Dankbarkeit wächst

Dankbarkeit wächst

Jetzt, wo das Leben nur so sprießt,
wo grünes Blatt die bunte Blüte grüßt,
frag ich mich selbst, wie lang mag`s gehen –
wie oft darf ich vorm Frühling noch stehen?
Vor Jahren waren diese Gedanken fremd.
Das Leben lief nahezu ungehemmt.
Auch damals fühlte ich schon Frühlingserwachen –
konnte mit Osterglocken fröhlich lachen.
Sah wilde wie fromme Bienen Blüten bedrängen
und den Morgentau am Krokus hängen.
Zur Innerlichkeit blieb nur wenig Zeit.
Nächste Schritte drängten zur Eiligkeit.
Nur selten blieb mal das Auge stehen,
um das Besondere sich hier anzusehen.
Im Alter wächst dann die Dankbarkeit. Weiterlesen

Leuchtkörper

GlühwürmchenLeuchtkörper

Fronleichnam war ein grauer Tag.
Manche Wolke schwer am Himmel lag.
Erst abends löst sich der Verbund
Zeigt schemenhaft sich Mondes Rund.
Ich geh – wie immer – spät noch raus
Der Hund muss noch mal aus dem Haus.
Er macht wie sonst spät sein Geschäft,
eh er dann müde ruht und schläft.

Doch heute seh ich Lichter schweben
Mal über mir – dann links daneben.
Jetzt geht der Lichtpunkt plötzlich aus –
Dann leuchtet er mir grad voraus.
Wohin ich schau ist helles Funkeln
Kreist allerfeinstes Licht im Dunklen. Weiterlesen

In den Wolken

WolkenIn den Wolken

Weißt du wie viel Wolken ziehen
Windgetrieben am Firmament?
Manche gleiten, andere fliehen
Keiner alle Formen kennt.
Zart wie ausgezupfte Watten –
Gewitterschwarz und blitzerschreckt
Bringen sie uns so viel Schatten,
Wie der Himmel sich bedeckt.
Ganz geboren aus dem Nichts
Wachsen sie ins Grenzenlose.
Sind Akteure jeden Lichts
Wechseln ständig ihre Pose.
Schäfchenwolken bilden Herden.
Weißer Flaum in Sphären schwebt.
Wenn sie schwer und dunkel werden,
wird ihr Ende nass erlebt. Weiterlesen

Moonlight Shadow

MondlichtMoonlight Shadow am Gartenteich

Ein überwarmer Tag wird müde.
Um zehn Uhr abends breitet sich schon viel mehr der
Dunkelheit über das Ufergesträuch des Gartenteiches als noch zur Mitsommerzeit.
Vom Inneren des Backhauses lasse ich einige liebgewonnene
Oldies abspielen: „Mysterious“ steht auf dem Cover.
Nach „Adiemus“ und noch weiteren kirchenmusikhaften Songs
Höre ich aus den im Röhricht versteckten Lautsprechern
Mike Oldfields „Moonlight Shadow“ – ein Stück das mir bereits
Anfang der Achtziger Jahre wegen seiner beschwingten
Melodie kaum aus dem Kopf gehen wollte.
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Auf dem Schlauch…

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Auf dem Schlauch….

Es war der vorletzte Januar,
Als dies geschah:
Bei einem Gang mit dem Hund
Wurde es bunt.
Mitten auf dem alten Weg
Wuchs ein junger Beleg
Wohl aus dem Reich der Pilze
als gelbliches Gesülze.
Ich stand auf dem Schlauch –
Doch es sagte mir mein Bauch:
Der Pilz gehört wohl auch
Zu denen, die wie ein Schlauch
Einfache Körper bilden – Weiterlesen

Holzaugen

Holzaugen

Holzaugen
Taugen
Zum Sehen nicht.
Doch im rechten Licht
Zeigen sie
Die Chronologie
Von ihrem Wachsen
In den Achsen.
Mit Jahresringen
Bringen
Sie die Zeit zurück –
Im Augenblick.
Am Weidenpfahl
Lese ich die Zahl
Tief eingraviert.
Fotografiert
Nehme ich
Für mich
Dies Bild mit nach Haus
Und schreib daraus
Eine Impression,
Die leider schon
Fertig ist –
So ein Mist!