Nebeltücher

Nebeltücher

Wer webt hier nächtens weiße Bänder?
Wer haucht den Atem durch die Luft?
Wer schafft solch schwebende Gewänder?
– die feine Kunst, die jäh verpufft,
wenn Sonnenstrahlen sie durchdringt.
Der Schleier dann zusammenfällt,
als würd der Nebel ausgewringt –
und wieder blank wird diese Welt.

Nebel erfüllen weich den Raum.
Dass Wasser schwebt, man sieht es kaum.
Wie klein muss erst ein Tröpfchen werden,
das es nicht fällt gleich auf die Erden? Weiterlesen

Sie sind wieder da!

Sie sind wieder da!

Elf Uhr zehn fast in der Nacht
der Hund wird noch mal rausgebracht,
damit er eben das verrichtet,
über das man nicht so gern berichtet.
Der Feldweg grenzt an einen Wald.
Fast dunkel ist der Himmel bald.
Urplötzlich sehe ich es blitzen.
Doch vom Gewitter keine Notizen.
Ein funkelnd Licht tanzt durch die Nacht.
Ein Glühwürmchen hat’s mit gebracht.
Ich laufe weiter den Weg entlang
Von allen Seiten überall sprang
mir eine Leuchtrakete quer –
wie liebte ich den Anblick sehr.
Sie sind noch da meine Leuchtkäfer.
Bevor ich gleich verschwind als Schläfer,
bestaune ich das Wunder der Natur
Wieso leuchten diese Käfer nur? Weiterlesen

Sonnengoldregen

Sonnengoldregen

Seit einer Stunde ist die Sonne wach
verschenkt ihr Licht dem neuen Tag.
Das Meer wellt ziemlich morgenträge,
als ob kein Wind im Äther läge.
Ein graues, loses Wolkenband
raubt meinen Blicken den Verstand.
Gelbgoldene helle Strahlenstreifen
durch Wolkenspalten leuchtend greifen.
Sekundenschnell wechselt dies Spiel.
Wo gerad noch Licht aufs Wasser fiel,
erlischt die Macht von allem Feuer.
Doch nebenan bricht schnell ein neuer
Strahl vom Sonnenball ins Meer. Weiterlesen

Schwaden

p1170632Schwaden

Wie aus dem Nichts schwebt Nebel ein –
Tröpfchen so dicht und ultrafein.
Im Wiesengrund hängt Silberband
von Abendkühle aufgespannt.
Am Horizont versinkt viel Röte.
Der Sonnenball kriegt Abstiegsnöte
zeichnet Silhouetten, Baumgestelle
am Horizont mit Wolkenwelle.
Das Nebelband schwillt in die Breite
greift dabei zärtlich in die Weite,
verliert sich bald im Abendgrau.
Sein Ende sehe ich nicht genau. Weiterlesen

Taunass

P1150460Taunass

Über Nacht hat kühler Feuchtehimmel
ein jedes Blatt mit Perlenschmuck geküsst.
So wie ein Edelsteingewimmel
der Tropfen Sonnenstrahl aufs Hellste grüßt.
Ein schnöder Grashalm gänzlich unbekannt
kann früh mit Wasserkugeln prahlen.
Was gestern lag so stumpf am Wegesrand
darf tausendfach im frischen Morgenlichte strahlen. Weiterlesen

Wolkenfeuer

WolkenrotWolkenfeuer

Wer hat die Wolken angefeuert?
Wer hat die Sonne so gesteuert,
dass sie den Himmel rot besticht –
mein Gott – ich weiß es nicht!
Im Sinken sammelt sich die Glut
und Wolkentaschen saugen Blut.
Was sich am Abendzelt entzündet,
wie Licht den Weg ins Feuer findet,
das bleibt Geheimnis der Natur
bringt Augenlust mir dafür pur.
Minütlich wechselt jetzt die Farbe.
Die späte Luft besitzt die Gabe,
ein Strahlenmeer grad so zu brechen,
dass Wolken werden Lavaflächen.
Wie Wasserdunst plötzlich erglüht –
ein dumpfes Grau orange erblüht. Weiterlesen

Weiße Schirme

BachpilzeWeiße Schirme

Wie kann aus modrig faulem Holz
Ein blütenweißer Pilz nur sprießen?
Fruchtkörper zeigen vollen Stolz
Ich will den Eindruck schier genießen.
Aus totem Leib tief aus dem Baum
Beginnt es weiß zu treiben.
Ein zarter Hut fast wie ein Traum
Will kurze Zeit nur bleiben.
Am Fuß vom Holz der Quellbach spielt
Mit seinen weichen Wellen.
Ein Strudelwurm nach oben schielt.
Er mag’s nicht gern im Hellen.
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