Gerhard Laukötter's Blog

Archiv

Ein wenig Frost Ein wenig Frost aus klarer Nacht Hat meinem Teich viel Kunst gebracht. Des Wasser Haut ganz dünn erstarrt Im Eiseskleide kurz verharrt. Vom Schilfesstumpf schießen die Schwerter Im Sonnenlichte noch verklärter. Des Teiches Antlitz glänzt und blinkt, weil schöne Kälte es wohl zwingt. An manchen Pflanzenresten sitzen Glasklare lange Sternenspitzen. Werbeanzeigen

Reifliche Überlegungen Novembernächte tief vernebeln. Nasse Luft will uns fast knebeln Licht entschwindet ganz diffus. Ein jedes spürt den kalten Kuss. Wenn sich der Dunst ganz spät noch löst, Das Wasser fein zu Boden stößt, Wie Klarheit Kälte mit sich bringt, der frühe Tau als Raureif blinkt. Kristalle wachsen ganz wie Zauber Erscheinen diamantensauber Mit völlig unverletzten Spitzen, die hoch auf Blätternerven sitzen. Die Reifeshaut zieht maskengleich Starr über Rosengesichter. Was vorher… Weiterlesen

Verwobenes Die Nächte später im August Sie bringen kühlenden Tau. Betörende Sommerlust Verspricht schon früh das Himmelblau. Sonnenhut und Rittersporn Verschwenden nun ihre Blüten Geerntet wird das letzte Korn. Wespen bald nicht mehr brüten. Am Boden funkeln feinste Netze Als Baldachin gut konstruiert. Sie brillieren fast wie Schätze – Wie Sonnenlicht drin jubiliert.

Taufrisch Die Nacht war kühl Mit feuchtem Kuss Der Tröpfchen viel Nun trocknen muss. Dem Löwenzahn Dem haftet an manch Perlenschnur Aus Wasser pur. Kondensationen Zaubern Millionen Kugeln, die funkeln, wie aus dem Dunklen steigt das Morgenblau Tropft Nebeltau.

Eisdruse In einem alten Plastiktütenberg Entstand ein Ostereiskunstwerk. Der Kunststoffmüll sollte verschwinden – Da sollte ich dieses hier finden. Aus tiefer Falte kam ein Stück Vom Wasserrest als Eis zurück. In Tütenform sah ich im Innern Gläserne Tannenbäume schimmern. Sie standen dort in kleinen Reihen Und konnten frostig gut gedeihen.

Eiskonfekt Wie leuchtet rot der Tulipan Im Gelben schwelgt Narzissenmund Vom Cyanblau ist angetan Der Hyazinthen Traubenrund. Ich schweb in diesem Farbentraum – Doch nichts erblüht im Gartenraum. Die Sonne lacht zwar herrlich hell – Doch die Ernüchtrung weint so schnell. Es ist noch immer winterkalt, Dass Wassers Haut gefriert sobald, Wie Sonn am Horizont versinkt Und nächtens Sternenmeer erblinkt.

Eisteich Aus dem Osten kam die Kälte Und mit dem Schnee erhellte Sich das Januargesicht im kühlen Winterlicht. Der Teich längst zugefroren Erscheint wie neu geboren In seiner Eiseshaut Er unwirklich fast schaut. Schnee pudert Oberflächen Verspielte Muster sprechen Gestaltungsfantasie Der Zufall kennt nur sie.

Des Eises Kunst Gestern Abend war in der Luft Noch  Nieselregen satt – Der so feuchte Wasserduft Macht Tageslicht so matt. Im Neuen Jahr hatte die Sonne Ihr Gesicht noch nicht einmal gezeigt. Aus der veralgten Regentonne Der Überfluss andauernd steigt. In der Nacht zog Kälte spät herbei. Das Wolkenband riss so entzwei, Bis funkelnd fein das Sternenlicht bald offen aus dem Himmel bricht. Der erste Frost im Januar vereiste, was so… Weiterlesen