Fast nichts im Wege

Fast nichts im Wege

Raues Gestein in allen Größen
liegt auf dem Weg mir tief zu Füßen.
Jeder Schritt der knackt und kracht,
weil meine Sohle Druck hier macht.
Wie anders fühlt der Weg im Wald,
wo gar nichts – nur ein Ast mal knallt,
wenn ich auf ihn den Fuß schwer setze
und sein Skelett brüchig verletze.
Sonst kann aus Moos und Blätterschichten
ein weiches Bett sich hier einrichten.
Doch schnell zurück zum harten Pfad,
der immerzu nichts Zartes hat.
Daneben ist die Pflanzenwelt
Nur sehr bescheiden aufgestellt.
Flaches Gesträuch im Felsenmeer
duckt lückenhaft, ist dornenschwer. Weiterlesen

Die Kuhle

Die Kuhle

Meine erste Umweltschule
war beim Opa eine Kuhle.
So als Dötz von zehn, elf Jahren
konnte ich dort viel erfahren.
Vor dem Hof fast an der Straße
lag dies kleine Wasserloch.
Ziemlich winzig waren die Maße.
Doch zum Tümpeln reicht es noch.
Mit dem Sieb als kleinem Kescher
wühlte ich im braunen Sud.
Wurde bald zum Faulschlammwäscher
alt Versenktes fand ich gut.
In dem breiigen Gerümpel
zappelte ein buntes Tier
Freudenfest am faulen Tümpel
denn ein Bergmolch der war hier. Weiterlesen

Erdsterne

Erdsterne

Zu den Himmelsternen kann ich nicht einfach greifen
Doch hinten im fernen Garten da reifen
seit Wochen nicht wenige Erdsterne heran.
Diese Bauchpilze ziehen mein Interesse an.
In klaren Nächten hoch oben unendlich weit
funkeln viele Sterne fast wohl eine Ewigkeit.
Ihre Herkunft kann ich kaum richtig deuten.
Das überlass ich lieber forschenden Leuten.
Ganz anders zeigt sich mir da schon die Bodenwelt.
Ein Erdstern gerade in seinem Gewebe zerfällt.
In der Mitte liegt ein dünnhäutiger Ball.
Der öffnet sich einmal mit sehr leisem Knall.
Sporen fliegen dann hinaus in die weite Welt,
damit dieser Erdstern hoffentlich Nachwuchs erhält.
Wie Sterne sich vermehren, dazu kann ich nichts sagen.
Ich müsste erneut wieder Wissende fragen.
Den Erdsternen bin ich erstmals begegnet.
Es hat diesen Sommer hier genügend geregnet,
dass der Bauchpilz mir zeigt seine hübsche Rosette –
hinten im Garten an unspektakulärer Stätte. Weiterlesen

Eidechsenrendezvous

p1170214Eidechsenrendezvous

Fast schon wieder zwei Wochen her
mein Eidechsenbegegnungsverkehr.
Der Dezembermittag war sonnig und warm
fast gänzlich wolkenarm.
Hin und wieder huschte ein Cirruswölkchen vorbei.
Dann war der Himmel fürs Blaue nur frei.
Unten an der verlassenen Ramla-Bay
rauscht dieser unendliche See.
Die Küste hinauf will es bald überall blühen.
Leuchtende Farben sprühen
aus frischem Pflanzengrün.
Nur leichte Winde ziehn
vom rollenden Meer auf das versteinerte Land.
Ich nehme eine frische Blüte zur Hand
und denke: bald ist der zweite Advent
und die flach stehende Sonne brennt. Weiterlesen

Im Hang

P1120212Im Hang

Aus felsenharter Brust da quillt
ein Wässerchen ganz zart verspielt.
Am kalten Stein, der quer gestellt
die Flüssigkeit sich hüpfend wellt.
Das frühe Lied der Wasserspur
kennt helle Töne nur in Dur.
Zwei Meter ist der Weg fast nackt-
dann wird der Strahl vom Moos umpackt.
Vom grünstem Blattwerk rollen Tropfen.
Nichts will die Freiheit hier verstopfen.
Was dann sich zeigt, ist wunderschön
im jungen Mai jetzt anzusehen.
Wo quellig Wasser ständig dringt,
ist es von Milzkraut weich umringt.
Das blüht zur Zeit grüngolden fein-
gestreichelt durch den Sonnenschein.
Den Buchenriesen fehlen noch Blätter.
Die Knospen sprengen bei schönem Wetter
in ein paar Tagen erstes Grün ans Licht.
Dann ändert sich das Quellgesicht. Weiterlesen

Sei ein Frosch!

FröscheSei ein Frosch!

Sei ein Frosch,
dann darfst du quaken.
Auf einer Seerose
kannst du parken –
garantiert im Sonnenschein!
Sei ein Frosch,
dann darfst du springen.
Manche Sprünge
fesch gelingen
und die bringen
auch was ein:
wie ein fettes
Insektenbein.
Sei ein Frosch,
dann darfst du tauchen
tief durchs Reich der Unterwelt.
Fauler Schlamm
kann ziemlich schlauchen.
Unten bist du selten Held.
Sei ein Frosch,
dann darfst du freien.
Bräute warten überall.
Musst ja keinen Frack entleihen.
Grüner Rock reicht allemal. Weiterlesen

Adebar – ist plötzlich da!

StorchAdebar
ist plötzlich nah!

Der graue Reiher fischgesteuert
seine Beuteflüge rund erneuert.
Er segelt suchend durch die Lüfte
kaum abgelenkt durch Fliederdüfte.
Dies Bild mit Riesenflügelspanne
zieht mich am Teich oft in den Banne.
Doch gestern – das war wunderbar –
kreiste bei uns ein Adebar.
Ich hoffte sehr, er würde landen –
dort wo die Gräser dichter standen.
Er drehte jedoch plötzlich ab.
Ein erstes Foto scheitert knapp.
Doch heute kam der Storch schon wieder.
Er ließ sich auf dem Felde nieder.
Der Bauer hat es frisch gebrochen.
Hat Adebar dies wohl gerochen?
Wo tief gepflügt wird, gibt es Beute.
Das wissen Vögel – nicht seit heute.
Die fette Scholle lockt – na klar –
zu mir hin diesen Adebar.
Ich pirscht mich ran
mit großer Vorsicht.
Das kümmerte den Vogel nicht.
Er sah mich dennoch ganz genau.
Mein Pullover schreit so himmelblau. Weiterlesen