Gerhard Laukötter's Blog

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Fast nichts im Wege Raues Gestein in allen Größen liegt auf dem Weg mir tief zu Füßen. Jeder Schritt der knackt und kracht, weil meine Sohle Druck hier macht. Wie anders fühlt der Weg im Wald, wo gar nichts – nur ein Ast mal knallt, wenn ich auf ihn den Fuß schwer setze und sein Skelett brüchig verletze. Sonst kann aus Moos und Blätterschichten ein weiches Bett sich hier einrichten. Doch schnell… Weiterlesen

Die Kuhle Meine erste Umweltschule war beim Opa eine Kuhle. So als Dötz von zehn, elf Jahren konnte ich dort viel erfahren. Vor dem Hof fast an der Straße lag dies kleine Wasserloch. Ziemlich winzig waren die Maße. Doch zum Tümpeln reicht es noch. Mit dem Sieb als kleinem Kescher wühlte ich im braunen Sud. Wurde bald zum Faulschlammwäscher alt Versenktes fand ich gut. In dem breiigen Gerümpel zappelte ein buntes Tier… Weiterlesen

Erdsterne Zu den Himmelsternen kann ich nicht einfach greifen Doch hinten im fernen Garten da reifen seit Wochen nicht wenige Erdsterne heran. Diese Bauchpilze ziehen mein Interesse an. In klaren Nächten hoch oben unendlich weit funkeln viele Sterne fast wohl eine Ewigkeit. Ihre Herkunft kann ich kaum richtig deuten. Das überlass ich lieber forschenden Leuten. Ganz anders zeigt sich mir da schon die Bodenwelt. Ein Erdstern gerade in seinem Gewebe zerfällt. In… Weiterlesen

Eidechsenrendezvous Fast schon wieder zwei Wochen her mein Eidechsenbegegnungsverkehr. Der Dezembermittag war sonnig und warm fast gänzlich wolkenarm. Hin und wieder huschte ein Cirruswölkchen vorbei. Dann war der Himmel fürs Blaue nur frei. Unten an der verlassenen Ramla-Bay rauscht dieser unendliche See. Die Küste hinauf will es bald überall blühen. Leuchtende Farben sprühen aus frischem Pflanzengrün. Nur leichte Winde ziehn vom rollenden Meer auf das versteinerte Land. Ich nehme eine frische Blüte… Weiterlesen

Im Hang Aus felsenharter Brust da quillt ein Wässerchen ganz zart verspielt. Am kalten Stein, der quer gestellt die Flüssigkeit sich hüpfend wellt. Das frühe Lied der Wasserspur kennt helle Töne nur in Dur. Zwei Meter ist der Weg fast nackt- dann wird der Strahl vom Moos umpackt. Vom grünstem Blattwerk rollen Tropfen. Nichts will die Freiheit hier verstopfen. Was dann sich zeigt, ist wunderschön im jungen Mai jetzt anzusehen. Wo quellig… Weiterlesen

Sei ein Frosch! Sei ein Frosch, dann darfst du quaken. Auf einer Seerose kannst du parken – garantiert im Sonnenschein! Sei ein Frosch, dann darfst du springen. Manche Sprünge fesch gelingen und die bringen auch was ein: wie ein fettes Insektenbein. Sei ein Frosch, dann darfst du tauchen tief durchs Reich der Unterwelt. Fauler Schlamm kann ziemlich schlauchen. Unten bist du selten Held. Sei ein Frosch, dann darfst du freien. Bräute warten… Weiterlesen

Adebar ist plötzlich nah! Der graue Reiher fischgesteuert seine Beuteflüge rund erneuert. Er segelt suchend durch die Lüfte kaum abgelenkt durch Fliederdüfte. Dies Bild mit Riesenflügelspanne zieht mich am Teich oft in den Banne. Doch gestern – das war wunderbar – kreiste bei uns ein Adebar. Ich hoffte sehr, er würde landen – dort wo die Gräser dichter standen. Er drehte jedoch plötzlich ab. Ein erstes Foto scheitert knapp. Doch heute kam… Weiterlesen

Lindenschwärmer Seit Tagen drückt der Duft vom Flieder. Die Vögel proben fleißig Lieder. Das Blattgrün treibt mit stolzer Wucht. Am Kirschbaum zeigt sich erste Frucht. Fünf Frösche quaken sexgequält. Bald wird die Liebste ausgewählt. Der Maienabend ist heut wärmer. Da flattert vor mir nah ein Schwärmer. Tief unten in dem Wiesengras mein Finger ihn vom Boden las. Nun klettert dieser plumpe Falter – ein Jahr zählt wohl sein Lebensalter – bedächtig über… Weiterlesen

Altarmer Gesang Von dem Flusse längst verlassen liegt ein Altarm träge hier. Schilfröhricht in dichten Massen schafft ein schirmendes Spalier. Doch ich will das Wasser sehen, wie es spiegelt Sonnenlicht. Muss wohl Trampelpfade gehen, mancher Halm dabei zerbricht. Plötzlich hör ich lautes Singen Vogellied in reinster Kunst. Diese Töne herrlich schwingen wie vom Schicksal eine Gunst.

Die Haut des Wassers Unsichtbar sichtbar ist die Haut, wenn man auf einen Tropfen schaut. Nach Nebel oder Nieselregen Rollen uns Perlen hell entgegen. Das Lupinienblatt ist tausendfach Mit Wasserperlen aufgewacht. Der Regen war so zärtlich fein – Da wuchsen Tropfen ungemein. Das Blatt funkelt wie ein Collier. Verspiegelt ich das Licht hier seh. Was Wasser so zusammenhält, Die Schule hat mir das erzählt. Ich frage mich heut morgen bloß: Wann fließt… Weiterlesen