Gerhard Laukötter's Blog

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Galläpfelchen Wie Hexenwerk erschien mir das, was ich als Kind schon oft entdeckte. Die Unterseite eines Blattes zeigte etwas, das meine Neugierde ziemlich weckte. Da klebten Kugeln rund und grün, wie von Geisterhand dort hin fixiert. Im Herbst fingen sie sogar an zu glühen. Ein Scharlachrot die Bäckchen ziert. Heut nahm ich Herbstlaub in die Hand, wollte Farbenvielfalt blicken. Was ich dann plötzlich darin fand, ließ Inneres bald wieder ticken. Eine Eichengallwespe… Weiterlesen

Wie eines in dem anderen steckt Wie eines in dem anderen steckt, das weckt Neugierde beim Betrachten. Messerschnitte machten den Blick aufs Innere so frei eigentlich ganz nebenbei. Jetzt sah ich plötzlich Dinge wie Porreeblätterringe, die sich so schön umgreifen, wenn sie im Herbst nun reifen. Ganz ähnlich bei der Zwiebel: sie legt enorm penibel ihre Schalen dicht an dicht bis zu der siebten Schicht.

Kapuzinerkresse Kapuzinerkresse esse ich erst seit ein paar Jahren. Da habe ich erfahren, dass die schönen Blüten nicht nur Salate vergüten. Zuletzt durfte ich auf Tagetes kauen. Ihre Bitterstoffe helfen verdauen. Wenn man erstmals die gelben Blüten schmeckt, entdeckt das Zungenepithel Geschmäcker jenseits von einfach und lecker. Auch Gänseblümchen sind ein Genuss nicht nur als Frühlingsgruß. Ich kenne kaum das Pflanzenreich. Es bietet mir trotzdem so reich an vielfältigen Aromen, die in… Weiterlesen

Eisrosen Voller Optimismus sind noch die Rosen nicht so empfindlich wie die Mimosen. Selbst wenn der November trauernd geht, so manche Rose noch im Blütenfeuer steht. Sogar einige Knospen, die Zeit noch brauchen, wollen aus ihren duftigen Mund noch Sinnliches hauchen. Hält sich der späte Herbst mit Kälte zurück, gibt es vor Weihnachten rosafarbenes Glück. Letzte Nacht, da hat der Winter einen kurzen Abstecher gemacht. Die schirmenden Wolken am Himmel auseinandergebracht. So… Weiterlesen

Brennnesseln im Silberkleid So atemfeucht schläft Nachtbeginn. Schwanger hängt Nebel schwer im Äther Der Tageswechsel glitt dahin. Das Mondlicht blinkt erst später. Die Lüfte froren nach und nach ließen Tröpfchen zart erhärten und mit dem Licht vom neuen Tag schmückt sich die Welt mit Bärten. Mit feinsten Nadeln klar aus Eis spiegelt sich Glanz in Spitzen – sie krusten alles zuckerweiß auf Blättern sie dicht sitzen. Brennnesseln gestern noch saftgrün sind völlig… Weiterlesen

Zaungeflecht Wirkt ziemlich schlecht dies Zaungeflecht. Wer Akkurates liebt, ja der vergibt dem Handwerk nicht. Der Draht verbricht in krumme Schlingen. Wird kaum gelingen, den Zaun zu straffen. Flüchtig geschaffen fehlt immer die Zeit für bessere Arbeit. Mehr war wohl nicht drin – machte auch keinen Sinn. Draht bleibt grob verleibt, zusammen geklaubt – jeder Feinheit beraubt.

Am Boden Am Boden liegen fast wie gesät herrliche Äpfel novemberspät. Der gute Baum hat sich so angestrengt hat alle Kraft in sein Obst gelenkt. Die beste Herbstsonne lachte sie reif. Heut zuckert sie frostig der erste Reif. Am Boden liegt hier ein Apfelmeer – doch leider fehlt hier fast jeder Verzehr. Es kommen zwar Vögel, die fressen sich satt, was kaum einen Einfluss auf die Menge hat. Keine wollte sie ernten… Weiterlesen

Blauer Eisenhut Als ein sehr später Gast zum Winter hin fast besitzt der blaue Eisenhut immer noch Blütenblut. Ein frisches Azurblau zeigt er zur Schau, wenn der Sommerblumenrest nach und nach die Bühne verlässt. Verspätete Wespen suchen noch Nektar und Pollenkuchen. Bienen und Hummeln königlich schlafen. Erster Frost würde sie strafen. Der Eisenhut blüht gegen die Zeit. Fast trotzig wirkt sein Farbenkleid. Derweil die Ginkgoblätter fallen sich feucht am Boden klebrig ballen,… Weiterlesen

Späte Früchte Das werde ich vorerst nicht vergessen – hab am Allerheiligentag reife Himbeeren gegessen. Drei gelbe Früchte hingen noch hoch im Strauch. Ein paar Sekunden später waren sie im Bauch. Sie schmeckten noch gut voller Sommerfrische. So wie ich mir den Mund abwische, ist dieser Moment ein Hochgenuss – als gäb´s vom Juli noch einen Kuss. Morgen ist ein Tag da dachte man früher nur allerselig an die Toten – und… Weiterlesen

Bunte Bilder braucht der Mensch November lauert vor den Türen lässt uns die Grauheit tiefer spüren. Der Herbst denkt über Abschied nach. Sein buntes Laub liegt bodenflach. In dieser Zeit gehen Farben verloren Letzte Blüten nächtlich bald erfroren, wenn Nebel später kalt ausreift, dass Rosenrosa glitzernd steift. Kein Mensch wünscht sich die grauen Tage. Sie sind fürs Seelenleben Plage. Das Auge möchte Buntes sehen, am liebsten tief im Urwald stehen. Dort ist… Weiterlesen