Am Moorsee

MoorseeAm Moorsee

Novemberfahles kaltes Licht
Aufs Wasser fällt, wo es sich bricht.
Faschinenreste ragen stumm
Am Uferrand vom See herum.
Kein Windeshauch lässt Wellen rollen.
Kupferne Binsenhalme wollen
Nicht einmal augenblicklich zittern.
Das Birkengelb will nur verwittern.
Ganz fern erkenn ich Silhouetten
Da bilden Wasservögel Ketten.
Gedämpftes Quaken schallt herüber –
Die Sicht zum Ufer dunstig trüber.
Es sind wohl Enten, die dort rasten.
Die schwachen Klänge ja die passten
Wohl einzig zu dem Schnabeltier,
die ich bald aus dem Blick verlier.
Der Moorsee atmet tiefen Frieden.
Heut wird Bewegung ganz vermieden. Weiterlesen

Blumenerde

BumenerdeBlumenerde

Für den Garten
ist fast alles käuflich –
Gottlob kommt nur wenig
aus der Natur.
Der Markt wirbt heftig und auch häufig
Er bleibt der Kundschaft auf der Spur.
Für Blumenpracht da braucht man Erden.
Die sind in Plastiksäcken abgefüllt
So kann das mit dem Blühen werden
Von Oberstdorf hinauf bis Sylt.
Besuche ich ein Gartencenter,
Erleb ich dort die pure Qual.
Denn Erden grad als halber Zentner
Sind feilgeboten ohne Zahl. Weiterlesen

Das Moor – hat seine Schuldigkeit getan

MaismoorDas Moor –
hat seine Schuldigkeit getan

Oh traurig ist`s übers Moor zu gehen –
Nichts wabert und wankt unter den Füßen
Früher da gab’s bunte Birkhühner zu sehn.
Der Gagelstrauch ließ würzig grüßen.
Am schwarzen Wasser hell Wollgras blinkt.
Diese Zeiten sind leider vorbei.
Der torfige Grund nicht mehr haltlos schwingt
Kein Blaukehlchen sitzt auf dem Ei.
Der Torf wurde vor Jahrzehnten geklaut
Verbrannt oder in Gärten verstreut.
Die feuchte Idylle ist längst abgebaut –
Was kaum jemand wirklich bereut.
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