Gerhard Laukötter's Blog

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Vogelfutter Vogelfutter lassen solch rostige Spatzen links liegen. Wie sie da so rumhocken da kriegen sie bei Wind und Wetter eine verwitterte Haut, die hübschhäßlich nach Alterspatina ausschaut. Die beiden eisernen Gesellen sind lediglich Dekor. Sie stellen eigentlich gar nichts vor. Doch der Mensch glaubt, die Natur sogar schmücken zu müssen. Dabei sollte er eigentlich längst wissen, eine intakte Natur braucht keinen leblosen Schmuck. Oft wird sie verunstaltet ohne jeglichen Druck. Bei… Weiterlesen

Sommerreste Die Zeit der Buntheit streicht vorbei. Wie anders färbte sich doch der Mai. Schau ich dem November ins Gesicht, er grauenvoll meist mit mir spricht. Von der Gartenparty sommertrunken ist alle Pracht in sich versunken. Im Blumenbeet da ragen Skelette, die niemand gern so um sich hätte. Das letzte Laub hängt schlaff verbeult Anderes zeigt sich ganz verknäult.

Novemberfeuer Wie unwirklich flirrt heut die Welt. Herbstmüde Bäume sind aufgestellt im frühen Morgenlicht, in denen Feuer fast ausbricht. Es meint, die Eichen brennen lichterloh. Solch Farbengewalt sah ich bisher noch nirgendwo. Graudüsterer November verliert sein Trauergesicht, solange die entfernte Sonne sich im Geäst heißglühend bricht. So warm leuchtete noch nie der greise Blätterverbund. Der Birke fehlt schon längst ihr Bunt.

Kaum mehr als eine Randerscheinung Neben den weltgefährdenden Problemen und denen, die wir im Alltag wahrnehmen, neben allem, was irgendwie getan werden muss kommen auch viele bedeutungsarme Dinge immer hinein in den Lebenerlebnisfluss. Wie oft ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich Gegenständen mein Augenmerk verleih, die mir auf den ersten Blick wenig zu erzählen haben – Gegenstände ohne besondere Strukturen oder Farben. Manchmal ist bei solch einer Art des Betrachtens… Weiterlesen

Winterwaffen Mächtig aufgerüstet wurde über Nacht. Der Frost hat Messer scharf gemacht. Am Blattsaum sind Klingen aufgestellt. Annähern sich nun schwierig stellt. Hinter dem Gewirr von spitzen Lanzen kann sich die Brennnessel gut verschanzen. Ihre eigenen Waffen ruhen sanft. Denn alle Blätter sind verkrampft, seit Kälte sie eisig versteift und sie mit Feinkristall bereift.

Sanddornlese Im Garten steht ein Sanddornstrauch da landet nun manch hungriger Bauch. Der Tisch ist hier noch reich gedeckt Denn Frucht an Frucht am Zweige steckt. Im Garten gibt´s nicht mehr viel zu holen. Birnen und Äpfel sind verschollen. Die meisten Beerensträucher sind längst leer Im späten Sommer endete der Verzehr. Kornelkirschen gab es dieses Mal viele. Am Boden liegen Stein und Stiele. Die Trauben vom süßen und wilden Wein sind auch… Weiterlesen

Ein Baum kann ziemlich schnell Ein Baum kann ziemlich schnell sein Blätterkleid ausziehen. Gestern war alles Laub noch sonnenhell, als hätte es wohl lauter Gold geliehen. Der Gingko steht an unseres Nachbarn Seiten. Vor kurzem war sein Blattbehang noch grün. Fast plötzlich änderten sich dann die Zeiten Der ganze Baum nur noch im gelbsten Gelb erschien. Was war das jetzt ein spätherbstliches Leuchten. Von Blatt zu Blatt raschelte leis der Wind …. Weiterlesen

Galläpfelchen Wie Hexenwerk erschien mir das, was ich als Kind schon oft entdeckte. Die Unterseite eines Blattes zeigte etwas, das meine Neugierde ziemlich weckte. Da klebten Kugeln rund und grün, wie von Geisterhand dort hin fixiert. Im Herbst fingen sie sogar an zu glühen. Ein Scharlachrot die Bäckchen ziert. Heut nahm ich Herbstlaub in die Hand, wollte Farbenvielfalt blicken. Was ich dann plötzlich darin fand, ließ Inneres bald wieder ticken. Eine Eichengallwespe… Weiterlesen

Wie eines in dem anderen steckt Wie eines in dem anderen steckt, das weckt Neugierde beim Betrachten. Messerschnitte machten den Blick aufs Innere so frei eigentlich ganz nebenbei. Jetzt sah ich plötzlich Dinge wie Porreeblätterringe, die sich so schön umgreifen, wenn sie im Herbst nun reifen. Ganz ähnlich bei der Zwiebel: sie legt enorm penibel ihre Schalen dicht an dicht bis zu der siebten Schicht.

Kapuzinerkresse Kapuzinerkresse esse ich erst seit ein paar Jahren. Da habe ich erfahren, dass die schönen Blüten nicht nur Salate vergüten. Zuletzt durfte ich auf Tagetes kauen. Ihre Bitterstoffe helfen verdauen. Wenn man erstmals die gelben Blüten schmeckt, entdeckt das Zungenepithel Geschmäcker jenseits von einfach und lecker. Auch Gänseblümchen sind ein Genuss nicht nur als Frühlingsgruß. Ich kenne kaum das Pflanzenreich. Es bietet mir trotzdem so reich an vielfältigen Aromen, die in… Weiterlesen