Gerhard Laukötter's Blog

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Vor dem Fall Das meiste ist längst weggefegt. An manchem Ast wird noch bewegt, was lang den Baum in Grün bekleidet, sich mehr und mehr nun unterscheidet von einstiger, frischer Jugendzeit. Zum Fallen ist das Blatt bereit. Das Sonnenlicht dunstweich getönt den Abschied heute sehr verschönt. Blätterleiber sanft durchstrahlt werden im Leuchten bunt durchmalt. Ob Orangengelb oder lichtes Braun die Blätter sind hübsch anzuschauen. Advertisements

Erdsterne Zu den Himmelsternen kann ich nicht einfach greifen Doch hinten im fernen Garten da reifen seit Wochen nicht wenige Erdsterne heran. Diese Bauchpilze ziehen mein Interesse an. In klaren Nächten hoch oben unendlich weit funkeln viele Sterne fast wohl eine Ewigkeit. Ihre Herkunft kann ich kaum richtig deuten. Das überlass ich lieber forschenden Leuten. Ganz anders zeigt sich mir da schon die Bodenwelt. Ein Erdstern gerade in seinem Gewebe zerfällt. In… Weiterlesen

Besuch einer Zucchini Heut hab ich bei einer Zucchini hereingeschaut. Von außen kannte ich bloß ihre Haut. Geschmort wirkte sie immer ohne Halt. Essigsauer kannte ich sie kühlschrankkalt. Um bei ihr hereinzukommen, hab ich mir ein scharfes Messer genommen. Einen glatten Schnitt machte mir die Klinge und ich erblickte gleich viele feine Dinge. Drei Stuben besitzt meine Zucchini nur. Mehr gibt es hier nicht, so will es die Natur. In den Kammern… Weiterlesen

Ein Kirschenblatt Ein Kirschenblatt liegt platt im Gartenteich. Sogleich kommen Schnecken aus allen Ecken raspeln mit scharfer Zunge das nicht mehr ganz so junge Teil vom Kirschengeäst ein Schlemmerfest für Schlamm- und Tellerschnecke. Auf der Kirschblattdecke liegt überall Kot: Zeichen fehlender Hungersnot. Vom Blatt wird nicht viel bleiben durch Einverleiben. Viele Tiere fressen gern beim Falllaubessen. Alles Gewebe, alle Haut werden verdaut.

Blattblut Die süßen Trauben sind schon längst verspeist, Drosselmitesser ebenfalls verreist. Doch kann der Rebstock noch einmal verschenken, wenn wir dabei an seine Herbstblätter nur denken. Was im Oktober mittendrin im Blatt passiert, wie sich das Bild von Tag zu Tag noch mehr verziert, das ist schon einer Betrachtung wert – Schönheit sich schwelgerisch vermehrt. Ich halte Rebblätter so ganz direkt ins Sonnenlicht, bis sich Gestrahle in den Zellen bricht. Grüne Gewebeteile… Weiterlesen

Abschlussball Der Ballsaal wird prachtvoll erleuchtet. Vögel musizieren vom Rande her. Morgendunst hat Schilf befeuchtet. Die Sonne schlürft die Tropfen leer. Wo aufgespielt, da will man tanzen Ein Mückenschwarm hüpft auf und ab. Auf wenn verwelkt, vergilbt die Pflanzen kommt jetzt die Laune bald auf Trab. Die Wasserjungfern, die Libellen stürmen liebestoll nun das Parkett. Über den an sich ruhigen Wellen wird Rendezvous bald ziemlich nett. In wilden Kurven, steilen Stürzen jagt… Weiterlesen

Oktoberfest Den Garten im Oktober zu sehen, ist widersprüchlich hässlich schön. Hier lacht ein Meer asternviolett – dort ertrinke ich im Falllaubbett. Heut zeigt sich bunt ein Schmetterling rollt aus sein rüsselhaftes Ding, um letzten Nektar süß zu schlürfen. Die reifen Äpfel ja sie dürfen am Zweige nicht mehr länger hängen. Denn Vogelschnäbel sie bedrängen. Bald liegt die Frucht fies angepickt. Wenn sie am Boden reglos liegt, dann fault der Rest bald… Weiterlesen

Fadenscheinige Impressionen Trag zwei Gläser schon lang vor meinen Augen, weil diese zum Sehen nicht mehr gut taugen. Ich seh schon ewig nicht mehr richtig scharf bei drei Dioptrien Ausgleichsbedarf. Doch was ich unbedingt erblicken will, dazu brauch ich nicht die blöde Brill. Heut in der allerschönsten Mittagszeit war ich zum besonderen Sehen bereit. Der allerletzte Oktobertag im herrlichsten Sonnenlichte lag. Der Mispelstrauch noch ganz früchteschwer sein Blattgelb leuchtet – wie längst… Weiterlesen

Als Plenter fiel er auf die Weide so ganz nach unserer Kühe Art. Nähe zum Fladen ich vermeide. Solch Exkrement Interesse spart. An Sommertagen tausend Fliegen bedienen sich am braunen Brei. Sie können kaum genügend kriegen. Die ersten Fladen gibt´s im Mai. Heut überrascht mich dieser Haufen. Er trägt ein Silberhaartoupet. Die Strähnen kreuz und quer verlaufen Vom Fladen kaum ich noch was seh. Der Haufen Kot ein Garten Eden hier quirlen… Weiterlesen

Oktoberwiesenfest Weil dieser Morgen freundlich war, lag ein Spaziergang ziemlich nah. Der Himmel gänzlich wolkenlos ließ pures Sonnenlicht gleich los. An der Wiese gleich nebenan der Ausflug auch für unsren Hund begann. Mein erster Blick galt dieser Wiese Ein leichter Windhauch, schwache Brise strich am Gesicht ganz sanft vorbei. Der Morgen machte mich so frei. Die hintere Wiese war zart weiß. Für Frost war diese Nacht zu heiß. War dort vielleicht ein… Weiterlesen