Gerhard Laukötter's Blog

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Libellenende Vorige Woche da flogen sie noch beschwingt voller Lust am Teichhimmel hoch. Ihre Flugkreise waren voller wildem Elan. Für Nachkommenschaft wurde reichlich getan. Als ich diese Tiere in der Luft jagen sah, da wusste ich gleichwohl: Ihr Ende ist nah. Auch wenn sie heute vor Leben nur so sprühen, wird solch ein Tag wohl nicht mehr ihnen blühen. Das Wetter fand doch dann zu seinem Herbst zurück. Jäh endet in Kälte… Weiterlesen

Herbstliche Blütenquelle Den mörderischen Trockensommer überlebt hat eine bodendeckende Aster an steiniger Stelle. Spät im Oktober- wenn das Herbstlaub windgefegt schäumt diese Pflanze blütenvoll wie eine Quelle. Blätter sind kaum noch zu erkennen. Zu dicht ist hier der Blütenfluss. Man könnte dies fast einen Gletscher nennen. Vom Stein herab ergießt sich weißer Blumengruß. Im Blütenmeer sperren sich alte, braune Blätter. Sie warten nur noch auf den modrigen Zerfall. Doch heute ist noch… Weiterlesen

Tropfenküsse Ewig und drei Tage her ist der Tag, an dem am Himmel etwas Graues lag. Heute am Morgen war es endlich so weit Feiner Nieselregen beendet die Trockenheit. Ich spürte den ersten Regenstaub – Noch raschelte knisternd vergängliches Laub. Am Tage zuvor hatten die Winden gelacht In der milden Brise haben sie gedacht, der Sommer würde wohl nie vergehen. Sie haben auch muntere Bienen gesehen. Im Morgengrauen kam die Kaltfront daher… Weiterlesen

Späte Winden Zehn Tage noch dann der November graut Doch wenn mein Blick in den Vorgarten schaut, dann glaube ich nicht an düstere Tristesse Ein Windenmeer lockt vielmehr mein Interesse. In wunderbar pastellierten Tönen wollen hier Ranken die Augen verwöhnen. Ganz groß, dabei hauchzart sind die Trichter, in die fallen hinein nun die Sonnenlichter Man glaubt, man schwebt im Sommertraum. Doch herbstlich ist ja schon längst der Raum. Wie kommt es nur… Weiterlesen

Nebeltücher Wer webt hier nächtens weiße Bänder? Wer haucht den Atem durch die Luft? Wer schafft solch schwebende Gewänder? – die feine Kunst, die jäh verpufft, wenn Sonnenstrahlen sie durchdringt. Der Schleier dann zusammenfällt, als würd der Nebel ausgewringt – und wieder blank wird diese Welt. Nebel erfüllen weich den Raum. Dass Wasser schwebt, man sieht es kaum. Wie klein muss erst ein Tröpfchen werden, das es nicht fällt gleich auf die… Weiterlesen

Oktoberlibellen Viel Birnenlaub fällt buntgegerbt Herbstastern lila grüßen Der wilde Wein heiß durchgefärbt Walnuss rollt mir zu Füßen. Die Sonne bricht durch Wolkenspalt erhellt den müden Garten. Bald tanzt die erste Lichtgestalt und kann es kaum abwarten, bis noch ein Tier hier kurvt und kreist. Oktoberlibellen balzen spät. Stare sind noch nicht abgereist Ein Rabenvolk laut mit sich kräht. Am Teich ist heute recht viel los.

Vor dem Fall Das meiste ist längst weggefegt. An manchem Ast wird noch bewegt, was lang den Baum in Grün bekleidet, sich mehr und mehr nun unterscheidet von einstiger, frischer Jugendzeit. Zum Fallen ist das Blatt bereit. Das Sonnenlicht dunstweich getönt den Abschied heute sehr verschönt. Blätterleiber sanft durchstrahlt werden im Leuchten bunt durchmalt. Ob Orangengelb oder lichtes Braun die Blätter sind hübsch anzuschauen.

Erdsterne Zu den Himmelsternen kann ich nicht einfach greifen Doch hinten im fernen Garten da reifen seit Wochen nicht wenige Erdsterne heran. Diese Bauchpilze ziehen mein Interesse an. In klaren Nächten hoch oben unendlich weit funkeln viele Sterne fast wohl eine Ewigkeit. Ihre Herkunft kann ich kaum richtig deuten. Das überlass ich lieber forschenden Leuten. Ganz anders zeigt sich mir da schon die Bodenwelt. Ein Erdstern gerade in seinem Gewebe zerfällt. In… Weiterlesen

Besuch einer Zucchini Heut hab ich bei einer Zucchini hereingeschaut. Von außen kannte ich bloß ihre Haut. Geschmort wirkte sie immer ohne Halt. Essigsauer kannte ich sie kühlschrankkalt. Um bei ihr hereinzukommen, hab ich mir ein scharfes Messer genommen. Einen glatten Schnitt machte mir die Klinge und ich erblickte gleich viele feine Dinge. Drei Stuben besitzt meine Zucchini nur. Mehr gibt es hier nicht, so will es die Natur. In den Kammern… Weiterlesen

Ein Kirschenblatt Ein Kirschenblatt liegt platt im Gartenteich. Sogleich kommen Schnecken aus allen Ecken raspeln mit scharfer Zunge das nicht mehr ganz so junge Teil vom Kirschengeäst ein Schlemmerfest für Schlamm- und Tellerschnecke. Auf der Kirschblattdecke liegt überall Kot: Zeichen fehlender Hungersnot. Vom Blatt wird nicht viel bleiben durch Einverleiben. Viele Tiere fressen gern beim Falllaubessen. Alles Gewebe, alle Haut werden verdaut.