Nebeltücher

Nebeltücher

Wer webt hier nächtens weiße Bänder?
Wer haucht den Atem durch die Luft?
Wer schafft solch schwebende Gewänder?
– die feine Kunst, die jäh verpufft,
wenn Sonnenstrahlen sie durchdringt.
Der Schleier dann zusammenfällt,
als würd der Nebel ausgewringt –
und wieder blank wird diese Welt.

Nebel erfüllen weich den Raum.
Dass Wasser schwebt, man sieht es kaum.
Wie klein muss erst ein Tröpfchen werden,
das es nicht fällt gleich auf die Erden? Weiterlesen

Nebulöses

Nebulöses

Von Erlenhänden eingefasst
hält sich versteckt der kleine Weiher.
Als leichteste von aller Last
schwebt über ihm ein Nebelschleier –
weich über schwarze Spiegelhaut.
Wo feuchte Dünste flauschig küssen,
solange bis es Wasser taut,
wo Spinnenfäden lange wissen,
wie Tröpfchen hängen perlgesäumt,
da kann Natur verweilen.
Im fahlen Morgenschwaden klebt
manch nachtgekühlter Wassergruß.
Verschlafener Binsen wirkt verträumt.
Beträufelt schwimmt die Wassernuss. Weiterlesen

Im Frühtau

Im Frühtau

Im Frühtau funkeln tausend Tropfen.
Feinnebel haucht durchs Spinnennetz.
Wenn Winde an die Perlen klopfen,
da bangt die Schönheit hier und jetzt.
Die erste Sonne lässt brillieren
so wundervoll die Kugelzahl.
Das Kunstwerk wird schon bald verlieren
Jed Spinnennetz hängt wieder kahl.
Um diesen Moment hier zu gewinnen,
muss aus dem Bett ich zeitig fliehn.
Da schlafen noch wohl alle Spinnen,
die aufgewärmt die Fäden ziehn. Weiterlesen

Ein Sommernachtstraum

Ein Sommernachtstraum

Heute liegt ein Sommernachtstraum
am späten Abend weit im Raum.
Der Tag, an dem der Regen kam,
blieb abgekühlt noch wohlig warm.
Der Boden nahm die Feuchte gern.
Die letzten Tropfen waren so fern.
Nun steigt der Nebel aus den Weiden
Die Kühe sich mit Schwaden kleiden.
Nachtfalter sind gerade aufgewacht.
Es liegt Besonders in der Nacht.
Aus Gerstenfeld im letzten Licht
ein wunderbares Gold erbricht.
Über dem Ährenmeer schwebt Dunst
als decke Christo traumhaft Kunst.
Vor diesen weißen Nebelstreifen
zwei Fledermäuse lautlos schweifen. Weiterlesen

Schwaden

p1170632Schwaden

Wie aus dem Nichts schwebt Nebel ein –
Tröpfchen so dicht und ultrafein.
Im Wiesengrund hängt Silberband
von Abendkühle aufgespannt.
Am Horizont versinkt viel Röte.
Der Sonnenball kriegt Abstiegsnöte
zeichnet Silhouetten, Baumgestelle
am Horizont mit Wolkenwelle.
Das Nebelband schwillt in die Breite
greift dabei zärtlich in die Weite,
verliert sich bald im Abendgrau.
Sein Ende sehe ich nicht genau. Weiterlesen

Herbstnebel

februar-2010-116Herbstnebel

Gestern noch schwangen sich
Mosaikjungfern ganz ausgelassen
über den Gartenteich hin und her.
Nichts war ihnen zu schwer.
Aber die Nachtsterne ließen viel Kälte sinken.
Im Morgenhauch will der Nebel schminken.
Auf dem leeren Wiesental schmiegt sich
ein schwebendes Tuch.
Von der Feldeiche vergeblich ich such
ihr knorriges Kronengeäst
Der Dunstschleier hält es noch fest.
Wie verwunschen ist heut diese Welt.
So trübe das Licht kaum erhellt.
Am Spinnfaden hängen Tropfenreihen,
die ihren Fall fast beschreien. Weiterlesen

Wegeleben

PilzfädenWegeleben

Manche Wege führen kurz zum Ziel.
Außer Fahrspuren zeigen sie nicht viel.
Ein Trecker kommt gut zur Weide hin.
Da macht ein Weg auch schon mal Sinn.
Aus Bauschutt ließ er sich gestalten.
Der Trümmerbruch kann Form gut halten.
Doch wenn die Reifen Boden greifen
und diesen rollend hier abstreifen,
dann wächst der Weg ins Grüne bald
nur Fahrspuren, die lässt das kalt.
Die Bauschuttreste schlämmen ein.
Da darf dort bald ein Moos wohl sein.
Auch keimt vom Gras so manches Korn –
Der Wind hat es grad hier verlorn.
Heute ist der Oktober nebelschwer
Die Luft wird spät erst tropfenleer. Weiterlesen