
der Faden dann doch einmal reißt. Weiterlesen

Regenzauber

P1270248Regenzauber

Ein Regenbad im schwülen Mai
Es brachte frische Luft herbei.
Chaotisch war der erste Fall
Bedonnert durch Gewitterknall.
Als dann die Front gen Osten zog,
der Tropfen immer leichter wog.
Der Regen wurde immer dünner –
Zuletzt nur feinster Wasserschimmer.
Ich ging hinaus und sah am Grün,
wie mancher Tropfen silbern schien.
Auf Blätterwangen lagen Schläuche
Ganz so wie nackte Wasserbäuche.
Dann sah ich von dem Mohn die Blüte
Mit Wasserperlen schönster Güte. Weiterlesen

Matschmohn

Matschmohn

In kalten Nächten wuchs Novemberreif.
und später Tau erfror zu Eisestränen.
Die letzten Rosenknospen ragen steif
Bewaffnet fein mit kleinsten Glitzerzähnen.
Im morgendlich erwachtem Sonnenlicht
Da lösen sich vom Eis die starren Häute.
Der grad gehauchte weiße Zauber bricht.
Er tröpfelt nass und rinnt hinein ins Heute.

Die frühlingshaften noch so warmen Brisen
Sie haben Blüten hoffnungsfroh wohl nachgeschickt.
Marienblümchen lachen in den Wiesen
Ob wohl Novemberuhr noch richtig tickt?
Seit Wochen schon da glaubt der dicke Mohn,
er müsse sich noch einmal sündig schmücken.
Drei Knospen öffnen sich in Bälde schon.
Wollen mit rotem Feuer blühend uns entzücken. Weiterlesen

Der Mohn ist aufgegangen

Der Mohn ist aufgegangen

Dicke Knospen drücken prall –
platzen bald im Maien.
Aus Blüte bricht ein Feuerball.
Rot will sich ganz befreien.

Der Blütenkelch im Silberhaar
Springt ab vom Scharlachkleide.
Ich freue mich so Jahr für Jahr,
auf diese Augenweide :

Der Mohn ist aufgegangen.
Die Blütenblätter prangen
So rot und wunderbar.
Was sich so feurig zeiget –
Als Knospe noch verneiget –
Wird lodernd so zum roten Star. Weiterlesen