Gerhard Laukötter's Blog

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Späte Früchte Das werde ich vorerst nicht vergessen – hab am Allerheiligentag reife Himbeeren gegessen. Drei gelbe Früchte hingen noch hoch im Strauch. Ein paar Sekunden später waren sie im Bauch. Sie schmeckten noch gut voller Sommerfrische. So wie ich mir den Mund abwische, ist dieser Moment ein Hochgenuss – als gäb´s vom Juli noch einen Kuss. Morgen ist ein Tag da dachte man früher nur allerselig an die Toten – und… Weiterlesen

Bunte Bilder braucht der Mensch November lauert vor den Türen lässt uns die Grauheit tiefer spüren. Der Herbst denkt über Abschied nach. Sein buntes Laub liegt bodenflach. In dieser Zeit gehen Farben verloren Letzte Blüten nächtlich bald erfroren, wenn Nebel später kalt ausreift, dass Rosenrosa glitzernd steift. Kein Mensch wünscht sich die grauen Tage. Sie sind fürs Seelenleben Plage. Das Auge möchte Buntes sehen, am liebsten tief im Urwald stehen. Dort ist… Weiterlesen

Ernteausfälle Da liegen sie die reifen Quitten, die am Boden noch um Kundschaft bitten. Kein Mensch, kein Tier zeigt Interessen. Wohl niemand will ihr Fruchtfleisch essen. Die Amsel, die sonst obstverliebt, im Herbst auch öfter Kohldampf schiebt, die schenkt der Quitte keinen Blick – schon gar nicht erst den Schnabelpick. Auch Mäuse nagen nicht an Quitten als Mahlzeit ziemlich ungelitten. Kennen die Früchte kein Erbarmen – nicht mal als Speise für die… Weiterlesen

Endlich! Willkommen erster kalter Frost – eher weiter Wintersommer sprosst, räumst du mit deiner Eiseshand den bunten Unsinn aus dem Land. Endlich vorbei die falschen Blüten, die sich zur Unzeit hier bemühten. Der Blumentisch wird demontiert, seit Winterhauch mit Nachtfrost schnürt. Geranien sind im Schock entzaubert. Die Ringelblume schlapp nun trauert. Das Rosenherz zerbricht im Eise. Das letzte Gingkoblatt löst sich leise. Ein Maisfeld, das ganz welk noch stand, die späte Ernte… Weiterlesen

novembergelb gehe schon seit tagen an ihm vorbei sehe sein anmutiges konterfei er zeigt sich mir aufgeblüht im gelben chic deshalb gehört ihm auch mein augenblick was will er noch vor der winterfront sein antlitz wird nur schwach besonnt es fehlt ihm am geschlechtsverkehr. eine bestäubende biene kommt wohl nicht mehr her zur falschen zeit am rechten ort ist löwenzahn hier – die anderen sind fort sommerpflanzen blühen jetzt ziemlich doof kein… Weiterlesen

Novembersommer Zum Wandern lud der Sonntag ein Mild streichelt mich der Sonnenschein. Die Luft erwärmt novemberfremd. Für draußen brauch ich nur mein Hemd. Die wilde Flora fern vom Garten die soll auf mich nicht länger warten. Eigentlich zieht die Natur sich längst zurück Nachtfröste brechen Pflanzengenick. Doch in diesem Jahr am Wegessaum erblüht noch mancher späte Traum. Dem Gänseblümchen – das wundert nicht – bei frohem Wetter die Knospe bricht. Vom Greiskraut… Weiterlesen

Lauter Früchte Der hohe Strauch hängt rappelvoll. Die Früchte scheinen reif und prall. Doch niemand will sie ergreifen. Das Sonnenlicht schien Tage toll, dass Mispeläpfel goldig glänzen. Laue Winde kosend streifen und Himmelblau kennt keine Grenzen. Blätter mussten Abschied feiern verklumpen feucht im Untergrund. Ein paar wollen noch Grün erneuern aus frischem späten Knospenmund. Die Früchte wirken so auf mich: als bestellt aber nicht abgeholt. Kein Hungervogel interessiert sich. Die Frucht bleibt… Weiterlesen

Novemberfeuer Als hätte ein Emil Nolde seinen Pinsel geschwungen – am Himmel lauter feurige Wolkenzungen- im späten Novembernachmittagshimmelsbild da tanzten Farben ekstatisch als wild. Der Tag begann ganz windlos bis frosteisig kalt, schleiernde Nebel umschlangen den Rest vom Wald. So wie die Sonne über den kahlenden Bäumen stand, den zuckerreifen Glanz der Brennnesseln überwand, da wurde der dritte Novembertag spätherbstlich schön. Es gab am welken Gartenteich noch einmal Tanzstunden zu sehen. Mosaikjungfern… Weiterlesen

Auf der Straße gelandet Über Nacht lag es da. Keiner weiß, wo es vorher war Novemberfrost hat es vereist kurz, nachdem es verreist. Es hat nicht mehr viel vor, seitdem es jeglichen Halt verlor Vom Winde orientierungslos verweht das Schicksal hier weiter geht. Vielleicht, um in der Gosse landen? Auch andere Blätter fanden ihre verletzte Ruhe dort, fuhren gemeinsam zu einem Ort, wo sie all ihre Strukturen verlieren beim kommunalen Kompostieren. Vielleicht… Weiterlesen

Reifliche Überlegungen Novembernächte tief vernebeln. Nasse Luft will uns fast knebeln Licht entschwindet ganz diffus. Ein jedes spürt den kalten Kuss. Wenn sich der Dunst ganz spät noch löst, Das Wasser fein zu Boden stößt, Wie Klarheit Kälte mit sich bringt, der frühe Tau als Raureif blinkt. Kristalle wachsen ganz wie Zauber Erscheinen diamantensauber Mit völlig unverletzten Spitzen, die hoch auf Blätternerven sitzen. Die Reifeshaut zieht maskengleich Starr über Rosengesichter. Was vorher… Weiterlesen