Gerhard Laukötter's Blog

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Mondsüchtig Kurz vor Mitternacht Hab ich gedacht Da fühle ich die Tagesschwüle weniger stark. Dieser Tag War mehr als heiß. Wolkenweiß Spärlich gesät. Nun ist es spät. Dunkel wird es nicht. Vollmondlicht Mit goldenem Ring Ging durch den Garten.

An der Tankstelle Die Alantblüte duftet weit. bietet so süße Säfte. Im grünlichgelben Schuppenkleid Sammelt er neue Kräfte. Zitronenfalter auch genannt Wird dieser Schmetterling. Seit Kindestagen gut bekannt So manchen ich einst fing. Wir wollten ihm ganz nahe sein Betasten seine Flügel An Tagen voller Sonnenschein Am mohnumblühten Hügel. Heut treff ich ihn im Kräuterbeet. Er ist erst grad gelandet. Der Alant leuchtend gelb hier steht Mit großem Blatt gewandet.

Traubenkirschengespinstmottenimaginalschlupfterminbestätigung Vor Wochen haben sie begonnen, Die Traubenkirschen kahl zu fressen. Dann haben sie alles umsponnen – Nicht einen Ast dabei vergessen. Bald glänzte hell die Silberhaut, Bis Raupenheer schlief in den Puppen. Doch wer zu wenig hat verdaut, erwacht wohl kaum mit frischen Schuppen. Sechs Wochen sind ins Land verstrichen, da kehr ich an den Ort zurück, Das Raupenbild ist längst gewichen: Der Silberbaum ist grün zum Glück.

Tiefflieger Wie ich gedankenverträumt durch die Felder lief Auf ausgetretenen Trampelspuren, da schossen heut die Schwalben so tief Handbreit über Äcker und Fluren. Nach dem Unwetterguss durch den Hitzestau kühlen atlantische Brisen. Die Schwalben wissen dann ganz genau: Sie fangen nur flach über den Wiesen. So zwitschert es froh am Knie vorbei. Ich schau ihnen auf den Rücken. Zurückgekehrt seit Anfang Mai Kann Schwalbenflug wieder beglücken.

> Mittagsnacht So ein Tag – so düster war es heute Seit ewig nicht zur Junimittagsstund. Die Schwüle brachte dunkle Himmelsbräute, Dann wurd es laut und es ging richtig rund. Der frühe Morgen war ohn jeden Hauch. Die Wolkenwand schien pausenlos zu schweben. Kein Zittern rührte steifen Zwiebellauch Im Kuckucksruf erschallte dennoch Leben. Kurz drauf trillierten bunte Distelfinken.

Tümpelträume Was freut uns so am kleinen Nass – Bringt uns dem Glück so nahe? Warum macht schon die Pfütze Spaß – Ob ich das je erfahre? Ein kleiner Teich mit Frosch und Fisch Und tausend muntren Quappen. Das ist wie ein gedeckter Tisch Mit lauter leckren Happen. Es duftet frisch vom Minzenblatt Betörend Mädesüße Im Tanze kreist Libellenrad Bringt flatterhafte Grüße. Drei Taumelkäfer kurven tief In blanken Wellenhäuten. Ein Frosch, der… Weiterlesen

Wind ahoi! Im Blütenmonat Mai Erstrahlt so vieles neu. Erst sind die Kirschen weiß umflauscht Dann leuchten Birnen wie berauscht. Zuletzt breitet der Apfelbaum Sein Blütenkleid voll Rosasaum. Auch sonst malt sich der Garten bunt. Die Farbenuhr schlägt jede Stund. Dazu mischt sich in weicher Luft ein süßlich feiner Wonneduft. Wo Huflattich mit gelben Sonnen Den Frühlingsauftakt hat gewonnen, da seh ich heut nur Silberhaar an langen Stielen wunderbar zu feinen Köpfchen… Weiterlesen

Flatterhaft im Vollmondlicht Nach dem Winter kommt der Sommer. Sonnenstrahlen brennen heiß. Frühling scheint nur kurzes Komma, Hitzetempo bringt viel Schweiß. Alles will auf einmal blühen, was sonst schön im Wechsel stand. Kalte Sonne wärmt zum Glühen, Wachstum außer Rand und Band. Gartenarbeit kummuliert: Altes raus und Neues Pflanzen. Blütentempo irritiert. Mückenwolken lustvoll tanzen. Abendluft schwingt leicht und mild. Vollmondscheibe leuchtet hell. Schattenschön zeichnet das Bild, das der Teich im Spiegel wellt…. Weiterlesen

Eiskonfekt Wie leuchtet rot der Tulipan Im Gelben schwelgt Narzissenmund Vom Cyanblau ist angetan Der Hyazinthen Traubenrund. Ich schweb in diesem Farbentraum – Doch nichts erblüht im Gartenraum. Die Sonne lacht zwar herrlich hell – Doch die Ernüchtrung weint so schnell. Es ist noch immer winterkalt, Dass Wassers Haut gefriert sobald, Wie Sonn am Horizont versinkt Und nächtens Sternenmeer erblinkt.

Aukraut Tausendmal berührt Und immer ist was passiert! Der kleinste Touch Bewirkt so much. Reibt dieses Kraut An Hand und Beinen, Fangen Kinderaugen an zu weinen. Tränen kullern übers Gesicht, Wenn junge Haut feuerlich sticht. Doch auch beim Greis kann es noch brennen. Nur dieser tut den Schmerz schon kennen.