Gerhard Laukötter's Blog

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Jagdaussetzer Wenn ich es zeitlich richtig checke, Bringt Mann wohl Enten grad zur Strecke. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest Manch Schnattertier sein Leben lässt. November kalt mit Abendrot Da knallt die Luft bald voller Schrot. „Vom Himmel hoch da komm ich her Ich bring die Entenbrust und mehr.“ Da waren viele Jägersleut, die solch ein Schießen hoch erfreut. Von hundert Enten nur geschätzt War wohl die Hälfte ausgesetzt. Zuchtenten kamen im schönen Mai… Weiterlesen

Zwei Spitzschlammschnecken Zwei Spitzschlammschnecken auf dem Blatt Die fressen sich an Algen satt. Sie sind der Wasserwelt entflohn Ein Trockenurlaub ist ihr Lohn. Nebelfeuchte Novembertage Versetzen die Tiere in die Lage, die Lungen luftig aufzufüllen Sauerstoffhunger lässt sich stillen. Die meiste Zeit seh ich sie gleiten. Sie brauchen manchmal Ewigkeiten, das andre Ufer zu erreichen – im Schneckentempo ohne gleichen.

Blattgold So monoton grün waren die Blätter Im Frühlings- und im Sommerwetter. Der Ahorn braucht sein Chlorophyll Photosynthese bleibt das Ziel. So sammelt er für sich die Kraft, die Wachstum immerzu dann schafft. Im Herbst da endet die Saison. Das Sonnenlicht sinkt früher schon. Die Nächte länger und taukalt Erwarten ersten Raureif bald. Der Ahorn wechselt sein Gesicht Gelbgolden strahlt er nun im Licht.

So lang kann doch kein Bein sein… So lang kann doch kein Bein sein Dabei ganz super schlank und fein – Wer braucht denn solche Extremitäten, wo kleinere es längst schon täten? Es ist hier wohl der Weberknecht – der Name klingt schon ziemlich schlecht, Der seine Beine und zwar acht Unendlich lang und dürre macht. Wer solch abnorme Stelzen hat, besitzt Beinfreiheit im Spagat. Vom Weberknecht der Körper ist – wie… Weiterlesen

Abendrot Was zündet diese Sonne Feuer! – eh sie am Horizont versinkt. Das Licht ist ziemlich ungeheuer So glühend rot und wärmt doch nicht. Novemberabend ganz zum Schwärmen Ein Farbenmeer im Spiegelbild. Es gibt kein Hasten und kein Lärmen Nur Sonnenglut erscheint uns wild. Wir halten dies oft für romantisch – Sitzen am Meer versunken da. Ob nun ästhetisch oder Kitsch Das nehmen wir kaum richtig wahr. Wie oft schon wollt ich… Weiterlesen

Die späte Blüte Wenn späte Blüte Liebe sucht, bleibt sie dabei meist ohne Frucht. Der Sommer ist längst hingegangen, Warf Farben aus, mit Duft gefangen Wurden die Bienen, viele Falter. Sie waren Blumen-Glücksverwalter. Was heut noch im November blüht, ist Balsam für das Herbstgemüt. Die Astern sind welk aufgelöst Die Rose ihre Grenzen stößt, ob letzte Knospe sich entfaltet oder der Blühtrieb doch erkaltet. Die Glockenblume auf der Mauer Wird täglich noch… Weiterlesen

Das letzte Blatt Ein Blätterjahrgang löst sich auf. Am Boden liegt Falllaub zuhauf. Im letzten Blatt glänzt Sonnengold, bis es der Wind vom Aste holt. Ist dieses Blatt hier denn ein Sieger? Andre sind längst ja Untenlieger. Es hat jetzt einzig überlebt – bis eine Böe kommt und es geht. Letzter zu sein ist oft nicht schön – Wenn alle andren vorher gehn. Beim Baum trauert niemand ums Blatt, das seinen Platz… Weiterlesen

Wenn die Kraniche ziehn Vielstimmig ertönt es in hoher Luft Ein großes V vom Himmel ruft. Von Norden zieht ein Kranichmeer Gemeinschaftsflügig südwärts her. Kraniche verteilen seit eher die Last, die du als Führer zu tragen hast. Ein jeder fliegt hier genau im Verbund Nicht immer bleibt das Flugbild ganz rund. Wenn die Kraniche heute wieder ziehn, dann geht das Letzte der Sommerzeit dahin. Bald frostet die Erde mit Eis oder Schnee…. Weiterlesen

Am Moorsee Novemberfahles kaltes Licht Aufs Wasser fällt, wo es sich bricht. Faschinenreste ragen stumm Am Uferrand vom See herum. Kein Windeshauch lässt Wellen rollen. Kupferne Binsenhalme wollen Nicht einmal augenblicklich zittern. Das Birkengelb will nur verwittern. Ganz fern erkenn ich Silhouetten Da bilden Wasservögel Ketten. Gedämpftes Quaken schallt herüber – Die Sicht zum Ufer dunstig trüber. Es sind wohl Enten, die dort rasten. Die schwachen Klänge ja die passten Wohl einzig… Weiterlesen

Angereift Über die letzte Nacht Hat Sternenklarheit Zauberhaften Frost gebracht. Brennnesselblätter Funkeln zart angereift im Novemberwetter. Gestern noch war das überjährige Gras noch restgrün Und regennass. Im kühlen Morgenlicht Bricht die Sonne sich. Blanke Kristalle Verzuckern der Halme Strukturen Eine Distelrosette Zeigt ihre glitzernden Zähne, So als hätte Sie sich auf der frostkalten Haut silbrige Sägen aufgebaut.