Gerhard Laukötter's Blog

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Blattblut Die süßen Trauben sind schon längst verspeist, Drosselmitesser ebenfalls verreist. Doch kann der Rebstock noch einmal verschenken, wenn wir dabei an seine Herbstblätter nur denken. Was im Oktober mittendrin im Blatt passiert, wie sich das Bild von Tag zu Tag noch mehr verziert, das ist schon einer Betrachtung wert – Schönheit sich schwelgerisch vermehrt. Ich halte Rebblätter so ganz direkt ins Sonnenlicht, bis sich Gestrahle in den Zellen bricht. Grüne Gewebeteile… Weiterlesen

Im Frühtau Im Frühtau funkeln tausend Tropfen. Feinnebel haucht durchs Spinnennetz. Wenn Winde an die Perlen klopfen, da bangt die Schönheit hier und jetzt. Die erste Sonne lässt brillieren so wundervoll die Kugelzahl. Das Kunstwerk wird schon bald verlieren Jed Spinnennetz hängt wieder kahl. Um diesen Moment hier zu gewinnen, muss aus dem Bett ich zeitig fliehn. Da schlafen noch wohl alle Spinnen, die aufgewärmt die Fäden ziehn.

Mit der Passion zum Blühen Selten sah ich solche Blüten, welch Geheimnis sie behüten – ist versteckt im Blühgesicht, öffnet Mystik lange nicht. Um die Bienen zu betören, Passifloren darauf schwören, dass ein Strahlenkranz gewinnt, eh der Nektarraub beginnt. Wie ein Kirmeskarussel Gondeln drehen sich so schnell grad so wirkt weißblaues Rad actionpower jedes hat.

Moosgesichter Mit der Zeit – so sagt man oft wächst Gras über manche Sachen Für demnächst wohl ein jeder hofft, gibt´s deshalb wieder was zu lachen. So verschwindet das Erlebte mehr und mehr aus jedem Sinn. Was gestern noch so lastend schwebte, ist heute fort und weit dahin. Auch über banale Gegenstände wuchert Zeit, lässt Spuren grünen. Die Natur nimmt es in die Hände – braucht sich dazu kaum groß bemühn. Naive… Weiterlesen

morning has frozen … Viel Nebelgrau musste verschwinden. Das Februarlicht wollte kaum finden in diesen kaltgeborenen Tag. Schneegriesel in den Lüften lag. Dem wintermüden Gartenteich hatte der Frost im Kältestreich ein gläsern Gewand dünn aufgelegt. Dort, wo ein Rest vom Stängel steht, da schießen Sternenstrahlen weit schmücken bizarr das Eiseskleid. All das, was aus dem Wasser schaut, wird von der Frosthaut zart umbaut. Das sonst so glatte Teichgesicht kämpft morgendlich mit Schwerterschicht,… Weiterlesen

Der Frühling lutscht Der Frühling lutscht am Eis vom Teich Seine Zunge leckt und löst es weich. Die klare Nacht lässt Wasser frieren. Kristalle gläsern schön verzieren mit neuen Mustern Eiseshaut. Bis alles zauberhaft ausschaut. Zum Mittag hin schmilzt etwas Eis. Das Sonnenlicht kaum richtig heiß doch es besiegt auf Zeit den Frost. Vom Frühling kommt nun täglich Post. Was nächtens noch so grad erfror, im Tageslauf Gestalt verlor, das ist ein… Weiterlesen

Eiszauber Mein Blick seit Tagen nur gesenkt – was dieser Frost mir hat geschenkt, lässt mich auf Heftigste erstaunen – unfassbar sind für mich die Launen, die sich mir draußen eisig zeigen. Ich muss mich tief dazu verneigen, um Naturkunstwerke zu studieren, die ständig ihre Form verlieren. Zuerst war alles feiner Reif. Er machte welkes Blattwerk steif. Verzuckerte die braune Haut, die so ganz festlich plötzlich schaut. Dann kam ein Regenband vorbei…. Weiterlesen

Eisprimula Der frühlingshafte, irritierende, Wachstum stimulierende Spätherbst ließ Primeln Blüten wecken. In grünen Blätterherzen stecken vorwitzig Knospenspitzen lassen bunte Farbsäume blitzen. Etwas mehr der Frühwintersonne steigert noch die Öffnungswonne. Blüten erfreuen zu jeglicher Zeit. Ihr farbiges Kronenblätterkleid will zur Liebe verführerisch locken. Die Primel beginnt zu zocken. Wenn die Wetterstimmung froh bleibt, ja dann erlebt diese Pflanze eine Dezemberblühchance.

Brennnesseln im Silberkleid So atemfeucht schläft Nachtbeginn. Schwanger hängt Nebel schwer im Äther Der Tageswechsel glitt dahin. Das Mondlicht blinkt erst später. Die Lüfte froren nach und nach ließen Tröpfchen zart erhärten und mit dem Licht vom neuen Tag schmückt sich die Welt mit Bärten. Mit feinsten Nadeln klar aus Eis spiegelt sich Glanz in Spitzen – sie krusten alles zuckerweiß auf Blättern sie dicht sitzen. Brennnesseln gestern noch saftgrün sind völlig… Weiterlesen

Zaungeflecht Wirkt ziemlich schlecht dies Zaungeflecht. Wer Akkurates liebt, ja der vergibt dem Handwerk nicht. Der Draht verbricht in krumme Schlingen. Wird kaum gelingen, den Zaun zu straffen. Flüchtig geschaffen fehlt immer die Zeit für bessere Arbeit. Mehr war wohl nicht drin – machte auch keinen Sinn. Draht bleibt grob verleibt, zusammen geklaubt – jeder Feinheit beraubt.