Gerhard Laukötter's Blog

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Klein aber fein Ein ziemlich zartes Larventier wohnt gern an dunkler Stelle. Triefnasses Laub, das zeigt auch dir den Geburtsort: eine Quelle. Aus einem Köcherfliegenei schlüpft hier am kühlen Ort ein Winzling in dem Blätterbrei, will köchern ab sofort. Die allerfeinste Seide nur, das Lärvchen spinnt sie bald zu einem dünnsten Kleide pur. Im Wasser ist`s so kalt. Doch schützt dies Traumgewande den weichen Körper kaum. Verklebt werden nun Sande am Seidenmantelsaum.

Quelle – wo bist du? Ganz irgendwo traf ich auf diesen Stein sah ganz so aus, als läge dort Gebein. Nein, dieser Ort war Gottesacker nicht. Durchs Buchendach fiel nur gedämpftes Licht. Das Kupferschild ein wenig oxidiert, auf dem ist „Quelle“ eingraviert. In schönster Schreibschrift les ich das – doch diese Stelle – alles andere als nass. Hat irgendwer sich einen Scherz erlaubt? Ist aller Wasserstrahl hier fortgeraubt? Wo plätschert hell und… Weiterlesen

Im Hang Aus felsenharter Brust da quillt ein Wässerchen ganz zart verspielt. Am kalten Stein, der quer gestellt die Flüssigkeit sich hüpfend wellt. Das frühe Lied der Wasserspur kennt helle Töne nur in Dur. Zwei Meter ist der Weg fast nackt- dann wird der Strahl vom Moos umpackt. Vom grünstem Blattwerk rollen Tropfen. Nichts will die Freiheit hier verstopfen. Was dann sich zeigt, ist wunderschön im jungen Mai jetzt anzusehen. Wo quellig… Weiterlesen

Ein Bach Ein Bach wird aus der Tiefe wach. Aus irdenem Schoß Wasser abfloss – die offene Stelle eine Quelle. Kalt und klar seit 10 000 Jahr rinnt ein magerer Strahl stetig ins Tal. Aus der Unterwelt da hält sich kaum ein Tier im ersten Lichte hier. Wer hier lebt am Moos oder Steine klebt, ist mit Wenigem zufrieden. Kieselalgen werden abgerieben. Ein morsches Blatt wird verdaut, Totholz zerkaut. Die Lebensraumstube ist… Weiterlesen

Quellfrischer Fingerzeig im Eckenbachtal Zehn kleine Schnecken kleben an meinem Zeigefinger. Seit Ewigkeiten leben die klitzekleinen Dinger in dieser Quelle nah am Rand von einem Waldesstück. Was ich dort sonst noch fand, ist einfach Wasserglück. Im tiefen Grund gekühlt schüttet die Wasserspende. Die kleine Welle spült mir gerade nass die Hände. In kalter Wasserstube liegt brüchiges Gestein. Am Rande eine Grube. da suhlt schon mal ein Schwein. Geäst in kurzen Trümmern dazu… Weiterlesen

Die kleine Quelle Sie ist so unspektakulär. Gibt immer nur sparsam ihr Wasser her. Sie murmelt tief im Walde versteckt Quillt durch Gestein und erscheint fast verdreckt. Im Wasserbettchen liegt Unrat reich – Da wird das alte Buchenblatt weich. Auch moderndes lang totes Holz Macht diesen Ort nur wenig stolz. Moosbäckchen bringen immerhin Auf Stein gewachsen zartes Grün. Die Quelle hat kaum was anzubieten Ein ärmlicher Lebensraum voller Nieten. Und dennoch wird… Weiterlesen

Schöpfungen Du Quelle Wallst seit langer Zeit. Im Wasser spiegelt Ewigkeit. Der dich einst schuf – Was blieb denn nur Von des Schöpfers Spur? Sein Wasserruf Ist längst verhallt – Kein Echo schallt. Du Quelle treibst Und schreibst Nur flüsternd leise Wellenkreise. Du spendest Fließend Segen. Auf ausgewaschenen Wegen Findest du Zu dir selbst. Du Quelle Willst immerzu beginnen Und im Zerrinnen Quillt vieles neu. Alles innig berühren, Kräfte aufspüren Bleibt deine… Weiterlesen

Quellzoologie Die ersten Worte deren Silben Gehören winzig kleinen Milben. Sie krabbeln flink und achtfach munter Mal weißlichgrün mal etwas bunter. Ganz ohne Beine mit glitschgem Fuß Zeichnet die Quellschnecke zum Gruß. Ein Deckel schließt ihr Häuschen zu – So hat sie vorerst ihre Ruh. Auf Augenhöhe kann sie tuscheln Mit freundlichen Quellerbsenmuscheln. Die buddeln flach in Schlamm und Sand Gerieft ist zart die Schalenwand. Ein Hakenkäfer dieser Wicht Schön langsam auf… Weiterlesen

Bachkonzert Dort, wo es aus der Tiefe quillt, Ein blinder Flohkrebs Hunger stillt. Die Höhlenassel körperzart An Sauberkeit so gar nicht spart. Von dem Besuch im Tageslicht Sie sich nicht allzu viel verspricht. Doch trifft sie an dem Quellenort Den Strudelwurm grad bei dem Mord. Der hat just seinen großen Schlund – Einzig allein aus Hungers Grund – Über den Flohkrebs aufgerissen. Das ist ein guter Frühstücksbissen. Die Quellenschnecke kriecht bedächtig raspelt… Weiterlesen

Ad Fontes – Zurück zu den Quellen! Die Besinnung auf die Quellen Sollte die Sinne recht erhellen. Die Schriften aus dem Altertum Behielten ewig ihren Ruhm. Der Humanist liest den Urtext, Weil damit die Erkenntnis wächst. Im Griechischen und im Latein Da findet Geist zu höchstem Sein. Doch was hat manche Weisheitsstelle Zu tun mit einer echten Quelle? Die Quelle bleibt doch ewig jung: Denn es altert kaum der Ursprung.