Schimmelkreise

p1150790Schimmelkreise

Als ich zuletzt die Quitte sah,
war sie fast gelb – der Reife nah.
Der September neigt dem Ende sich.
Da erlebt die Frucht wohl einen Stich.
Wie das geschah, bleibt unbekannt.
Auf irgendeine Weise fand
ein kleiner Pilz wohl eine Lücke.
Sie diente ihm zum großen Glücke.
Im Quittenfleisch lebt es sich gut.
Da wächst rasant die Pilzebrut.
Die fühlt sich wie im siebten Himmel
Jetzt explodiert wahrhaft der Schimmel.
Quitte bekommt eine braune Backe.
Ist erst nur eine Schönheitsmacke.
Verfault wird bald die halbe Frucht.
Der Schimmel jedoch alles sucht. Weiterlesen

Der alte Sommer

SpinnennetzeDer alte Sommer

Dem Sommer werden die Knie weich
Im Morgen schwebt ein Nebelreich.
Der heiße Hauch der letzten Wochen
hat sich ins Herbstlaub kühl verkrochen.
Sonne lüftet langsam Gardinen,
die alles zu verbergen schienen.
So schwer hing lange nicht mehr Tau.
Wie ich auf späte Rosen schau,
da triefen sie voll Regenblut.
Windesstillheit schützt sie gut.
Dem frühen Licht fehlt jedes Grelle.
beleuchtet wunderbar die Stelle,
wo Spinne Seidengarn vernetzt. Weiterlesen

Frauenmantel

P1000362Frauenmantel

Wie durchscheinende Silbertröpfchen
Erscheinen Wasserköpfchen.
Ganz still über Nacht
Sind Kunstwerke vollbracht.
Göttlichem Tau gleichen sie
Reingewaschen wie nie
Brechen sie funkelnd im Morgenlicht
Kristallkugeln dicht an dicht.
Kaum ein Wasser äugelt so rein
Und im Sonnenschein
Vollendet sich Klarheit.
Doch was ist die Wahrheit?
In regengesättigten Sphären
Kann Verdunstung sich nicht mehr mehren.
Der Frauenmantel fängt an zu schwitzen
Und peu a peu da sitzen
Tröpfen am Blätterrand
Als Tau oder Regen verkannt. Weiterlesen

Landschaftskultur

Bild

Landschaftskultur

 

Gäb es nur Wald in wilder Form,

wir hielten diesen für abnorm.

Wenn über allem Bäume schießen,

würd solche Öde uns verdrießen.

Bei uns ist halt Landschaftskultur

Ein steter Wechsel von Natur

Mit unser einer Nutzungsflächen,

jenseits von Mooren und von Bächen.

Vom Stadtrand ist es für uns schön,

in offne Landschaft rein zu sehn.

Wir lieben Wiesen, Hecken, Säume

Am Straßenrand Alleenbäume.

Wenn Heide blüht spät im August,

dann fördert das die Landschaftslust.

Auch Auen werden neu geschaffen,

wo uns Hornochsen jetzt angaffen.

Wir tun was für die Kleingewässer,

da geht es Molch und Frosch bald besser.

Obstwiesen sind ein weitrer Trumpf-

Geschützt wird Torf vom letzten Sumpf.

Wir basteln uns ein Landschaftsbild:

Hier arg gestutzt und dort dann wild.

Überall Wald – das war einmal

Ganz ohne – ist uns auch zu kahl.

Von allem wollen wir was haben. Weiterlesen

Mit der Passion zum Blühen

Mit der Passion zum Blühen

Was Pflanzen machen, um zu locken
Wie sie mit Schönheit fast schon schocken –
Wie sie sich blühend festlich schmücken –
Das bringt das Auge zum Entzücken.
Nicht jede Pflanze liebt die Schau
Auch einfach geht ein Blütenbau.
Was die Passionsblume kreiert,
Ist Blütenpracht fein arrangiert.
Zehn weiße Blätter strahlen breit
Dann kommt die nächste Herrlichkeit. Weiterlesen

Milzkraut

Milzkraut
(die edle Quellbraut)

Wo in Bergtälern sehr leise Quellwasser gurgelt,
wo weicher Buchenwaldboden so kühl atmet,
da wächst früh im Jahr ein liebliches Kraut.
Seine rundlichen Blätter stehen sich stets gegenüber.
Die wenigen knolligen Würzelchen sind schwach ausgebildet –
könnten sich nicht gegen rauschendes Wasser behaupten.
An seinem Lieblingsplatz den sickernder Quellen
streicht das unermüdlich aufsteigende Grundwasser
in verlässlichen Mengen an seinen Füßen vorbei.
Das klare, kalte Wasser gilt als der beste Freund des Milzkrautes.
Es schützt seine zarte Freundin vor frostigem Tod.
Wenn Schnee in die Quellmulde geblasen wird,
hält das Grundwasser die Füße vom Milzkraut warm. Weiterlesen