Gerhard Laukötter's Blog

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Übermütig Übermütig voller Freuden Stürzen sie zum Wasser hin. Wollen keine Zeit vergeuden Nächstenliebe nur im Sinn. Pärchenweise schießen sie Durch des Schilfes schlanken Speere Einen Crash zeigen sie nie. Nichts kommt ihnen in die Quere. Voller Glut zum Abenteuer Jeder möchte doch ans Ziel. In der Luft brennt hier ihr Feuer, zwischen Leidenschaft und Spiel. Werben ohne Atempause Nur der Erste kommt zum Glück. Mal piano – dann Gebrause Mal noch… Weiterlesen

Wucherungen Wer wuchert, der schießt übers Ziel. Der nimmt an Zinsen viel zu viel. Manch Hausbesitzer wenig fein, erhöht die Miete ungemein. Wird eine Ware plötzlich knapp, bringt das die Preise sehr auf Trab. Auch die Natur kennt Wucherungen – Nicht immer gut, oft Not gedrungen. So manches schießt mit voller Macht Weit aus dem Boden über Nacht. Was so ein Pilz in Kürze schafft, ist nur ein Beispiel für viel Kraft,… Weiterlesen

Schleimzauber Am feuchten Abend, in der Nacht Hat eine Schnecke Schleim gemacht. Im Schneckentempo ja da kroch Sie einen Stängel langsam hoch. Am Ende ragt die Blütendolde da schlich sie hin und her die Holde. Sie hinterließ am Blütengrund Einen Schleimesfilm so kunterbunt. Heut Mittag schillert er und glänzt – Hat traute Schönheit noch ergänzt. Wie Silberschals spannt das Sekret, Das hier vom Stiel zum Stiele strebt.

Der Freund des süßen Wassers (Limnephilus) Er ist der Freund vom süßen Wasser Stammt aus der Zunft der Köcherfliegen So beschrieb ihn einst der Artverfasser Genauso trefflich wie gediegen. Geschlüpft gleicht er den Schmetterlingen Eher mottengleich mit braunem Kleid. Doch Haare auf den Flügelschwingen Bringen schnell Unterscheidbarkeit. Nur ein paar Wochen währt das Leben Des Vollinsekts im Ufersaum. Wenn Eier unter Wasser kleben, endet schon früh der Hochzeitstraum. Die Larven brauchen frisches… Weiterlesen

Die erste Libelle Vor wenigen Tagen sind die Wasserfrösche aufgetaucht. Sie wollten sogleich sonnenbaden Haben sich am Ufer warm aufgebaucht. Laufe ich am Teich vorbei, Springen sie eins, zwei, drei In hohem Bogen ins Wasser zurück. Denn sie suchen ihr Glück In fast panischer Flucht -. Als wären sie polizeilich gesucht. Als alle Grünfrösche in der Tiefe verschwunden, ihre Verstecke gefunden, blickte ich noch träumend auf die Eintauchstelle.

Acht – geben Am Gigantentempel auf Gozo Klebte sie am warmen Stein. Wie ich sie so sah Mit vierfachem Gebein, da dachte ich im Augenblick, was für ein Riesenglück, dass ich achtgegeben habe auf dieses herrliche Reptil – davon gab es eigentlich so viel. Doch mit einer so eleganten Acht Ganz allein aus Schwanz gemacht Stahl diese Eidechse – das wusste sie ganz genau allen anderen Kollegen die Schau.

Späte Herbstlibelle Für den nur halbwarmen Novembertag Passt du nicht ins Bild. Zwar ist dein Flug Nicht mehr juliwild Aber kurz Vor Toresschluss Jagst du Noch voller Lust Hinter der Lieben her. Der Luftverkehr Ist dir im Fluge vertraut Du ergreifst dir Deine blaugrüne Braut. Die Hochzeit In letzter Minute Kommt deiner Gilde Demnächst zu gute.

Bachkonzert Dort, wo es aus der Tiefe quillt, Ein blinder Flohkrebs Hunger stillt. Die Höhlenassel körperzart An Sauberkeit so gar nicht spart. Von dem Besuch im Tageslicht Sie sich nicht allzu viel verspricht. Doch trifft sie an dem Quellenort Den Strudelwurm grad bei dem Mord. Der hat just seinen großen Schlund – Einzig allein aus Hungers Grund – Über den Flohkrebs aufgerissen. Das ist ein guter Frühstücksbissen. Die Quellenschnecke kriecht bedächtig raspelt… Weiterlesen

Kam ein Vogel geflogen Kam ein Vogel geflogen Knallte plötzlich ans Glas. Sah im Spiegel die Weite – Da endete der Spaß. Er fiel schwer zu Boden Verlor jeden Sinn. Wir haben ihn gehoben Und legten ihn hin. Seine Beine ergriffen Den Finger der Hand. Sein Kopf war so müde Noch ohne Verstand. Seine Augen erwachten Zurück zu altem Glanz.

Schneckenbilder Bisher war dies kein gutes Jahr Für nackte & möblierte Schnecken. Der Sommer brachte heiß Gefahr Und manches Tier früh zum Verrecken. Die Feuchte liebt das Weichtier sehr, Da schleimt es nicht nur nächtens. Es schmeckt ihm grüner Blattverzehr, denn alles wächst so rechtens. Als Kind nahm ich manch Schneckenhaus Behutsam in die Hand. Bald schaute wohl ein Köpfchen raus Vier Fühler ich dran fand.