Gerhard Laukötter's Blog

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Sonnengoldregen Seit einer Stunde ist die Sonne wach verschenkt ihr Licht dem neuen Tag. Das Meer wellt ziemlich morgenträge, als ob kein Wind im Äther läge. Ein graues, loses Wolkenband raubt meinen Blicken den Verstand. Gelbgoldene helle Strahlenstreifen durch Wolkenspalten leuchtend greifen. Sekundenschnell wechselt dies Spiel. Wo gerad noch Licht aufs Wasser fiel, erlischt die Macht von allem Feuer. Doch nebenan bricht schnell ein neuer Strahl vom Sonnenball ins Meer.

Schwaden Wie aus dem Nichts schwebt Nebel ein – Tröpfchen so dicht und ultrafein. Im Wiesengrund hängt Silberband von Abendkühle aufgespannt. Am Horizont versinkt viel Röte. Der Sonnenball kriegt Abstiegsnöte zeichnet Silhouetten, Baumgestelle am Horizont mit Wolkenwelle. Das Nebelband schwillt in die Breite greift dabei zärtlich in die Weite, verliert sich bald im Abendgrau. Sein Ende sehe ich nicht genau.

Taunass Über Nacht hat kühler Feuchtehimmel ein jedes Blatt mit Perlenschmuck geküsst. So wie ein Edelsteingewimmel der Tropfen Sonnenstrahl aufs Hellste grüßt. Ein schnöder Grashalm gänzlich unbekannt kann früh mit Wasserkugeln prahlen. Was gestern lag so stumpf am Wegesrand darf tausendfach im frischen Morgenlichte strahlen.

Wolkenfeuer Wer hat die Wolken angefeuert? Wer hat die Sonne so gesteuert, dass sie den Himmel rot besticht – mein Gott – ich weiß es nicht! Im Sinken sammelt sich die Glut und Wolkentaschen saugen Blut. Was sich am Abendzelt entzündet, wie Licht den Weg ins Feuer findet, das bleibt Geheimnis der Natur bringt Augenlust mir dafür pur. Minütlich wechselt jetzt die Farbe. Die späte Luft besitzt die Gabe, ein Strahlenmeer grad… Weiterlesen

Weiße Schirme Wie kann aus modrig faulem Holz Ein blütenweißer Pilz nur sprießen? Fruchtkörper zeigen vollen Stolz Ich will den Eindruck schier genießen. Aus totem Leib tief aus dem Baum Beginnt es weiß zu treiben. Ein zarter Hut fast wie ein Traum Will kurze Zeit nur bleiben. Am Fuß vom Holz der Quellbach spielt Mit seinen weichen Wellen. Ein Strudelwurm nach oben schielt. Er mag’s nicht gern im Hellen.

Verwobenes Die Nächte später im August Sie bringen kühlenden Tau. Betörende Sommerlust Verspricht schon früh das Himmelblau. Sonnenhut und Rittersporn Verschwenden nun ihre Blüten Geerntet wird das letzte Korn. Wespen bald nicht mehr brüten. Am Boden funkeln feinste Netze Als Baldachin gut konstruiert. Sie brillieren fast wie Schätze – Wie Sonnenlicht drin jubiliert.

> Mittagsnacht So ein Tag – so düster war es heute Seit ewig nicht zur Junimittagsstund. Die Schwüle brachte dunkle Himmelsbräute, Dann wurd es laut und es ging richtig rund. Der frühe Morgen war ohn jeden Hauch. Die Wolkenwand schien pausenlos zu schweben. Kein Zittern rührte steifen Zwiebellauch Im Kuckucksruf erschallte dennoch Leben. Kurz drauf trillierten bunte Distelfinken.

Ganz in Weiß Ganz in weiß in deinem Blütenkleid Bist du hier der schönste weit und breit. Lenzberauscht schaust du so strahlend aus. Blütenweiß geschmückt dein ganzes Haus. Ganz in weiß ist dieses Fest nur kurz Hochzeitsfarben fallen dann im Sturz. Ja dann schwillt die rote Früchtezeit Bist für reiches Kirschenglück bereit. Ganz in weiß zeigt sich der Gartenteich Wie eine Borte schmiegen sich so weich Die losen Blätter aus dem Blütenhemd… Weiterlesen

Kaltes Glühen Kaltes Glühen im April Spät zerreißt das graue Band – Als zum Abend Sonne will Röte schütten übers Land. Wolkenbänder sich verlieren Werden gegenlichtig blau. Falsche Sterne schwarz verzieren Engelwurz stellt sie zur Schau. Doldensamen längst verflogen – Keimen neu bald in den Mai. Blütenstände windverbogen Spreizen zarte Strahlen frei. Orangerot bis lila Töne Füllen bunt den Horizont.

Eiskonfekt Wie leuchtet rot der Tulipan Im Gelben schwelgt Narzissenmund Vom Cyanblau ist angetan Der Hyazinthen Traubenrund. Ich schweb in diesem Farbentraum – Doch nichts erblüht im Gartenraum. Die Sonne lacht zwar herrlich hell – Doch die Ernüchtrung weint so schnell. Es ist noch immer winterkalt, Dass Wassers Haut gefriert sobald, Wie Sonn am Horizont versinkt Und nächtens Sternenmeer erblinkt.