Gerhard Laukötter's Blog

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Sanddornlese Im Garten steht ein Sanddornstrauch da landet nun manch hungriger Bauch. Der Tisch ist hier noch reich gedeckt Denn Frucht an Frucht am Zweige steckt. Im Garten gibt´s nicht mehr viel zu holen. Birnen und Äpfel sind verschollen. Die meisten Beerensträucher sind längst leer Im späten Sommer endete der Verzehr. Kornelkirschen gab es dieses Mal viele. Am Boden liegen Stein und Stiele. Die Trauben vom süßen und wilden Wein sind auch… Weiterlesen

Ein Baum kann ziemlich schnell Ein Baum kann ziemlich schnell sein Blätterkleid ausziehen. Gestern war alles Laub noch sonnenhell, als hätte es wohl lauter Gold geliehen. Der Gingko steht an unseres Nachbarn Seiten. Vor kurzem war sein Blattbehang noch grün. Fast plötzlich änderten sich dann die Zeiten Der ganze Baum nur noch im gelbsten Gelb erschien. Was war das jetzt ein spätherbstliches Leuchten. Von Blatt zu Blatt raschelte leis der Wind …. Weiterlesen

Galläpfelchen Wie Hexenwerk erschien mir das, was ich als Kind schon oft entdeckte. Die Unterseite eines Blattes zeigte etwas, das meine Neugierde ziemlich weckte. Da klebten Kugeln rund und grün, wie von Geisterhand dort hin fixiert. Im Herbst fingen sie sogar an zu glühen. Ein Scharlachrot die Bäckchen ziert. Heut nahm ich Herbstlaub in die Hand, wollte Farbenvielfalt blicken. Was ich dann plötzlich darin fand, ließ Inneres bald wieder ticken. Eine Eichengallwespe… Weiterlesen

Wie eines in dem anderen steckt Wie eines in dem anderen steckt, das weckt Neugierde beim Betrachten. Messerschnitte machten den Blick aufs Innere so frei eigentlich ganz nebenbei. Jetzt sah ich plötzlich Dinge wie Porreeblätterringe, die sich so schön umgreifen, wenn sie im Herbst nun reifen. Ganz ähnlich bei der Zwiebel: sie legt enorm penibel ihre Schalen dicht an dicht bis zu der siebten Schicht.

Kapuzinerkresse Kapuzinerkresse esse ich erst seit ein paar Jahren. Da habe ich erfahren, dass die schönen Blüten nicht nur Salate vergüten. Zuletzt durfte ich auf Tagetes kauen. Ihre Bitterstoffe helfen verdauen. Wenn man erstmals die gelben Blüten schmeckt, entdeckt das Zungenepithel Geschmäcker jenseits von einfach und lecker. Auch Gänseblümchen sind ein Genuss nicht nur als Frühlingsgruß. Ich kenne kaum das Pflanzenreich. Es bietet mir trotzdem so reich an vielfältigen Aromen, die in… Weiterlesen

Eisrosen Voller Optimismus sind noch die Rosen nicht so empfindlich wie die Mimosen. Selbst wenn der November trauernd geht, so manche Rose noch im Blütenfeuer steht. Sogar einige Knospen, die Zeit noch brauchen, wollen aus ihren duftigen Mund noch Sinnliches hauchen. Hält sich der späte Herbst mit Kälte zurück, gibt es vor Weihnachten rosafarbenes Glück. Letzte Nacht, da hat der Winter einen kurzen Abstecher gemacht. Die schirmenden Wolken am Himmel auseinandergebracht. So… Weiterlesen

Brennnesseln im Silberkleid So atemfeucht schläft Nachtbeginn. Schwanger hängt Nebel schwer im Äther Der Tageswechsel glitt dahin. Das Mondlicht blinkt erst später. Die Lüfte froren nach und nach ließen Tröpfchen zart erhärten und mit dem Licht vom neuen Tag schmückt sich die Welt mit Bärten. Mit feinsten Nadeln klar aus Eis spiegelt sich Glanz in Spitzen – sie krusten alles zuckerweiß auf Blättern sie dicht sitzen. Brennnesseln gestern noch saftgrün sind völlig… Weiterlesen

Zaungeflecht Wirkt ziemlich schlecht dies Zaungeflecht. Wer Akkurates liebt, ja der vergibt dem Handwerk nicht. Der Draht verbricht in krumme Schlingen. Wird kaum gelingen, den Zaun zu straffen. Flüchtig geschaffen fehlt immer die Zeit für bessere Arbeit. Mehr war wohl nicht drin – machte auch keinen Sinn. Draht bleibt grob verleibt, zusammen geklaubt – jeder Feinheit beraubt.

Am Boden Am Boden liegen fast wie gesät herrliche Äpfel novemberspät. Der gute Baum hat sich so angestrengt hat alle Kraft in sein Obst gelenkt. Die beste Herbstsonne lachte sie reif. Heut zuckert sie frostig der erste Reif. Am Boden liegt hier ein Apfelmeer – doch leider fehlt hier fast jeder Verzehr. Es kommen zwar Vögel, die fressen sich satt, was kaum einen Einfluss auf die Menge hat. Keine wollte sie ernten… Weiterlesen

Blauer Eisenhut Als ein sehr später Gast zum Winter hin fast besitzt der blaue Eisenhut immer noch Blütenblut. Ein frisches Azurblau zeigt er zur Schau, wenn der Sommerblumenrest nach und nach die Bühne verlässt. Verspätete Wespen suchen noch Nektar und Pollenkuchen. Bienen und Hummeln königlich schlafen. Erster Frost würde sie strafen. Der Eisenhut blüht gegen die Zeit. Fast trotzig wirkt sein Farbenkleid. Derweil die Ginkgoblätter fallen sich feucht am Boden klebrig ballen,… Weiterlesen