Türgesichter

Türgesichter

Sie ist oft die Visitenkarte von einem Haus
sieht – vom übrigen betrachtet – besonders aus.
Wer auf ein Haus zugeht,
stößt meist auf eine Tür aus Holz.
Manche eine ist schlicht, eine andere eher stolz.
In alten Städten bleib ich häufig vor Türen stehen,
will ihre Geschichte und Eigenart sehen.
Der Stil der Zeit spiegelt sich in der Herstellungsart.
Der Reiche will sie prächtig,
der Arme an allem Überflüssigen meist spart.
Eichentüren öffneten mehreren Generationen.
Die Beständigkeit des Holzes sollte sich lohnen.
Die Türen der mittellosen Leute
waren aus Weichholz gezimmert
und sind seltener erhalten bis heute. Weiterlesen

Herbarienkunst

P1130613Herbarienkunst

In einer Trödelkiste
gänzlich aus dem Blick geraten
fand ich ein sonderschönes Bild.
Aus trocknen Pflanzenteilen
davon besonders zarten
eine junge Frau auf einer Flöte spielt.
Wie an dem Berghang
dort auf einer Lichtung
hat sie den Notenständer aufgestellt.
Nur durch die allerfeinste Schichtung
man solch ein Kunstwerk je erhält.
Dem einen scheint das Werk allzu naiv –
sowohl der Inhalt wie die Schaffensart.
Genialität geht sicher hier nicht tief.
Doch als Herbar ist es besonders zart.
Die Lebendfarben sind schon lang verblichen.
Fast alles ist am Ende gelb und braun.
Die Anmut ist noch lange nicht gewichen. Weiterlesen

Bärenmärchen

Fünf BärenBärenmärchen

Vor meinen Augen liegt ein Bild
vom Wesen her ein wenig wild.
Fünf Bären trotten durch den Schnee
suchen etwas, was ich nicht seh.
Das Bild ist jüngster Trödelfund.
Die Märkte sind ja ach so bunt,
dass man etwas nach Hause nimmt,
wo Preis und Leistung einfach stimmt.
Der Bilder habe ich genug.
Doch da ist dieser Selbstbetrug.
Da möchte man doch längst verzichten
und nicht die Schätze noch verdichten.
Die Bären haben mich reingelegt.
Das Bild naiv und sehr gepflegt –
die Szene spannend angelegt –
das hat zum Kauf mich angeregt.
Sehr sauber war der Pinselstrich
ob Baum, ob Strauch, ob Bär an sich. Weiterlesen