Limnephilus, der Wasserfreund

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Limnephilus, der Wasserfreund

Der kleine Wiesentümpel
erstickt fast im Gerümpel,
das arglos wird versenkt:
es wird ihm ja geschenkt.
Die Wasserpflanzen decken
den Müll noch zärtlich zu.
Und viele Tiere stecken
auf mal im alten Schuh.

Mein Blick geht in die Tiefe.
Dort seh ich zartes Rohr.
Bewegt sich, als ob es liefe,
so kam es gerad mir vor.
Ich fischte mit meinen Händen
dies Röhrchen dann an Land.
In seinen grünen Wänden
ein Tierchen drin ich fand. Weiterlesen

In der Westruper Heide

In der Westruper Heide

Morgenröte deutet lieblich sich an.
Vorm Horizont erhellen flache Dünste.
Als meine Wanderung heut früh begann,
erlebte ich einsam verwunschene Künste.
Vor mir hauchte die Westruper Heide.
Ihr Nebelhemd deckte sie blößend zu.
An tausend Netzfäden allerfeinster Seide
baumelt der Morgentau in stillster Ruh.
Die Heide blüht noch an den meisten Stellen.
Wo Schatten fehlt, sind Blütenköpfe herbstlich braun.
An Wachholderbeeren Tropfen glitzernd quellen.
Die Sonnenstirn beendet lugend Morgengrauen.
Mein Weg steigt sanft zum schlanken Birkenbaum.
Tropfnass lädt eine Ruhebank zum Pausen ein.
Vor mir liegt lila blühend ein Landschaftstraum –
gerade geadelt durch den ersten Sonnenschein. Weiterlesen

Die Kunst der Landwirtschaft

Die Kunst der Landwirtschaft

Auf dem Kartoffelacker sind Häufefurchen versprungen.
Ist hier altes Ackerhandwerk misslungen?
Sonst sind die Reihen doch bäuerlich akkurat
bei Spargel, Erdäpfeln und Getreidesaat.
Oder war am Ende der Bauer irgendwie high –
zauberte im Wahn diese Zacken herbei?
War ihm die Geradlinigkeit einfach zuwider
oder schoss ein Krampf durch die ackernden Glieder.
Hier bleibt der Augenblick länger gefangen.
denn die gewohnte Symmetrie geht abhanden.
Landwirtschaft und Kunst sind ein ungleiches Paar.
Die mittelalterliche Bewirtschaftung, wie sie einst war,
brachte dem Menschen eine eigene Kultur
im Einklang – eher ungewollt – mit der Natur. Weiterlesen

Im schönsten Wiesengrunde

Im schönsten Wiesengrunde

Im schönsten Wiesengrunde
da brüten Vögel gern.
Ich fand das Glück der Stunde –
war diesem Bild nicht fern.
Aus feuchtem Wiesengrunde
spross violett ein Kraut
in tausendfacher Runde
Knabenkraut glücklich schaut.
Noch nie sah ich solch Stätte
so bunt im Farbenflor.
Im grünen Grasenbette
sich Schöpfung reich verlor.
Die Orchideen waren
die Tüpfel auf dem I. Weiterlesen

Orchideenversammlung

P1130171Orchideenversammlung

Ich hatte diese Insel früher schon gebucht –
den Tulpen- und Lilienfrühling dort gesucht.
Amsterdam lag dabei gar nicht so fern
Doch auf dem Texel-Eiland da war ich gern.
In diesem Jahr reiste ich später dorthin.
Soeben von dem Juni war der Anbeginn.
Die Osterblüher standen welk, im Lichte tot –
die großen Felder ohne jedes Gelb und Rot.
Dieses Mal sah ich ganz andere Pflanzen.
Die Neugierde groß, ließ die Blicke tanzen.
Direkt vor dem Schlafort lag ein anmooriger Rest,
der mich die ganze Zeit nicht in Ruhe lässt.
Diverse Gräser wogten im zügigen Wind,
goldbraune Moose im Blütenrausch sind.
Fast wie Raketen doch im zartrosa Kleid
schossen Orchideen gerade zu der Zeit.
Ihre Blüten öffneten sich Kranz für Kranz
Nach zwei Wochen strahlten die Blumen dann ganz. Weiterlesen

