Rotkehlchen

RotkehlchenRotkehlchen

Es war mal wieder höchste Zeit –
Die Wildnis nach Kultur laut schreit.
Im grünen Gartenhinterland
Ein Wald aus Brennnesseln längst stand.
Das ganze war kräftig durchsetzt
Von Kratzdisteln, die keiner schätzt.
Ich holte meine Sense raus
Und machte Feinden den Garaus .
Im Nu lagen die bösen Pflanzen
Scharf abgetrennt vom Wurzelganzen.
Als ich mit dem Sensen fast fertig war,
ein Rotkehlchen ich plötzlich sah.
Es saß auf einem Weidenpfahl
Und schaute zu mir allemal. Weiterlesen

Zeit haben

WeidenpfahlZeit haben

Mehr als ein Jahr dahin gestrichen
Mein Beruf hat ausgedient.
Das Arbeitskonto ausgeglichen –
Jetzt wird der Lohn im Schlaf verdient.
So ganz gelöst von all den Dingen,
die mich im Leben so geprägt,
das will mir nicht so recht gelingen,
Weil`s meine Seele nicht erträgt.
Jetzt hab ich Zeit für langes Sehen.
Entdecke Fremdes ziemlich spät.
Mein Blick bleibt ruhig einfach stehen
Und steigert so Intensität.
Was ich damals im Filme bannte,
zeigte das Mikroskop mir nah.
Zu dieser Zeit ja da erkannte,
ich wohl das meiste, was ich sah.
Doch mit dem Wissen um die Art,
da erloschen die Interessen.
Beendet war die Kamerafahrt.
Das Objekt war dann vergessen.

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Metamorphose

Metamorphose

Jetzt so um Mitte Mai
Ist die alte Larve dabei,
Aus dem Teich hochzuklettern
Gern bei sonnigen Wettern.
Ein Binsenhalm –
oder der Stiel einer Irisblüte
gibt dem Schlupf
wohl sichere Güte.
Mit letzter Kraft
Ist es dann geschafft.
Sie klammert sich fest
Für den Larvenzeitrest.
Eine Stunde verstreicht
Hinten am Kopfe da zeigt
Sich ein breiter Riss:
Jetzt ist es gewiss
Die Libelle will schlüpfen
Ihr Geheimnis bald lüften. Weiterlesen