Dankbarkeit wächst

Dankbarkeit wächst

Jetzt, wo das Leben nur so sprießt,
wo grünes Blatt die bunte Blüte grüßt,
frag ich mich selbst, wie lang mag`s gehen –
wie oft darf ich vorm Frühling noch stehen?
Vor Jahren waren diese Gedanken fremd.
Das Leben lief nahezu ungehemmt.
Auch damals fühlte ich schon Frühlingserwachen –
konnte mit Osterglocken fröhlich lachen.
Sah wilde wie fromme Bienen Blüten bedrängen
und den Morgentau am Krokus hängen.
Zur Innerlichkeit blieb nur wenig Zeit.
Nächste Schritte drängten zur Eiligkeit.
Nur selten blieb mal das Auge stehen,
um das Besondere sich hier anzusehen.
Im Alter wächst dann die Dankbarkeit. Weiterlesen

Im Gartenhaus

P1150092Im Gartenhaus

Im Gartenhaus steckt nur ein Raum.
Doch dieser zündet mir viel Traum.
Ich sitze zwischen tausend Sachen,
die meinen Sinn zufrieden machen.
Für andere ist das schierer Graus –
für mich dagegen Heim im Haus.
Durchs Fenster schau ich auf den Teich,
der quillt zur Zeit so pflanzenreich,
dass Wasser ist fast ganz versteckt:
ein Blättermeer alles bedeckt.
Auf der anderen Seite fällt mein Blick
gerade auf ein Weidenstück.
Dort grasen Kühe immerfort.
Sechs Monate sind sie meist dort.
In die Gartenstube noch mal zurück –
wo liegt denn hier so trautes Glück?
Hier stapeln sich Erinnerungen.
Die Zeit ist oft zurückgesprungen. Weiterlesen

Zeit haben

WeidenpfahlZeit haben

Mehr als ein Jahr dahin gestrichen
Mein Beruf hat ausgedient.
Das Arbeitskonto ausgeglichen –
Jetzt wird der Lohn im Schlaf verdient.
So ganz gelöst von all den Dingen,
die mich im Leben so geprägt,
das will mir nicht so recht gelingen,
Weil`s meine Seele nicht erträgt.
Jetzt hab ich Zeit für langes Sehen.
Entdecke Fremdes ziemlich spät.
Mein Blick bleibt ruhig einfach stehen
Und steigert so Intensität.
Was ich damals im Filme bannte,
zeigte das Mikroskop mir nah.
Zu dieser Zeit ja da erkannte,
ich wohl das meiste, was ich sah.
Doch mit dem Wissen um die Art,
da erloschen die Interessen.
Beendet war die Kamerafahrt.
Das Objekt war dann vergessen.

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