Jeder Bach sucht seinen Weg

P1140268Jeder Bach sucht seinen Weg

Das Wandern ist des Menschen Lust
über Stock und Stein mit forscher Brust.
Der Wege gibt es ohne Zahl –
sich zu entscheiden bleibt die Qual.
Wer seine Schritte fleißig macht,
hat es im Leben weit gebracht.
Der Wandergeist wird frisch und wach,
begegnet er dem hellen Bach.
Das Wasser reist auf krummen Touren
und wo es war, hinterlässt es Spuren.
Jeder Bach der sucht sich seinen Weg.
Das Wasserband ist Spülbeleg.
Ein Bächlein startet mit der Quelle –
oft als sehr zarte Flüsterstelle.
Dann rinnt der Strahl im engsten Bett.
Mooskissen schmücken es oft nett.
Liegt grobes Holz, dicker Stein ihm quer,
dann fließt die Welle ganz umher.
Wie kleine Bäche sich vereinen,
sind sie mit sich meist noch im Reinen. Weiterlesen

Ein Bach

Werther QuelleEin Bach

Ein Bach
wird aus der Tiefe wach.
Aus irdenem Schoß
Wasser abfloss –
die offene Stelle
eine Quelle.
Kalt und klar
seit 10 000 Jahr
rinnt ein magerer Strahl
stetig ins Tal.
Aus der Unterwelt
da hält
sich kaum ein Tier
im ersten Lichte hier.
Wer hier lebt
am Moos oder Steine klebt,
ist mit Wenigem zufrieden.
Kieselalgen werden abgerieben.
Ein morsches Blatt wird verdaut,
Totholz zerkaut.
Die Lebensraumstube
ist oft eine kühle Wassergrube
ausgewaschen aus dem Stein
aber ungemein rein. Weiterlesen

Quellfrischer Fingerzeig im Eckenbachtal

QuellschneckenQuellfrischer Fingerzeig im Eckenbachtal

Zehn kleine Schnecken kleben
an meinem Zeigefinger.
Seit Ewigkeiten leben
die klitzekleinen Dinger
in dieser Quelle nah am Rand
von einem Waldesstück.
Was ich dort sonst noch fand,
ist einfach Wasserglück.
Im tiefen Grund gekühlt
schüttet die Wasserspende.
Die kleine Welle spült
mir gerade nass die Hände.
In kalter Wasserstube
liegt brüchiges Gestein.
Am Rande eine Grube.
da suhlt schon mal ein Schwein.
Geäst in kurzen Trümmern
dazu noch Falllaubfracht
das Moos beginnt zu schimmern,
wenn Frühlingssonne lacht.
Hier plätschert leis das Leben –
schon tausend Jahre lang.
Seide zum Köcherweben
Netze zum Beutefang,
brauchen hier Köcherfliegen.
Die Strudelwürmer meiden Licht
Am glatten Stein sie schmiegen:
schwarze Leiber dicht an dicht. Weiterlesen

Buntes vom Nil

NilgänseBuntes vom Nil

Ein Gänsepaar hockt auf der Weide
In einem farbenbunten Kleide.
Ich kenn sie nicht, betrachte sie
Als zugereistes Federvieh.
Mit braunen Brillen um die Augen,
Die als Erkennungsmerkmal taugen,
Brauch ich an Literatur nicht viel:
Die Gänse stammen wohl vom Nil.
Seit sich das Klima weiter wärmt
Manch Ganter hier die Gans umschwärmt.
Die Vögel lieben satte Weiden.
Dort brauchen sie nicht Hunger leiden.
Sie nisten gern in Baum und Strauch
Und nehmen gerne dabei auch
Von Elstern das gebrauchte Nest,
wenn man sie dort auch brüten lässt. Weiterlesen