Gerhard Laukötter's Blog

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Letzte Liebe Gut eine Woche ist es her da schien des Sommers Wiederkehr. Flauschig weich die warmen Lüfte Manch Herz noch einmal kräftig hüpfte, weil die Sonnenstrahlen Hitze brachten. Die blutroten Heidelibellen dachten: Dieses ist die letzte Gelegenheit für ganz intime Zweisamkeit. Zu Mittag sah ich Hochzeitsflüge im Minutentakt – wenn ich nicht lüge. Die Weibchen tupften dann die Eier zwischen Seerosenblättern in den Weiher.

Der erste Reif Als heute der Tag sein Licht erblickt, hat kalte Nacht ersten Reif geschickt. Gestern stand ich an der Brennnesselflur sah eigentlich grünendes Blattwerk nur. Die feuchte Luft, der nächtliche Tau die brachten eisig etwas zur Schau, was sonst dem Auge verloren blieb. Der Reif nun feine Zeichen schrieb. Obwohl die Blätter leicht angefroren so erschienen sie wie neu geboren.

Der Boden isst! Am Ende stürzt die Frucht vom Baum. Auch endet nun der Blätter Traum, sich endlos weich im Wind zu wiegen. Vom Zweig gebrochen viele liegen als Gefallene im gemeinsamen Verbund. Boden nimmt alles in seinen Mund. Diese Streuschicht die verschlingt er bald. Alles Abfällige lässt ihn nicht kalt. Was hier die Erde reichlich bedeckt, verschiedenen Essern richtig gut schmeckt. Zwar holen Vögel sich noch von den Früchten, die schimmelnd… Weiterlesen

Ein Überlebender Nach den Sommerferien wartet bereits erstes Weihnachtsgebäck in den Regalen aller Discounter – für viele ein Schreck. Im frühen Herbst mehren sich dann die festlichen Produkte, auf die man früher erst in der Adventszeit verführerisch guckte. Ist dann am Weihnachtsfest endlich das Christkind geboren, haben wohl sehr viele den Appetit auf Spekulatius längst verloren. Auch die Blumenindustrie wittert jedes Jahr ihr gutes Geschäft. Sie schreibt sich schon Monate im voraus… Weiterlesen

Ein altes Blatt Ein altes Blatt wehte der Wind so ganz geschwind ins Haus hinein. Es sollte so sein. Da lag es nun ganz regungslos Kein Hauch gab ihm einen weiteren Stoß, um durch die Welt zu treiben, mit anderen Blättern sich zu reiben. Was mach ich mit dem Blatt? Findet der Abtransport jetzt statt? Werfe ich das welke, braune Stück in die Außenwelt einfach zurück? Es kann so nicht liegen bleiben…. Weiterlesen

Vom Werden und Vergehen Ich hatte Pilze für dieses Jahr längst abgeschrieben. Bei anhaltender Dürre sind sie ratlos im Boden geblieben. Verharrten dort sehnsüchtig auf ihr Lebenselixier – all diese seltsamen Wesen zwischen Pflanzen und Getier. Endlich lieferten dunkle Wolken ergiebige Güsse Vertrocknete Bäche flossen wieder hinab in die Flüsse. In verbrannten Wiesen kehrte saftiges Grün zurück. Auch der Regenwurm fand im Erdreich sein altes Glück. Es regnete weiter. Selbst der wasserferne… Weiterlesen

Herbstastern Als hätte die Flora letzte Farbe bunt aufgemischt, ehe dem späten Sommer die Strahlkraft erlischt, da tupfen Astern noch rosa, violette Töne, erfinden spät im Jahr erneut das Schöne. Es heißt, Abschied zu nehmen, Ernte einzubringen Bei soviel Buntheit will das nicht leicht gelingen. Am Blütentisch verweilen nur noch ein paar Kunden Schwebfliegen lassen es sich noch einmal munden.

Herbstschatten Oktobersonnenstrahlen – ein letztes Mal Sandalen – goldgelbe Quitten brechen – Wespen längst nicht mehr stechen. Späte Libellen tanzen. Sie haben kaum noch Chancen für einen Hochzeitsflug. Natur lebt auf Entzug. Herbstblutige Blätter fallen in kürzeren Intervallen. Sie decken Boden zu. Auch der kommt nun zur Ruh. Wolkenbäuche schieben den Regen, den sie lieben, von Westen in den Osten Plusterige Amseln kosten Fallobst, das Esser braucht, damit die Zukunft taugt.

Libellenende Vorige Woche da flogen sie noch beschwingt voller Lust am Teichhimmel hoch. Ihre Flugkreise waren voller wildem Elan. Für Nachkommenschaft wurde reichlich getan. Als ich diese Tiere in der Luft jagen sah, da wusste ich gleichwohl: Ihr Ende ist nah. Auch wenn sie heute vor Leben nur so sprühen, wird solch ein Tag wohl nicht mehr ihnen blühen. Das Wetter fand doch dann zu seinem Herbst zurück. Jäh endet in Kälte… Weiterlesen

Herbstliche Blütenquelle Den mörderischen Trockensommer überlebt hat eine bodendeckende Aster an steiniger Stelle. Spät im Oktober- wenn das Herbstlaub windgefegt schäumt diese Pflanze blütenvoll wie eine Quelle. Blätter sind kaum noch zu erkennen. Zu dicht ist hier der Blütenfluss. Man könnte dies fast einen Gletscher nennen. Vom Stein herab ergießt sich weißer Blumengruß. Im Blütenmeer sperren sich alte, braune Blätter. Sie warten nur noch auf den modrigen Zerfall. Doch heute ist noch… Weiterlesen