Teicherwachen

Teicherwachen

Hauchfeine Nebel schweben
früh morgens um den Teich.
Wie Atemdünste kleben
sie an dem Wasser weich.

Den flatterhaften Binsen
hängt schwerer Tau am Blatt.
Auch auf den Wasserlinsen
sind Kugeltröpfchen satt.

Die grünen Frösche dösen
noch still am Teichesgrund.
Mit quakenden Getösen
wird laut die nächste Stund.

Ruhig weilt die Spiegelhaut.
Die Tänzer fehlen noch.
Erst wenn die Sonne richtig schaut,
beginnt der Reigen doch. Weiterlesen

Blütenfeuer

P1120324Blütenfeuer

Gehen meine Blicke heut in den Apfelbaum,
erleb ich dort nur Blütentraum.
Wohin die Augen auch nur blicken,
erschaudern sie fast im Entzücken.
Ein Blütenmeer vom Hauch umweht
ein Himmelweiß bis abends spät.
Gepaart mit Rosa eben nur
so schmückt sich vornehm die Natur.
Das Wetter stimmt, der Himmel blau
da machen Bienen bald Radau.
Wenn Abertausend Nektar schlürfen,
sie auch im Fluge brummen dürfen.
So manche dieser frischen Blüten,
die möchten heute nicht verhüten.
Sie warten innig, dass ein paar Pollen
rechtzeitig in die Narbe wollen.
Dann darf die Blüte weiter leben –
will uns im Herbst den Apfel geben. >

Aufholjagd

Buschwindröschen

Aufholjagd

Nun kommt der Lenz
doch noch auf Touren.
Die Taubenväter
Mächtig gurren.
Die sonst so scheue
Heckenbraunell
Trilliert ihr Lied
So klar und hell.
Manch Vogelschnabel
Plagt sich sehr
Im nimmermüden
Nestverkehr.
Er schleppt herbei
Mal Moos, dann Haar
das erste Ei
ist wohl bald da.
Duftende Veilchen
Nicken blau
Erwarten Bienen heute.
Die runzelbraune Krötenfrau
der Nieselregen freute. Weiterlesen

Haufen, die keine Probleme machen

 

Haufen, die keine Probleme machen

Ein fehl platzierter Hundeschiss,
der bringt manch übles Ärgernis.
Wenn Maulwürfe viel Haufen machen,
dann haben sie kaum was zu lachen.
Ein Schutthaufen vor einem Bau
Erfreut nur selten die Hausfrau.
Und von Neapels Abfallhaufen
Da kann man sich auch wohl nichts kaufen.
Gottlob gibt es bei uns auch Haufen,
ganz ohne jedes Haareraufen.
Wenn Regenwürmer sich entkoten,
sind dass für uns nur Freudenboten.
Auf manchem Rasen sieht man jetzt,
Was Lumbricus so von sich lässt.
Der Kot liegt da in vielen Schleifen
Zeigt Humus uns und zwar den reifen.
Je mehr wir diese Haufen sichten,
Je Besseres gibt`s zu berichten.
Fühlt sich der Wurm im Boden wohl,
dann wächst Salat und Blumenkohl.
Dann geht es allen Pflanzen gut,
weil Würmerkot fast Wunder tut.

Pilzteppiche

Pilzteppiche

Sonnigfeuchte Oktobertage
Begeistern Pilze ohne Frage.
Was jedoch in diesem Herbst geschah,
kam einem Wunder reichlich nah.
Mein Spaziergang führte am Bache entlang.
Strauchwerk und Bäume wuchsen am Hang.
Der Bach floss müde und flüsterte leise
Oben schoss der Lärm über die Bahngleise.
An diesem Morgen sah ich sofort –
ich war heute zeitig am richtigen Ort.
An den Füßen der Bäume standen Pilze im Kreis
Ich flüsterte mir Namen ziemlich leis.
Bald sah ich neue – mal klein dann schon groß
Aus Mütterchen Erde da wuchs es famos.
Ich kam ich an eine Stelle, die war übersät
Mit hellbraunen Pilzen, so weit wie man späht.
Dort standen die Schirme nur dicht an dicht.
Vor lauter Pilzen sah man den Boden nicht.
Doch was dort hervorlugte aus der Bodenhaut,
das waren Fruchtkörper auf die man schaut.
Wo soviel Kraft für die Früchte entsteht,
da ist das Myzel noch viel dichter gewebt.
Der Boden ist gänzlich von Pilzen durchsetzt –
Tausende von Hüten zeigen das jetzt.
Dieser Teppich von Pilzen zeigt mir genau,
Hier ist die Natur im intensiven Abbau.
Die Zersetzung zeigt Früchte in unendlicher Zahl
Das sehe ich staunend zum ersten Mal.
Ein paar Tage darauf ist dies Wunder vergessen.
Die Natur hat die Pilze schon wieder gefressen.
Hüte zerfallen in der Fäulnis rasant.
Schönheit hat hier nur sehr kurzen Bestand.

Quellpfade

Quellpfade

Mal tröpfelnd
Mal schießend
Mal rieselnd
Mal fließend
Aus Felswänden springend
In Bergwiesen windend
In Tümpeln geboren
In Mooren verloren
Von Wäldern beschattet
Von Moosen ummattet
An Steinen geschwunden
Im Blattwerk verschwunden
Mit Ästen gespielt
In die Sonne geschielt
Durch Sande gekrochen
Und am Bärlauch gerochen
Salamander bespritzen
Sich verlieren in Ritzen
Auch mal überschäumen
An Wurzeln von Bäumen
Hüpfen und springen
Gläserne Lieder singen
Und mit wachsendem Strahl
Hinunter ins Tal
So treffen wir Quellen
An verschiedensten Stellen
Jede ist eigen
Das wird sie dir zeigen!