Die Saat geht auf …

GerstensaatDie Saat geht auf

Als hätte eine Geisterhand –
Als Sämaschine auch bekannt
Die Gerstenkörner fein liniert
Geometrie dabei studiert –
Ein Ackerfeld wird zärtlich grün
Seit hier exakte Bahnen ziehn.
Die Pflänzchen schieben Blätter vor
Gradlinigkeit tritt ganz empor.
Das Feld ist eben, ziemlich platt,
Geräte pflegten es sehr glatt.
Jetzt darf hier Gerste reihig keimen
Am Standort lässt sich alles timen.
Wo sonst jetzt Herbstlaub sinkt und fällt,
herrscht Frühlingsstimmung auf dem Feld.
Nichts darf die Klarheit hier verwirren.
Kein Samenkorn darf sich verirren.
Sie wachsen nur in Reih und Glied
Wie jeder auf dem Bilde sieht .
Vor hundert Jahren warf der Bauer
Das Saatgut etwas ungenauer.
Die Wurftechnik war ausgefeilt.
Das hat die Samen gut verteilt. Weiterlesen

Blumen ohne Wiederkehr

Blumenreste

Blumen ohne Wiederkehr

Manch ein Gärtner hat Verzehr
Auf Blumen ohne Wiederkehr.
Meistens ab Mitte vom April,
da pflanzt er freudig, was er will.
Die Auswahl auf dem Markt ist groß –
Das Farbenmeer einfach famos.
Da lässt sich trefflich kombinieren –
Das Blaue mit dem Weiß liieren.
Auch Rot und Rosa, Violett
Sind arrangiert im Beete nett.
Geranien und Betunien
Sind meistens in der Mischung drin.
Vergissmeinnicht und Margeritte
Blühn ebenfalls in Gartens Mitte.
Lilien und Gladiolen
Lassen sich vorgeblüht leicht holen.
Mit immer neuen Blumenköpfen –
Gut verpackt in Plastiktöpfen –
Wartet der Handel Jahr für Jahr
Gezahlt wird rasch und meistens bar. Weiterlesen

Bodenentwertungen

Waldbodennatur

Bodenentwertung

Was war früher in manchem Boden doch los?
Das Gewimmel darin einfach famos.
Was geschah denn dann bloß –
Wenn der Schaden so groß?
Ganz üppig reiches Bodenleben
Hat es früher überall gegeben.
In der Streuschicht vom uralten Wald
Da wurde das Falllaub selten sehr alt.
Unzählig wuselte das Geziefer
Im Boden – mal flach und auch mal tiefer.
Springschwanz, Milbe, Käfer und Schnecke
Hausten gemein in der Bodendecke.
Kleine wie große Würmerleiber
Fehlen jetzt nur noch dem Verseschreiber.
Im Grunde war Boden Lebendigkeit
Humus lieferte Fruchtbarkeit. Weiterlesen

…hat Boden gut gemacht …

….konnte wieder Boden gut machen!

In den Abendnachrichten hörte ich es:

Im letzten Fernsehduell konnte Obama
Wieder etwas an Boden gut machen.
Das Aufeinandertreffen wurde fast Drama
Der Punktsieger konnte gut lachen.
Leider hat gestern Mister Präsident
Dabei kein bisschen Boden gut gemacht.
Denn, was das Sprichwort so benennt,
hat für die Erde wenig Glück gebracht.
Wenn Obama weiter so an Boden gewinnt,
Kann er im Präsidentenamt bleiben.
Zur Zeit lässt er sich nicht mehr vom Wind
Der Opposition in die Enge treiben.
Boden gut machen – das ist so schwer.
Wir verbrauchen ihn für unsre Zwecke.
Wir nehmen Beton und reichlich Teer
Und versiegeln die vorletzte Ecke.
Boden gut machen – wie soll das gehen?
Können wir ihm Leben schenken?
Wenn wir solch Bodenelend sehen,
müssen wir auch gegenlenken.
Wer kann schon sagen, dass er ganz viel
an Erdenboden hat gut gemacht.
Die Menschheit führt ein Räuberspiel
Hat dem Boden Not und Leid gebracht.
Welcher Schöpfer einst erschuf die Welt?-
Der war – gottlob – dem Boden immer gut.
Doch dass der Mensch Boden erhält,
liegt scheinbar kaum in seinem Blut.
So bleibt am Ende dass Sprichwort nur:
„Er machte wieder Boden gut“
Von Bodenschutz fehlt jede Spur –
Das macht der Erde wenig Mut.

Eine Hand voll Boden

Eine Hand voll Boden

Eine Hand voll Boden, die ist unendlich alt.
Eine Hand voll Boden ist dunkel, feucht und kalt.

Eine Hand voll Boden fällt selten ins Gewicht.
Eine Hand voll Boden, die interessiert wohl nicht.

Eine Hand voll Boden, die bläst der Wind leicht fort.
Für eine Hand voll Boden gibt es kein liebes Wort.

Eine Hand voll Boden beachten Menschen kaum.
Eine Hand voll Boden ernährt noch keinen Baum.

Eine Hand voll Boden kann so lebendig sein.
Eine Hand voll Boden da blickt kein Mensch hinein.

Eine Hand voll Boden hat Humus in Natur.
Eine Hand voll Boden schenkt Gegenwart und Futur.

Eine Hand voll Boden bleibt Teil von dieser Welt.
In einer Hand voll Boden steckt mehr als Ruhm und Geld.

Eine Hand voll Boden belebt ein Samenkorn.
In einer Hand voll Boden wird vieles noch geborn.

Eine Hand voll Boden gleicht einer Gottes Hand.
In einer Hand voll Boden steckt mehr als Ton und Sand.

Eine Hand voll Boden erzählt von Erdgeschichten.
Eine Hand voll Erde lässt sich so schnell vernichten.

Eine Hand voll Boden nur etwas besser achten –
Wenn das nur alle Menschen ab morgen doch nur machten!

In einer Hand voll Boden haucht nur ein wenig Leben.
Eine Hand voll Boden will das uns aber geben.

Wachstumswahn

Wachstumswahn

In unsrem Land vergeht kein Tag,
an dem wir Wirtschaft messen.
Ob die Prognose richtig lag,
wird nicht nur Banker stressen.
Wir steigern das Bruttosozialprodukt –
bleibt oberste Devise.
Wer ständig auf die Aktien guckt,
lebt ganz für die Akquise.
Wenn Wirtschaft wächst in unsrem Land,
dann klingeln hell die Kassen.
Ein Abschwung raubt uns den Verstand –
Bald demonstrieren Massen.
Was wächst denn da bei dem Konsum?
Was steigert die Bilanzen?
Bin ich für Einsicht viel zu dumm?
Was lässt die Kurse tanzen? Weiterlesen